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Der eindimensionale Mensch: Studien zur Ideologie der fortgeschrittenen Industriegesellschaft
 
 
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Der eindimensionale Mensch: Studien zur Ideologie der fortgeschrittenen Industriegesellschaft [Taschenbuch]

Herbert Marcuse , Alfred Schmidt
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)

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Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der eindimensionale Mensch
OT One-Dimensional Man. Studies in the Ideology of Advanced Industrial Society OA 1964 DE 1967Form Sachbuch Bereich Philosophie/Soziologie
Wie kaum ein Buch hat die fundamentale Kritik der modernen Konsumgesellschaft von Herbert Marcuse die studentischen Proteste geprägt. Begriffe wie »Manipulation« und »Establishment«, die zu Schlagwörtern wurden, entstammen diesen Studien zur Ideologie der fortgeschrittenen Industriegesellschaft (Untertitel), die darlegen, warum das Leben in den fortgeschrittenen Industriegesellschaften weder wirklich frei noch gar vernünftig ist.
Inhalt: Die Rationalität des Ganzen ist selbst irrational – diese These bildet den Ausgangspunkt der Untersuchung. Der Produktionsapparat tendiert zur Totalität, zu einem Zustand, in welchem das ganze politische, kulturelle und private Leben ausschließlich unter seinen Zwecken steht.
In den Industrienationen herrscht eine Form der Unfreiheit, die von vielen als behaglich, vernünftig und demokratisch erlebt wird und die sie dennoch um ihr Dasein betrügt. Gleichschaltung und Konformitätsdruck haben die Einzelnen mit materiellen und geistigen Bedürfnissen geimpft, die in Wirklichkeit die des Produktionsapparats sind.
Das falsche Bewusstsein ist, wie die Analyse des positiven Denkens und der entqualifizierten Sprache im zweiten Teil des Buchs zeigt, gegen die Erkenntnis seiner Selbstentfremdung immun. Die Industriegesellschaft hätte die Mittel, das »Reich der Notwendigkeiten« zu ordnen, die materiellen Bedürfnisse der Hungernden zu befriedigen und den Parolen der Gerechtigkeit, Freiheit und Humanität einen substanziellen Gehalt zu verleihen. Doch sie lässt diese Möglichkeit ungenutzt und zeigt damit, dass sie, ungeachtet ihrer libertären Parolen, an der Verwirklichung realer Freiheit kein Interesse hat.
Wirkung: Marcuse stand lange im Schatten von Max R Horkheimer und Theodor W. R Adorno, den prominentesten Vertretern der kritischen Theorie. Dies änderte sich, als Marcuse 1967 nach Deutschland reiste, um Gastvorträge vor den Berliner Studenten zu halten. Während Horkheimer und Adorno die Proteste mit sehr viel Skepsis betrachteten, sah Marcuse, der sich eine Befreiung der Gesellschaft von den Außenseitern, Unterprivilegierten und Intellektuellen erhoffte, in ihnen natürliche Verbündete. Schon bald erwarb er sich den Ruf eines »Propheten« der jungen Linken. K. L.

Pressestimmen

Das stete Wirtschaftswachstum hat nach Marcuse dazu geführt, dass immer mehr Menschen am Wohlstand teilhaben. Aber zum Preis der Unterentwicklung der armen Länder. Das ist auch heute noch lesenswert.

