Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Der europäische Bildungskanon des bürgerlichen Zeitalters
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Der europäische Bildungskanon des bürgerlichen Zeitalters [Gebundene Ausgabe]

Manfred Fuhrmann
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.


Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Gebundene Ausgabe EUR 19,90  
Gebundene Ausgabe, 2000 --  

Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch


Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 219 Seiten
  • Verlag: Insel, Frankfurt; Auflage: 3 (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3458169784
  • ISBN-13: 978-3458169789
  • Größe und/oder Gewicht: 20 x 12,8 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 273.883 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
  • Komplettes Inhaltsverzeichnis ansehen

Mehr über den Autor

Manfred Fuhrmann
Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Besuchen Sie die Seite von Manfred Fuhrmann auf Amazon

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Die 90er Jahre waren ein Jahrzehnt hitziger Bildungsdebatten. Im Mittelpunkt stand die Frage nach der Praxisnähe der Schul- und Universitätsausbildung: Industrie und Wirtschaft riefen in hysterischer Aufgeregtheit nach stärker berufsbezogenen Lehrplänen, andernfalls erwarte Akademiker künftig unweigerlich die Arbeitslosigkeit. Unsinn!, riefen ihre Gegner nicht minder aufgeregt und prophezeiten für die Zukunft ein Volk weltfremder Fachidioten. In dieser Atmosphäre machte das Wort "Bildungskanon" eine eindrucksvolle publizistische Karriere. Der, darin waren sich beide Seiten einig, müsse unbedingt erhalten bleiben. Da allerdings niemand so genau wußte, was mit Bildungskanon eigentlich gemeint sein könnte -- es gibt noch immer so gut wie keine Literatur zu diesem Thema -- war die Verwirrung komplett.

Manfred Fuhrmanns sachkundiges und unterhaltsam geschriebenes Buch schließt die Lücke. Fuhrmann, emeritierter Latinistikprofessor, verfolgt den Begriff des Bildungskanons und seine Geschichte vom ausgehenden Absolutismus bis heute. Bei aller Parteinahme für die Bildungsideale der Vergangenheit kommt er ohne die Larmoyanz und den pädagogischen Missionston aus, die das Thema so häufig begleiten. Er schildert die Entwicklung des Theaters, des Konzertwesens, der Museen, die Renaissance der Antike und der alten Sprachen, die große Zeit der Konversationslexika, die stete Veränderung der Literaturkanons, die Debatten um die Einführung des humanistischen Gymnasiums, den Aufstieg der Geschichtswissenschaften, das Ritual der Bildungsreisen. Dabei wird zweierlei deutlich. Zum einen läßt sich Bildung nicht auf das Lehrangebot von Schulen und Universitäten reduzieren, sondern beruht auf einem ungemein komplizierten Geflecht verschiedenster Institutionen und sozialer Konventionen. Zum anderen ist das Phänomen des Bildungskanons eng an die bürgerliche Gesellschaft gebunden, die als solche heute nicht mehr existiert -- vom Kanon wird also letztlich erst geredet, seit es ihn nicht mehr gibt, die aktuellen Wiederbelebungsmaßnahmen erscheinen also durchaus suspekt.

So zeigt Fuhrmann überzeugend, wie wenig fruchtbar der Begriff für pädagogische Debatten ist, wie interessant dagegen, wenn es darum geht, die europäische Kultur in ihrer ganzen Breite und Vielfalt zu verstehen. --Christian Demand

