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Kundenrezensionen

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am 28. April 2001
Das Buch besteht aus Kurzgeschichten, die Kracht während seiner Tätigkeit als WELT am Sonntag Reporter in unregelmäßigen Abständen geschrieben hat. Sie stehen in keinem unmittelbaren Zusammenhang, eine Verkettung von Personen und Geschehnissen ist aber zu erkennen. Der Autor beschreibt nicht den Ort selbst, wie man es von Reiseberichten gewohnt ist. Er macht seine Erlebnisse mit den Menschen vor Ort, schildert skurile Begebenheiten oder beschreibt einfach nur eine Bar oder ein Haus. Zugegeben, die Art und Weise der Dokumentation ist neu, aber dadurch sehr interessant. Locker-lässig geht der Erzähler durch die Orte, haßt einige seiner Gesprächspartner, findet den einen sehr angenehm, den anderen lästig. Er beschwert sich über schlechten Service, lobt auch mal das eine oder andere Hotel. Einige Reisen unternimmt er nicht allein, Begleiterin, Mutter und Freund begleiten ihn ab und an. Auffällig ist der extreme Alkohol- und Zigarettenkonsum, das scheint dem Autor als Genuß sehr wichtig zu sein. Insgesamt erhält das Bild Asiens, wie man es von Pauschalurlauben und Fernsehreiseberichten nicht kennt. Kracht weckt die Lust auf das neue, das andere und unbekannte Asien. Auch ein Vergleich zum gestandenen, sehr geordneten und deshalb wohl langweiligem Europa stellt er an. Besonders gelungen ist der Bericht über Goa. Hier gelingt ihm eine Kritik an Aussteigern und Asozialen, an Rauchern und Randalen; dabei geht jedoch nicht der Blick auf die wirklichen Hippies verloren, die in mit ihrem neuen Lebensgefühl für Veränderungen nicht nur dort, sondern auch in Europa und Amerika geschaffen haben. Einfach nur, weil alle so frei sein wollten wie jene. Daß es nur wenig bedarf, um vom Hippie zum verachtenswerten Objekt gemäß Kracht zu gelangen, könnt ihr in der höchst amüsanten Schilderung nachlesen. Wo es einem besser gefällt, das gilt es herauszufinden. Kracht hat seine Entscheidung getroffen, er lebt seit Jahren in Bangkok. Das Buch eröffnet auf jeden Fall eine ganz neue Welt und ist unbedingt zu empfehlen. Hier die Schauplätze der Bericht im Überblick: Baku, Phnom Penh, Laos, Bangkok, Burma, Peshawar, Hong Kong, Goa, Singapur, Vietnam, Ko Samui, Bangalore, Bali, Sri Lanka, Japan und Indonesische Molukken
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am 22. Dezember 2015
"Der gelbe Bleistift" umfasst eine Sammlung von Artikeln des Schweizer Schriftstellers Christian Kracht, die er vor allem in den 90er Jahren für eine Zeitung verfasst hat.
Wer Asien selbst gerne bereist wird vieles Wiedererkennen: Orte, Anekdoten, Menschen. Schön ist, dass der Autor stets mit einer ironischen Note und einem Augenzwinkern hinter die Fassade schaut. Oft gibt es sanft eingebettet Informationen zur damaligen politischen Situation, zur Kultur oder der Geschichte und / oder dem Wandel des Landes. Christian Kracht spart nicht damit auch seine persönliche Meinung preiszugeben (z.B. findet er Singapur ziemlich Bescheiden), wovon man nun halten kann, was man will.

All dies verpackt der Autor in seinem typischen Schreibstil, geradlinig, modern, künstlerisch, ohne zu überfordern. Nachdem ich das Büchlein selbst verschlungen hatte schenkte ich es meiner Schwester zum Geburtstag und erhielt auch von ihr ein außerordentlich positives Feedback).

Für wen "Der gelbe Bleistift" etwas ist:
Wer Christian Kracht aufgrund anderer Werke (Faserland, Imperium) schätzt wird auch dieses Buch sehr mögen.
Wer sich gerne in (Südost-) Asien aufhält und sich für Land und Leute interessiert findet viele spannende Anhaltspunkte.
