Das Buch ist sehr amüsant geschrieben und kurzweilig, ein satirisches Werk aus dem Leben eines frustierten Lehrers. Wie der Autor aber eingangs beschrieben hat, dient es seinem Seelenheil, gemäß dem lateineischen Sprichwort "ex abudantia cordis os loqidur - wenn das Herz voll ist geht der Mund über". Die wahre Wahrheit liegt wahrscheinlich zwischen "Dem talentierten Schüler und seine Feinde" und "Dem engagierten Lehrer und seine Feinde". In Österreich sind die gemeinsamen Feinde Politik und Schulaufsicht, die wiederum politisch besetzt und motiviert agiert.
Mich stört es, dass "gesudert" wird über die Rahmenbedingungen, die Schüler/innen, dem Gehalt, den Karrieremöglichkeiten,.... - jeder hat diese Fakten gewusst, bevor er den Beruf (der Begriff leitet sich eigentlich von Berufung ab) ergriffen hat.
Jeder Lehrer und jede Lehrerin hat es selber in der Hand ihren Untericht so zu gestalten, wie sie möchte, wie es ihr und den Schüler/innen gut tut - nur tun muss man es auch.
Für jene Lehrkraft, die in ein kollektives Selbtmitleid verfallen möchte dient dieses Buch sicher als Leitfaden, für alle wirklich "engagierten" Lehrkräfte ist es nur ein unterhaltsames Werk.
Dem Autor sei gesagt, wenn er so unglücklich mit seiner Berufswahl ist, sollte er wieder seinen alten Beruf ergreifen, wenn er sein Buch als Satire versteht, dann ist es wahrlich gelungen.