Der erste Quarry (engl.: The First Quarry) ist 2008 in der original aus USA übernommenen Reihe Hard Case Crime bei Rotbuch erschienen. Die Reihe insgesamt macht auf mich als Freund des hard-boilded Krimis einen guten Eindruck. Und 'Der erste Quarry' (aus der Quarry-Serie) von Max Allan Collins ist gewiss nicht der schlechteste Band der Reihe.
Zur Handlung verrät man besser nichts, denn sie hält einige Überraschungen bereit. Dabei ist der Ablauf klar strukturiert, es gibt eine gut überschaubare Menge an Handlungsträgern, die allesamt aus der Ich-Perspektive des Auftragskiller Quarry beschrieben werden. Der Quarry ist ein junger Ex-Vietnam-Soldat. Das Setting ist im Jahre 1970 in Iowa-City, Iowa angesiedelt. Die Atmosphäre einer nicht übermäßig prickelnden Universitätsstadt ist gut eingefangen. Die Schilderungen der Akteure aus der Quarry-Perspektive sind prägnant und treffend und oftmals voller Ironie, wie es sich für diese Sorte Krimi gehört. Auch das libertäre Zeitkolorit ist als Hintergrund gut eingebaut.
Die Persönlichkeit des Quarry, der am Anfang einer Killer-Karriere im Auftrag des geheimnisvollen 'Broker' steht, ist dabei ziemlich widersprüchlich: auf der einen Seite ist er der gnadenlose Kämpfer, für den es nur das Ziel den Auftrag auszufüllen und zu überleben gibt, auf der anderen Seite ist er aber auch nicht frei von romantischen Anwandlungen, die er sich selbst aber nicht einzugestehen vermag, die ihm aber Menschlichkeit verleihen. Und eine Portion Sex ist auch mit drin, allerdings maßvoll und gut in die Handlung integriert.
Die Brutalität hält sich auch durchaus in Grenzen, wird aber an einigen Stellen gezielt und überraschend eingesetzt. Auf mich wirkt der Quarry wie eine Art junger James Bond, auch wenn hinter ihm natürlich nicht der britische Geheimdienst steht...
Ich habe die 184 Seiten in einem Rutsch runtergelesen und fühlte mich bestens in der Tradition des harten, sarkastischen Krimis unterhalten.