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am 1. Juni 2000
‚Max' ist eine der schlechtesten Zeitschriften Deutschlands. Das ist bekannt. Daß es der sogenannte ‚Max' schafft, noch schlechter als der ‚Stern' zu sein, mit dem er neuerdings häufig verglichen wird, ist neu - beinahe. ‚Max' schafft es trotzdem, auch diese Hürde mit traumwandlerischer Sicherheit zu nehmen, wie immer wieder in verblüffender Weise deutlich wird. Ein Beispiel dafür ist die Besprechung von Christian Krachts jüngstem Buch ‚Der gelbe Bleistift', die in dem Satz ‚Das Buch wird Ihnen gefallen, wenn Sie früher Karl-May-Fan waren', verbunden mit der schlechtmöglichsten Punktebewertung, mündet. Danke, lieber Rezensent, danke, ‚fl'. Du bist vermutlich Francoise-Sagan-Fan, aren' t you? Kracht, spiritus rector der sogenannten Pop-Literatur und von deren Protagonisten - sei es Benjamin von Stuckrad-Barre, Elke Naters oder, mit Einschränkungen, Florian Illies - als gottgleicher Übervater anerkannt und respektiert, erzählt in den in diesem Band versammelten Geschichten von diversen Reisen (in vornehmlich asiatische Länder) und vermischt dabei Realität und Fiktion derart gekonnt, daß die ‚condition humaine' auf trefflichste Weise dargestellt wird. Kracht, der begabteste Schriftsteller seiner Generation (welche auch immer, sei es Golf, X, 89 oder wieauchimmer), dessen Stilbewußtsein stetig aufs neue überrascht und der auch (unverschuldet) eher peinliche Ausrutscher wie ‚Bonjour Tristesse' gekonnt überbrückt, zeigt sich im ‚Gelben Bleistift' als Nachfolger großer Reiseschriftsteller und Dandies, als Erbe Evelyn Waughs und Noel Cowards, der in einem Satz Länder treffender charakterisiert als andere in mehrbändigen Lexikareihen. Wer Reisen liebt, Asien schätzt und auf literarischen Anspruch nicht verzichten kann, kommt nicht umhin, dieses Buch zu würdigen. ('It is good to collect things, but it is better to go on walks.' - Anatole France) (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 16. Februar 2004
Es gibt nicht viele junge Autoren, die in Deutschland und der Schweiz aufgewachsen sind, nun in Asien leben und darüber auch noch gut schreiben können.
Eine Auswahl von Zeitungsartikeln aus den Jahren 1992 bis 2000, die Christian Kracht für die "Welt am Sonntag" schrieb, kann auf unterhaltsame und hintersinnige Weise ein Schlaglicht auf z. B. Singapore, Kyoto oder Baku werfen. Das Schlaglicht ist zwar naturgemäß durchweht vom Zeitgeist und man blickt nur auf einen begrenzten Teil des ganzen Panoramas, es kann aber als Zeitdokument kommende Entwicklungen erahnen lassen und wichtige Details erhellen.
Christian Krachts kurze Geschichten sind nur auf den ersten Blick unterhaltsam und bisweilen sarkastisch geschrieben, wirken aber lange nach und man merkt bisweilen erst einige Zeit später, wieviel Tiefgang sie enthalten.
Wer allerdings unter einem unausgelebtem Fernweh kombiniert mit Mißgunst leidet und dem Autor seine Fernreisen, die exotischen Schlemmereien und Aufenthalte in asiatischen First Class Hotels oder im Luxuszug neidet, der sollte die Finger von dem Buch lassen, da solche Personen vom Lesen leicht ein Gallenleiden davontragen könnten.
Auch als vorbereitende Lektüre zum Einstimmen auf eine Asienrundreise eignet sich das Buch.
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am 19. April 2013
...und wie immer in flüssigem, klarem Deutsch geschrieben. Seit "Imperium" verfolge ich den Autor in der Zeit rückwärts und bin bisher nicht enttäuscht worden. Dieses Heft bildet da keine Ausnahme, man liest die Episoden "in einem Rutsch". Bleibendes wie z. B. nach dem Genuss von "Imperium" oder "Faserland" ist nicht zu erwarten, eher nur Unterhaltung für die Zeit des Lesens.