Kurzbeschreibung

Manfred Fuhrmann, ein Gelehrter, der sich mit der Antike und deren Bedeutung für Europa beschäftigt hat, untersucht den Kanon, an dem sich die Kulturträger in den jüngsten Epochen der europäischen Geschichte - von der Aufklärung bis zu den beiden Weltkriegen - orientiert haben. Dabei gilt: Die Bürger Europas verbindet mehr, als sie trennt. Seit Europa als ein einheitlicher Kulturraum zu existieren begann, seit der Zeit der Völkerwanderung, war die Kommunikation zwischen den Regionen stets rege: Jede wichtige Neuerung auf geistigem, künstlerischem, wissenschaftlichem oder technischem Gebiet setzte sich mit geringer Verzögerung in ganz Europa durch. Innerhalb der führenden Schichten blieben die Unterschiede gering. Dies gilt selbst für jene Zeiten, in denen nationalistische Ideologien das politische und kulturelle Handeln bestimmten.
Die Begriffe "Europa", "Bildung" und "Kanon", die Manfred Fuhrmann anschaulich beschreibt und definiert, sind eng miteinander verbunden. Das Fundament derAntike hat Europa seit der Renaissance entscheidende Anstöße gegeben und sein Selbstverständnis bestimmt, über alle Grenzen hinweg. Daraus erwuchs als wichtigste Institution der bürgerlichen Bildung das humanistische Gymnasium. Daneben aber hatte als zweite Institution der absolutistische Hof gestanden, an dem sich eine bürgerliche Ästhetik herausbildete.
Theater, Konzertwesen und Museum sind die grundlegenden bürgerlichen Einrichtungen, neben der Enzyklopädie und der Bildungsreise. Sie alle vermitteln die Kenntnisse, die zur geistigen Entwicklung eines Kontinents erforderlich waren: Philosophie, Geschichte und Literatur, bildende Kunst und Musik, Mathematik und Naturwissenschaften.
Der gemeinsame "europäische Bildungskanon" prägt auch heute noch, trotz aller Wissensverluste und Widerstände und mehr als die europäische Wirtschafts- und Währungsunion, unsere Kultur.

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Vorgeschlagene Tags zu ähnlichen Produkten

 (Was ist das?)
Setzen Sie den ersten relevanten Tag hinzu (ein Schlüsselwort, das mit diesem Produkt in engem Zusammenhang steht).
 
(3)
(3)

