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Der entfesselte Globus. Reportagen. 1 CD [Audiobook] [Audio CD]

Ilija Trojanow , Frank Arnold
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Audio CD: 1 Seiten
  • Verlag: AUDIOBUCH; Auflage: 1 (3. März 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3899642872
  • ISBN-13: 978-3899642872
  • Größe und/oder Gewicht: 14,1 x 12,6 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.009.413 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Ilija Trojanow
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Varanasi, am Ufer des Ganges. Ein gläubiger Hindu badet in Indiens heiligem Fluss. Und das, obwohl der Mann als Naturwissenschaftler nicht einmal eine Zehe in dieses dreckige Gewässer stecken würde. Diese von Ilija Trojanow aufgespürte Geschichte führt plastisch vor Augen, dass einzelne Menschen unterschiedliche Seiten in sich vereinen. Für ganze Regionen gilt dies umso mehr, und davon zeugt dieses bunte, interkulturelle Lesebuch ebenso eindrucksvoll.

Die einfühlsamen Reportagen befinden sich teils am Puls der Zeit, teils handelt es sich um Dokumente der Zeitgeschichte der letzten 25 Jahre. Leser begeben sich auf Safari, erleben Gelb als Farbe der Lust oder lernen leidgeprüfte Autoren kennen. Zudem erzählt Trojanow von Kartoffeln aus Djibuti, dem ganz normalen Wahnsinn indischer Metropolen oder bringt erschütternde Dokumente aus einem bulgarischen Todeslager ans Tageslicht.

Der geistige Sohn Ryszard Kapuscinskis nähert sich Land und Leuten in Gedanken, Worten, Werken. Sein aufrichtiger Blick für Menschen und seine Erzählkraft sorgen für ein erfrischendes, authentisches Erleben. Als teils heiterer, teils besorgter, teils politischer, teils philosophischer Beobachter hüpft der Deutsch-Bulgare von Kontinent zu Kontinent. Und wenn Trojanow aus Schwarzafrika, vom Persischen Golf, Süd- und Südostasien sowie Bulgarien erzählt, dann hat der Weltenbürger diese Gegenden nicht nur besucht, sondern dort meist auch gelebt.

In Trojanows Episoden kommen einfache Leute genauso zu Wort wie verbohrte Fanatiker oder kritische Geister. Oft spürt der Autor das Besondere im Alltäglichen auf. Deshalb ergeht es seinen Lesern besser als dem US-amerikanischen Präsidenten. Denn bevor dieser vom Flughafen ins Zentrum vom Bombay chauffiert wurde, haben indische Behörden die Strecke mit Millionenaufwand säubern lassen. „Es gehört bei Staatsbesuchen scheinbar zum guten internationalen Ton, sich gegenseitig etwas vorzumachen”, kommentiert der Autor bissig. Wie gut, dass geschönte Ausblicke Trojanow fremd sind. --Herwig Slezak -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

Trojanow hat dem Dialog über Fremdheit und Ferne eine authentische, moderne und polyfone Stimme gegeben. (Die Zeit)

Das ist kein Hörbuch, wie man es gewohnt ist: "Der entfesselte Globus" von Ilija Trojanow, das sind verlesene Reportagen aus der weiten Welt. (fritz/rbb)

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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von I.L.Ruff
Format:Gebundene Ausgabe
Beinahe fünf Punkte, die von einigen Texten erreicht werden

Tatsächlich lässt sich in diesem Strauß sehr lesenswerter Kurzprosen doch ein allgemeines Ordnungsprinzip erkennen; Trojanow selbst gibt im Schlussteil einen 'Wegweiser' zum Verständnis: Programmatisch wirken in 'Indras Netz' Einzelnes und Ganzes zusammen, wobei das Gemeinsame alles vordergründig Unterscheidende überformt, das nach altindischer Auffassung illusionär ist. Das Gemeinsame der Menschen liegt neben der Biologie u.a. vor allem in ihrer Kulturfähigkeit begründet. Hier finden die positiv gestimmten Texte zu exotischer Literatur ihren Ort.

Freilich handeln die meisten Beiträge von Ausgrenzung: Wer ausgrenzt, überdehnt Indras Netz, bringt Maschen zum Zerreißen und wirkt Unheil, hier meist in postkolonialer Überhebung.
Wo indes eine gewachsene Kultur sich selbst entfremdet, gleich ob unter fremdem Druck oder aus innerer Schwäche, entstehen ähnliche Schäden.

So verkommt sogar in Indien Religiöses zu Leerformeln des Marketings: Auf dem 'spirituellen Markt' verkaufen fragwürdige Gurus ihren Anhängern 'knitterfreie Designerreligionen', die auch massenhaft einheimischen Zulauf finden: have an aarti, have a bite!
Allerdings überfordert der wichtige, zuerst in Indien erschienene Essay 'Götter klonen, Strichcodes lesen' Leser ohne Kenntnis des Hinduismus; zumindest hätten einige unglückliche Übersetzungen behoben werden müssen, und nachgereichte Anmerkungen wären angebracht.
Einerseits steht die missverständliche Metapher des Klonens für die 'ultimative Bewahrung des Status quo' im Sinne immer gleicher Reproduktion von leblos-künstlichen Abziehbildern, andererseits ungeistige Erstarrung, bloßes Axiom statt lebendiger Wahrheit.
Genaueres findet sich unter V. Standpunkte: Trojanow auf meiner Webseite (vgl. Profil).