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am 8. Januar 2005
Kracht kennt sich aus in der Welt, besonders in den Weiten Asiens. In dieser Zusammenstellung von z.T. in der gleichnamigen Kolumne der WamS erschienenen Beiträgen, plaudert der Erzähler äußerst entspannt von den schönen und weniger schönen Zielen Asiens. Immer beiläufig und nie aufdringlich erfährt man mehr über die Passanten, die Kracht vom sicheren Lehnstuhl aus sieht, als über das Land selbst. An einer Stelle kreuzt sich der "GELBE BLEISTIFT" mit Bessings " Tristesse Royale".
Die kurzen,immer nur angerissenen Erzählungen, erscheinen wie Reportagen, die bereits vorbei sind, wenn er zu erzählen beginnt. Ach ja: nach jedem Abschnitt schreit die Kehle des Lesers nach einem süffigen thailändischen Tigerbier !
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am 25. April 2001
"Der gelbe Bleistift" ist wundervoll. Kracht beschreibt fremde Länder und Kulturen irgendwie oberflächig und trotzdem weiss man, wie man sich dort fühlt. Kracht`s Protagonist erzählt geschickt'drumherum und konfrontiert den Leser hin und wieder mit Alltäglichkeiten, was das Ganze sehr bildhaft macht. Das Buch ist gespickt mit einer leichten, ironischen Arroganz, die dem Leser ein permanentes Lächeln beschert. Lesenswert für jeden, der über die Welt lachen muss, aber trotzdem interessiert die Dinge betrachtet.
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am 5. April 2000
Die Asienkrise des Jahres 1997 traf sowohl die Akteure in Südost- und Ostasien als auch in der übrigen Welt völlig überraschend. Waren die Länder gestern noch Wirtschaftwunderkinder der Welt, verfielen nun Währungen im Tagesrhythmus, Investitionen wurden abgezogen, das Weltfinanzsystem schien kurzzeitig einem Zusammenbruch nah. Und dann kam Christian Kracht....Die wahre Geschichte ist furchbarer und großartiger, als Menschen sie erfinden könnten. (Kracht ein Ausserirdischer?). Aber lesen Sie selbst....
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am 21. März 2002
Christian Kracht versteht es auf wunderbarer Weise, das Erlebte in Worte zu fassen. Seine Beschreibungen der Alltagssituationen und vollkommenen Skurrilitäten, die er im Mittleren und Fernen Osten erlebt hat, geben auch Lesern, die diese Regionen selbst noch niemals betreten haben, einen Eindruck vom dortigen Leben. Wenn man sich etwa als Mitteleuropäer schon oft gefragt hat, ob es die Regierung Singapurs mit ihrer peniblen Sauberkeit und ihren strengen Reglementierungen denn nicht ein wenig übertreibt, erfährt man durch Kracht, dass man nicht der einzige Mensch auf der Welt ist, der so denkt...
In der jetzigen Zeit natürlich besonders interessant sind seine Erzählungen aus Pakistan und Afghanistan, die heute natürlich in einem ganz anderen Licht erscheinen.
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am 21. August 2001
Kracht ist ein ausgewiesener Kenner der Region (hauptsächlich Süd-Ost-Asien) und ein sehr guter Beobachter. Seine Reportagen beschreiben in bissiger und zutreffender Weise die von ihm bereisten Länder. Kleine Details verdichtet er zu einem anschaulichen Gesamtbild, das dem Leser die jeweiligen Länder und das Temperament der Bewohner sehr nahe bringt. Die Essays über Goa und das Goethe-Institut in Bangkok sind Meisterwerke, der Rest ist sehr flüssig geschrieben und lesenswert. Leider kann Kracht es nicht unterlassen, sich selbst in snobistischer, bisweilen lächerlicher Weise immer wieder in den Vordergrund zu stellen. Diese Konzentration auf den Autor verstellt den Blick auf seine sehr guten Beobachtungen. Etwas mehr Bescheidenheit hätte dem Werk sehr gut getan!
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