Yi Munyol ist ein relativ bekannter koreanischer Autor, dessen Lebensweg ein paar Parallelen zu dem des Ich-Erzählers dieses kleinen Buchs aufweist.
Nach der Strafversetzung seines Vaters in eine Kleinstadt kommt der zwölfjährige Han Pyongtae, der an seiner Seouler Schule eigentlich ziemlich angesehen gewesen war an eine neue Schule, an der Vieles wesentlich anders ist, als er es gewohnt ist. Schnell merkt er, dass hier eine von den Lehrern unbemerkte Diktatur vorherrscht, gegen die er sich zunächst entschieden auflehnt. Doch die Erlösung kommt auch einer ganz anderen Ecke. Denn weder kann Pyongtae seine Lehrer oder Eltern gegen seinen Gegner effektiv ins Feld führen, noch gelingt es ihm, seine Schulkameraden gegen den Tyrannen in ihrer Mitte zu mobilisieren.
Die Rettung kommt dann ganz unerwartet und aus einer ganz neuen Richtung und Pyongtae wird fassungslos Zeuge, wie viele vermeidliche Parteigänger des Tyrannen plötzlich Laut geben und sich aus der Deckung wagen dabei häufig solche, die die Schreckensherrschaft sehr aktiv und handgreiflich unterstützt haben. Und er sieht auch, wie schwierig es nach solchen Erfahrungen sein kann, in eine demokratische Lebensweise überzuwechseln ein Problem, dass sich nach dem Ende des Ost-Westkonflikts und dem Zerfall der UdSSR ja in vielen Ländern gezeigt hat.
Wie das ausführliche Nachwort von Heidi Kang deutlich macht, hat dieser Roman einen sehr deutlichen Bezug auf die koreanische Geschichte. Aber auch ohne diesen zeigt diese Erzählung einige interessante Gedanken auf, die sicherlich weiterdenkenswert sind.