Für den neuen Leser:
Terry Pratchett schreibt (zwar nicht nur aber meistens) über die Scheibenwelt, die seiner Fantasie entsprungen ist, aber doch irgendwie auf eine absurde und ironische Weise unserer eigenen Welt sehr ähnlich ist. Sein Universum ist bestückt mit skurrilen, wundervoll gezeichneten Charakteren. In seinem neuesten Buch "The fifth Elephant" geht es darum, dass im entlegenen und von Werwölfen, Vampiren und Zwergen bewohnten Uberwald ein Machtwechsel bevorsteht. Dies wollen die Wölfe dazu nutzen, einen Putsch anzuzetteln und die Macht zu ergreifen. Eventuelle Ähnlichkeiten der Werwölfe mit einer sog. Herrenrasse mit einer Vorliebe für Schäferhunde sind natürlich rein zufällig. Verhindern kann das ganze nur Mumm, der Herzog von Ankh-Morpork und ehemaliger Leiter der dortigen Stadtwache, der als unfreiwilliger Botschafter nach Uberwald geschickt wird. Es entsteht nun eine Aufeinanderfolge von kreischender Komik, Intrige, Mord, Totschlag und fliegenden Torten, die ihresgleichen sucht. Mein Tip für noch-nicht-Pratchett-Fans: werden Sie einer, sonst entgeht Ihnen was !
Für den erfahrenen Scheibenwelt-Fan:
Anguas Verwandte in Uberwald planen Böses. Mumm, seine Frau, und einige Mitglieder der Stadtwache werden als diplomatische Abordnung vom Patrizier dorthin geschickt. In Zusammenhang mit einem zwergischen Königsritual und einigen seltsamen Verbrechen entspinnt sich das übliche Chaos, das wir so lieben. Das neueste Werk von T.P. zeigt deutlich seine Weiterentwicklung in Richtung der reinen Satire, die immer dann besonders auffällt, wenn Mumm/Vimes im Mittelpunkt steht. Sehr lesenswert, aber das muss ich EUCH ja nicht erzählen.
Noch ein Ratschlag für alle:
Wer kann, sollte die Terry Pratchett Bücher im Original lesen. Der Mann spielt mit Worten und idiomatischen Wendungen wie einst Maradona mit dem Fussball. Die deutsche Übersetzung ist zwar sehr gelungen (T.P. steht ständig mit seinen Übersetzern in Kontakt und achtet sehr auf Qualität), aber wenn man die Wahl hat...