 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
25 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Ich habe das Buch von Fuhrmann gelesen, nachdem ich mich durch "Bildung" von Schwanitz gekämpft hatte - darum muß diese Rezension in diesem Licht gesehen werden. Beide Bücher nähern sich dem Begriff des Bildungskanons, also eines Grundbestandes an Wissen, über den man verfügen sollte, soweit man sich als im klassischen Sinne "gebildet" bezeichnen will. Allerdings unterscheiden sich beide Werke im Ansatz erheblich: Schwanitz liefert im Schweinsgalopp direkt eine Reihe Inhalte mit (insbesondere bei der Geschichte des Abendlandes) und setzt sich in unterhaltsamer Weise mit sozialen Phänomenen auseinander, die sich um Bildung und den Umgang mit ihr ranken. Dabei setzt er sich der Unterhaltung willen ein ums andere mal der Kritik der Oberflächlichkeit und Plakativität aus. Fuhrmanns Buch ist dagegen das wissenschaftlichere: Er fragt nach der Geschichte, die zur Herausbildung dieses akzeptierten Wissensstammes geführt hat und setzt sich intensiv mit der zugehörigen Begrifflichkeit auseinander. Auch die einzelnen Apekte des Bildungskanons wie Literatur, Musik und Kunst werden eher aus der Geschichte heraus erklärt, als daß ein Versuch gemacht würde, tatsächlich zu definieren was denn nun "dazugehört" und was nicht. Mich fesselten insbesondere zwei Aspekte des Buches, die ich vorher nicht in diesem Licht gesehen hatte. Das war zum einen die Herausarbeitung des Gymnasiums in seiner geschichtlichen Dimension als Hüter und Vermittler des Bildungsstammes und zum anderen die mir bislang unbekannte Auseinandersetzung zwischen der klassisch geprägten Bildung und den aufkommenden Naturwissenschaften im letzten Jahrhundert. Jetzt weiß ich endlich, wo die "Realschule" herkommt. Auch der Blick auf die Wurzeln und den ursprünglichen pädagogischen Ansatz der Universitäten ist interessant. Das Buch eignet sich vorrangig für einen Leser, der den Umgang mit wissenschaftlicher Lektüre gewohnt ist, auch wenn es in diesem Bereich eher zur "leichten Muse" zählen mag. Schwanitz ist unterhaltsamer, aber zur seriösen Vertiefung des Kanon-Gedankens ist das Werk von Fuhrmann uneingeschränkt zu empfehlen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
War diese Rezension für Sie hilfreich?
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Anschließend an seinen bei Reclam erschienen Essay "Bildung. Europas kulturelle Identität" analysiert Fuhrmann hier das Selbstverständnis traditionellen Bildungsbürgertums, indem er dessen Inhalte und Podien beschreibt. Dies ist um so interessanter und notwendiger, als dass die Entwicklung des Bildungssystem seit den Siebzigern konsequent mit der Humboldtschen Idee brach, Bildung müsse zum einen Anschluss vermitteln an das Erbe europäischen, also antiken Herkommens und dürfte zweitens nicht allein von Zweckmäßigkeiten und Nützlichkeiten regiert werden. So verstand sich die Bildung immer als eine Art Metawelt zum modernen Reich der profanen Zwecke und Zwänge. Gegenwärtig ist das fatalerweise anders: Gelehrt und gelernt wird allein das, was karrieristisch und praktisch zu handhaben ist. Der Bologna-Prozess forciert diese zweifelhafte Entwicklung entscheidend. Insofern Substanz und Inhalte zugunsten der Methoden oder bloßen Machens und Präsentierens immer weiter reduziert wurden und Allgemeinbildung zunehmend als verzichtbar galt, setzte ein Verlust kultureller Bestände ein, die Fuhrmann noch einmal aufruft. Er verdeutlicht, welche Fundamente dem bürgerlichen Bildungsbegriff wert und teuer waren, gerade weil sie ökonomisch nicht kompatibel erschienen. Schon der Anspruch bürgerlicher Emanzipation ging von einem Erbeverständnis aus, das sich weniger als pragmatisch denn als global-humanistisch verstand. So erst sah man sich in der Lage, neben dem Erwerb bloßen Könnens eben gerade Tugenden zu erziehen, indem man sich stets mit dem Alten, europäisch und national Ursprünglichen verglich. Dieser reiche Fundus bleibt heute verchlossen und weitgehend ungenutzt. Es geht mittlerweile um Abi statt Abitur und um Job statt Beruf. Fuhrmann verdeutlicht, in welcher Weise sich Bildung prinzipiell anderes verstand und so der eigenen Semantik näher war. Der Autor enthält sich aller Larmoyanz; er bietet Bildungsgeschichte an und folgt so zwangsläufig einer konservativen Argumenatation.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Bildungsdebatten sind nicht erst seit dem Schlagwort PISA in vieler, wenn auch nicht in aller, Munde. Faszinierend an diesem Buch ist die Darstellung der historischen Entwicklung des Bildungsbegriffes und dessen gesellschaftlichen Auswirkungen (Schulwesen, Bildungsziele und -schwerpunkte, Kultur- und Menschenbild), die in dieser kompakten und stilistisch hervorragenden Art und Weise ihresgleichen sucht.

Einziger Wermutstropfen bleibt die einseitige Fokussierung auf das sprachliche Trivium der Artes liberales. Die Naturwissenschaften bleiben hier leider ziemlich außen vor. Dies trägt dem Buch auch die Kritik anderer Autoren (u.a. Ernst Peter Fischer in "Die andere Bildung: Was man von den Naturwissenschaften wissen sollte") ein, was meines Erachtens dem Beitrag des Geschriebenen zu einer fundierten Diskussion um Inhalte im Rahmen der Allgemeinbildung keinen Abbruch tut.

Fazit: Eine fundierte historische Führung durch die Geschichte des Bildungsbegriffes mit seinen speziellen Ausformungen und Auswirkungen im europäischen Kontext, nicht ohne eine kritische Betrachtung des status quo aus der Sicht des Autors, sowie einem möglichen Ausblick und Vorschlag eines Minimal-Kanons.

Summa summarum eine lesenswertes Buch mit ausgezeichneten Denkansätzen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:







Das bedeutet, jeder Titel/Artikel muss zu Sachgebiet 1 UND zu Sachgebiet 2 UND... gehören.

Ihr Kommentar