Schon in der Buchhandlung vertiefte ich mich in dieses Buch. Da es bei mir soviele Emotionen loslöste, packte ich es ein und las es zu Hause innerhalb von 4 Stunden in einem Stück durch.
Ich selbst - betroffen - konnte in vielen Passagen meine Emotionen nicht mehr zurück halten. Zudem fand ich es sehr spannend, das dies geschrieben wurde aus Sicht einer Angehörigen, was einem als Betroffenen ja überhaupt nicht bewusst ist. Das war auch eine schlimme Lebenserfahrung, die ich auch selbst machen musste und noch immer verarbeite bzw. versuche abzuarbeiten.
Total erschrocken war ich über Berichte und Erfahrungen und Komplikationen von Sven, die nach einem Coiling eingetreten sind. Ich lebe nun fast 2 Monate mit einem behandelten Hirnaneurysma nach einem - wie die Ärzte sagen gut verlaufendem Coiling, ich frage mich, ob auch bei mir in Zukunft noch Komplikationen in dieser Art auftreten KÖNNEN, auf die ich nicht hingewiesen wurde.
Ich bin froh, dieses Buch nach meiner Entscheidung zum Coiling gelesen habe. Wobei ich sagen muss, das ich mich immer für diese Variante entschieden hätte. Ich hatte die Alternative zwischen Coiling und Clipping.
Und man muss dazu sagen - Sven war der 11. Patient nach Einführung des Coilings. Mittlerweile ist die Medizin ja nun auch schon ein Stück weiter.
Mich würde interessieren, was heute aus Sven geworden ist. Schließlich liegen zwischen Veröffentlichung dieses Buches ja nun auch schon wieder fast 4 Jahre zurück. Ich hoffe, gut!
Für jeden empfehlenswert - ob als Angehöriger oder Betroffener.
Ich jedenfalls nehme es nicht so leicht auf die Schulter, meine nächste Kontrollangiographie wollte ich eigentlich verwehren, weil ich einfach keine Kraft mehr vespüre, noch einmal das ganze über mich ergehen zu lassen.
Mir ist aber nun bewusst geworden, wie wichtig - vor allem - die erste Nachuntersuchung ist. Ich werde sie vornehmen lassen.
Ich habe während dieser Zeit angefangen, online Tagebuch zu führen, für meine Freunde und Angehörige, da ich in dieser Zeit kommunikativ nicht mehr in der Lage war, mich und mein Befinden zu veräußern. Dies möchte ich später einmal veröffentlichen. Mal schauen, was daraus wird. Leider gibt es wie gesagt immer noch zu wenig Erfahrungsberichte hierüber, wie auch schon Frau Krupski schrieb.
Frau Krupski möchte ich danken! Sie hat nichts ausgelassen an diesem Buch, es ist hart, ehrlich und sehr verständlich und verständnisvoll geschrieben.
Liebe Grüße aus der Hauptstadt in die Hauptstadt - Steff