Sich selbst grenzt aus, wer ' wie eine Popsängerin ' andere respektlos instrumentalisiert, mehr noch, wer andere als seine Opfer ausgrenzt, und hier finden die Beiträge zu Bulgarien ihren Ort, allesamt Anklagen gegen brutale Gewalt und Unmenschlichkeit. Die dringliche Aufarbeitung der Vergangenheit (und Gegenwart!) unterbleibt, kaum einer wurde zur Rechenschaft gezogen. Den EU-Politikern scheint dies gleichgültig, die Folgen, nicht nur für Indras Netz, bedrohen uns alle.
Verständlich, dass die Bulgarien-Dokumentationen in ihrem Engagement nicht die Kunsthöhe anderer Texte erreichen, unter denen einige in Literatur umschlagen und immer wieder das Poetische einholen und dann alle Stärken von Trojanows Bildsprache zeigen. So findet man Parabel, Satire, Groteske, und fast alles dient gleichnishaft übergreifenden Zusammenhängen. Nichts steht also für sich allein, und darin übertrifft der Autor seine Vorbilder:
So bietet S.119 keinesfalls eine Anekdote, sondern der amerikanische Botschafter erweist sich entgegen seinen Lippenbekenntnissen als wahrer Stellvertreter unseliger Politik.

Es geht Trojanow um 'empathische Annäherung', 'existentiellen Erkenntniswert', und er zielt auf eine 'höhere Ebene der Wahrheit'(S.188), um ihretwillen durchdringt vereinzelt Fiktion den dokumentarischen Bericht, denn wer heute noch 'objektive Realität' fassen will, der trügt notwendig.

Auf seine Weise führt Trojanow 'engagierte Literatur' aus der Tagesaktualität heraus in Modelle weit längerer Haltbarkeit, man darf gespannt sein, ob so neue Formen entstehen...

Wer wie mancher Lohnkritiker in diesem Band eine Resteverwertung zum ''Weltensammler'' sieht, bekundet nur sein Unverständnis des großen Romans, denn diese selbständigen Texte teilen allenfalls einzelne seiner Schauplätze.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Literaturempfehlungen 3. April 2008
Von Babywal
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Trojanows eigener Lebensweg zieht sich wie ein roter Faden durch dieses Buch. Seine Stationen von der Schulzeit bis zur "Rückkehr" nach Bulgarien werden nachgezeichnet.
Auch seinem Vorbild Kapuczinski widmet er ein Kapitel. Trojanow schreibt vielleicht insgesamt ehrlicher und direkter als sein Vorbild, er kommt dafür dann aber auch nicht so rund rüber. In einigen Kapiteln verlangt er seinen Lesern eine Menge Vorbildung ab, um ihm in seinen hintersinnigen Betrachtungen zu folgen.
Ansonsten enthalten die Reportagen viele Hintergrundinformationen, Anekdoten und eine Menge Literaturempfehlungen zu den beschriebenen Ländern und Kulturen. Es ist auch gerade ein gewisser Reiz des Buches, dass es nicht nur aktuelle Reportagen enthält sondern oft auch Berichte aus verschiedenen Zeiten in Bezug auf das besuchte Land.
Insgesamt ein großer Lesegewinn mit nur den kleinen Kritikpunkten.
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Karl-Heinz Heidtmann TOP 500 REZENSENT
Format:Audio CD
Ausgangspunkt Trojanows Reporten ist dem "Netz von Indra" entlehnte Gedanke: "Ein endloses Netz von Fäden durchzieht die Welt. Die horizontalen Fäden sind Raum, die vertikalen Zeit. Wo immer sich die Fäden kreuzen, befindet sich ein Lebewesen. Und jedes Wesen ist ein juwelgleicher Knoten."

Ilja Trojanow, der 1965 in Bulgarien geboren wurde und in Kenia aufwuchs, studierte Ethnologie in München und lebte einige Jahre in Bombay und Südafrika, heute in Wien. Wer wäre besser berufen, wie dieser rastlose Reisende, Depeschen über den Zustand der Welt zu verfassen?

Die Hörbuchversion aus dem Jahre 2008 umfasst leider nur auf einer einzigen CD (75 min) sieben ausgewählte Reportagen von insgesamt 25 des Buches, die Lust machen, sich das Buch mit allen Berichten zu kaufen. Die Hörbuchreportagen sind:
- Der Zorn der Straße (Pakistan)
- Abschaffung der Armut (Bombay)
- Das Netz von Indra (Philosophische Betrachtungen)
- Der Mensch und sein Wild (Zimbabwe)
- Eine erschreckende Stille (Ruanda)
- Wo der Staat Teil der Mafia ist (Sofia)
- Die Einbürgerung der Pampelmuse (über seine eigene Einbürgerung)

Frank Arnold, der auch schon Trojanows "Der Weltensammler" vorgelesen hat, ist auch kongenialer Sprecher dieses kurzen Hörbuchs.

Fazit: Ein kurzer Einblick in das Werk Trojanows, der Lust auf Mehr macht.
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