...ist auch Stuart MacBride zu empfehlen. Seine Krimis spielen in Aberdeen. Aberdeen ist eine Großstadt im Norden von Schottland und Zentrum der Nordseeöl-Förderung. Es gibt also genug zu tun für die Polizei. "Der erste Tropfen Blut" oder "Broken Skin", wie das Buch im Original heißt (ich habe es im Original gelesen), ist ein Police Procedural im wahrsten Sinne des Wortes. Aus dem Bauch raus würde ich sagen, dass die Interna der Polizei in Aberdeen mindestens so viel Raum einnehmen wie die Jagd nach Verbrechern.
In diesem Buch geht es übrigens um die Sado-Maso-Szene, einen prominenten Vergewaltiger und einen Pädophilen. Als weitere Handlungsstränge kommen Querelen von Protagonist Detective Sergeant Logan McRae mit diversen Vorgesetzten und Kollegen dazu. Nicht zuletzt entwickelt Logan bezüglich seiner Freundin einen bösen Verdacht...OK, ich kann jeden verstehen, der hier die Übersicht verliert. Mir ist es jedenfalls manchmal so gegangen. Also, der Krimi ist möglichst in wenigen, zeitlich nahe beieinander liegenden Sitzungen zu lesen.
Stuart MacBride orientiert sich meiner Meinung nach klar an Ian Rankin (eines seiner Bücher spielt übrigens eine Rolle in "Broken Skin"). Das ist nichts Schlechtes, nur kommt mir manches etwas zu überzeichnet vor. Die verschiedenen Figuren haben manchmal etwas Karikaturenhaftes an sich: der massige Insch sei hier als Beispiel genannt. Rankins Figuren schrammen manchmal auch am Grotesken vorbei, bei MacBride überschreiten sie die Grenze nicht selten.
In Summe: spannend und unterhaltsam - jedenfalls so gut, dass ich mir nach "Broken Skin" noch die restlichen Bücher von Stuart MacBride bestellt habe.