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Der entfesselte Globus: Reportagen [Taschenbuch]

Ilija Trojanow
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

1. November 2010
Ilija Trojanow ist auf allen Kontinenten zu Hause, und was er zu berichten hat, geht weit über die Schönheit der Landschaften oder die Fremdheit der Sitten hinaus. Er erzählt, wie die Menschen leben: in dem nicht zur Ruhe kommenden Afrika, in den Megacitys Indiens oder in Bulgarien, dem Land seiner Geburt. Neugierig und offen, kritisch und selbstkritisch – mit dem Autor des ›Weltensammlers‹ als Reisebegleiter sieht man die Welt in einem anderen Licht.

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Der entfesselte Globus: Reportagen + Der Weltensammler: Roman + Der überflüssige Mensch: Unruhe bewahren
Preis für alle drei: EUR 37,70

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 196 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. November 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423139307
  • ISBN-13: 978-3423139304
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,8 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 302.605 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

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Varanasi, am Ufer des Ganges. Ein gläubiger Hindu badet in Indiens heiligem Fluss. Und das, obwohl der Mann als Naturwissenschaftler nicht einmal eine Zehe in dieses dreckige Gewässer stecken würde. Diese von Ilija Trojanow aufgespürte Geschichte führt plastisch vor Augen, dass einzelne Menschen unterschiedliche Seiten in sich vereinen. Für ganze Regionen gilt dies umso mehr, und davon zeugt dieses bunte, interkulturelle Lesebuch ebenso eindrucksvoll.

Die einfühlsamen Reportagen befinden sich teils am Puls der Zeit, teils handelt es sich um Dokumente der Zeitgeschichte der letzten 25 Jahre. Leser begeben sich auf Safari, erleben Gelb als Farbe der Lust oder lernen leidgeprüfte Autoren kennen. Zudem erzählt Trojanow von Kartoffeln aus Djibuti, dem ganz normalen Wahnsinn indischer Metropolen oder bringt erschütternde Dokumente aus einem bulgarischen Todeslager ans Tageslicht.

Der geistige Sohn Ryszard Kapuscinskis nähert sich Land und Leuten in Gedanken, Worten, Werken. Sein aufrichtiger Blick für Menschen und seine Erzählkraft sorgen für ein erfrischendes, authentisches Erleben. Als teils heiterer, teils besorgter, teils politischer, teils philosophischer Beobachter hüpft der Deutsch-Bulgare von Kontinent zu Kontinent. Und wenn Trojanow aus Schwarzafrika, vom Persischen Golf, Süd- und Südostasien sowie Bulgarien erzählt, dann hat der Weltenbürger diese Gegenden nicht nur besucht, sondern dort meist auch gelebt.

In Trojanows Episoden kommen einfache Leute genauso zu Wort wie verbohrte Fanatiker oder kritische Geister. Oft spürt der Autor das Besondere im Alltäglichen auf. Deshalb ergeht es seinen Lesern besser als dem US-amerikanischen Präsidenten. Denn bevor dieser vom Flughafen ins Zentrum vom Bombay chauffiert wurde, haben indische Behörden die Strecke mit Millionenaufwand säubern lassen. „Es gehört bei Staatsbesuchen scheinbar zum guten internationalen Ton, sich gegenseitig etwas vorzumachen”, kommentiert der Autor bissig. Wie gut, dass geschönte Ausblicke Trojanow fremd sind. --Herwig Slezak -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

Trojanow hat dem Dialog über Fremdheit und Ferne eine authentische, moderne und polyfone Stimme gegeben. (Die Zeit)

Das ist kein Hörbuch, wie man es gewohnt ist: "Der entfesselte Globus" von Ilija Trojanow, das sind verlesene Reportagen aus der weiten Welt. (fritz/rbb) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

