Interessant, sind hier durchaus deutliche, thematische Parallelen zu Mankell's aktuellem Roman - Kennedys Hirn - zu erkennen: auch John Le Carre schildert, kritisiert und verdeutlicht die potentiell skrupellose Art und Weise, wie internationale Pharmakonzerne die Dritte Welt missbrauchen. Doch im Vergleich zu Mankell konkretisiert Le Carre das Thema deutlicher und konstruiert gefühlvoll mit seiner so bewundernswert präzisen, nahezu intellektuellen Sprache einen hoch-spannenden Thriller, in dem das für ihn sonst typische Thema der Spionage nur eine Rahmenhandlung darstellt. Ein spannender, hoch-politischer und brisant-aktueller Roman, der sich emotional distanziert und erstaunlich - fast erschreckend - nüchtern und damit umso wirkungsvoller einem Thema widmet, das beunruhigende Sorge auch hierzulande verbreitet und damit stark nachdenklich stimmt. Nicht zuletzt die liebevoll skizzierten Protagonisten und Le Carre's detaillierter Blick für seine Umwelt dürften nicht nur eine ideale Vorlage für die kommende Verfilmung sein, bereits das Buch ist ein atemberaubendes 'Kopfkino' für Liebhaber anspruchsvoller und kritischer Thriller, die keine Angst vor sprachlich und inhaltlich hohem Niveau haben.