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Kundenrezensionen

4.2 von 5 Sternen
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Literaturempfehlungen 3. April 2008
Von Babywal
Format:Gebundene Ausgabe|Verifizierter Kauf
Trojanows eigener Lebensweg zieht sich wie ein roter Faden durch dieses Buch. Seine Stationen von der Schulzeit bis zur "Rückkehr" nach Bulgarien werden nachgezeichnet.
Auch seinem Vorbild Kapuczinski widmet er ein Kapitel. Trojanow schreibt vielleicht insgesamt ehrlicher und direkter als sein Vorbild, er kommt dafür dann aber auch nicht so rund rüber. In einigen Kapiteln verlangt er seinen Lesern eine Menge Vorbildung ab, um ihm in seinen hintersinnigen Betrachtungen zu folgen.
Ansonsten enthalten die Reportagen viele Hintergrundinformationen, Anekdoten und eine Menge Literaturempfehlungen zu den beschriebenen Ländern und Kulturen. Es ist auch gerade ein gewisser Reiz des Buches, dass es nicht nur aktuelle Reportagen enthält sondern oft auch Berichte aus verschiedenen Zeiten in Bezug auf das besuchte Land.
Insgesamt ein großer Lesegewinn mit nur den kleinen Kritikpunkten.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wie aus Journalismus Literatur entsteht 11. April 2008
Von I.L.Ruff
Format:Gebundene Ausgabe
Beinahe fünf Punkte, die von einigen Texten erreicht werden

Tatsächlich lässt sich in diesem Strauß sehr lesenswerter Kurzprosen doch ein allgemeines Ordnungsprinzip erkennen; Trojanow selbst gibt im Schlussteil einen 'Wegweiser' zum Verständnis: Programmatisch wirken in 'Indras Netz' Einzelnes und Ganzes zusammen, wobei das Gemeinsame alles vordergründig Unterscheidende überformt, das nach altindischer Auffassung illusionär ist. Das Gemeinsame der Menschen liegt neben der Biologie u.a. vor allem in ihrer Kulturfähigkeit begründet. Hier finden die positiv gestimmten Texte zu exotischer Literatur ihren Ort.

Freilich handeln die meisten Beiträge von Ausgrenzung: Wer ausgrenzt, überdehnt Indras Netz, bringt Maschen zum Zerreißen und wirkt Unheil, hier meist in postkolonialer Überhebung.
Wo indes eine gewachsene Kultur sich selbst entfremdet, gleich ob unter fremdem Druck oder aus innerer Schwäche, entstehen ähnliche Schäden.

So verkommt sogar in Indien Religiöses zu Leerformeln des Marketings: Auf dem 'spirituellen Markt' verkaufen fragwürdige Gurus ihren Anhängern 'knitterfreie Designerreligionen', die auch massenhaft einheimischen Zulauf finden: have an aarti, have a bite!
Allerdings überfordert der wichtige, zuerst in Indien erschienene Essay 'Götter klonen, Strichcodes lesen' Leser ohne Kenntnis des Hinduismus; zumindest hätten einige unglückliche Übersetzungen behoben werden müssen, und nachgereichte Anmerkungen wären angebracht.
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5.0 von 5 Sternen Geschulter Beobachter des Selbst und des Anderen 25. Dezember 2013
Von Lukas
Format:Taschenbuch|Verifizierter Kauf
Ich war mir nicht sicher, ob ich dieses Buch, das offensichtlich im Anschluss an den Erfolg des Weltensammlers aufgelegt wurde, überhaupt lesen wollen würde.

Es lohnt sich aber. Trojanow ist ein geschulter Beobachter eigener Regungen und fremder Kulturen. Die hier versammelten Reportagen sind sehr dicht, viel dichter als Romane. Als solche aber auch sehr realitätsbezogen, mit einem erstaunlichen Blick für Hintergründe.

Diese Fähigkeit, gepaart mit einem klaren moralischen Kompass, macht dieses Buch zu einem Lesevergnügen, das die Welt verstehen hilft. Vor diesem Hintergrund haben mir persönlich die Texte über die Konstruktion des Bali-Mythos sowie das Entstehen der modernen bulgarischen Mafia am Besten gefallen.
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