Mit diesem Buch erreichte die Rezeption der Arbeiten Marcuses in Deutschland einen Höhepunkt; das Buch erschien gerade zum Zeitpunkt der Studentenunruhen und der sich neu formierenden Linken. Doch erfuhr es auch, eben von dieser Linken, massive Kritik. Dem Autor wurde vor allem eine zu abstrakte und zugleich romantische Parteinahme für Revolten und Freiheitsbewegungen vorgeworfen.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
50 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Lars
Format:Taschenbuch
Ich bin 23 Jahre alt und habe in diesem Alter zum 1. Male Marcuse gelesen. Mich hat beeindruckt, wie universell und wahrhaftig das Buch ist. Sein Wahrheitsanspruch dürfte sich auch gerade in der aktuellen Reformdebatte und gegenüber der jetzt ins Berufsleben einsteigenden bzw. sich für das Berufsleben qualifizierenden Generation behaupten. Sieht man mal von einigen streng zeittypischen Phänomenen ab, so hat Marcuse's Hauptwerk seine Aktualität nicht eingebüßt.
Den Menschen, der sich voll und ganz dem Produktionsapparat unterordnet, der seine Ecken und Kanten in einem selbstzerstörerischen, anti-individuellen Prozess abschmirgelt, der mainstream zum Leitmotiv seines Lebens macht (und sich noch einbildet, dies sei sein und ihr "ganz eigener" und frei bestimmter, gekorener Weg), kann jeder aufmerksame Zeitgenosse gerade an unseren Fakultäten wieder beobachten.
Gerade Intellektuelle (oder besser: im tertiären Sektor Ausgebildete) sind angesichts einer hohen Akademikerarbeitslosigkeit einem hohen Druck ausgesetzt; da ist die Versuchung groß, sich früh zu fragen: Wenn ich nun ein Produkt bin, wie genau muß ich sein, um am Markt gegen ein auskömmliches Einkommen als Gegenleistung NACHGEFRAGT zu werden?
Das führt dazu, daß Leute, die mit Fremdsprachen nichts am Hut haben Fremdsprachen lernen ("weil soft skills / basics wichtiger sind denn je"); daß Praktika bei Prestige-Unternehmen gemacht werden; das gar etwas studiert wird, was mal marktrelevant sein könnte. Für mich ist das DIE derzeitige Neurose der aktuellen Akademiker-Generation: Sich dem Rechtfertigungsdruck unter den sog. Marktgesetzen zu beugen und das eigene Ich zu verleugnen.

Daß wir die Industriegesellschaft nicht mehr haben, mag stimmen. Nur wurde sie eben nicht durch eine emanzipierte Individualgesellschaft ersetzt, sondern durch eine Dienstleistungsgesellschaft, die wie eh und jeh (oder sogar noch mehr) von Konsumdenken und selbstzerstörerischem Totalitarismus des Marktes und der Lebenswege geprägt ist. Und das sage ich, obwohl ich alles andere als ein politisch "Linker" bin...

Wer Marcuse aufmerksam liest, wird vieles von heute wiederfinden!

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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Christian von Montfort HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Marcuse (1898-1979) beschreibt eine Gesellschaft, die immer mehr gleichgeschaltet wird durch Massenkommunikation, -transport, -produktion und -konsum. Die Menschen werden dazu gebracht, einheitlich und damit eindimensional zu denken. "Wir sind eine Gesellschaft ohne wirkliche Opposition". Durch dieses Denken würden die Absurditäten unserer Gesellschaft verdeckt, u.a. würden die Menschen "in Einklang mit der Reklame" durch den im kapitalistischen System erzeugten steten Wettbewerb und Wettrüsten zu Höchstleistungen gebracht - obwohl diese Umstände letztlich dem Einzelnen schaden. "Im Hinblick darauf, was unser fortgeschrittener Lebensstandard an Mensch und Natur vollbracht hat, ist die Frage zu stellen, ob er der Opfer wert war, die seiner Verteidigung erbracht werden".

Das Buch stammt aus dem Jahr 1964, das atomare Wettrüsten und die sprachliche Vertauschung von 'Freiheit' mit 'Unfreiheit' im kapitalistischen Produktionsprozess der Konzerne waren Tagesgespräch, und das Buch war eine der argumentativen Grundlagen der 68er-Bewegung. Die Situation ist unverändert aktuell angesichts der aktuell (inszenierten) Bedrohung durch den Terrorismus und der Globalisierungsdiskussion. Literatur zu dem Thema, inwieweit die westlichen Nationen diesen Zustand selbst verschuldet haben, gibt es ja genug. Als Ausweg propagierte Marcuse letztlich die Verweigerung des Systems, wenngleich das im Buch kaum ersichtlich ist.

Wesentliches Mittel zur gedanklichen Gleichschaltung ist laut Marcuse die Sprache, und so widmet er den Großteil seines Werkes der Sprachanalytik - Richtung Orwellschem Neusprech - sowie der Wahrnehmung. Dazu bedient er sich reichlicher Zitate querbeet aus der Philosophie angefangen von den Altgriechen bis hin zu den jüngeren Franzosen. FAZIT: Marcuses Analysen erfolgen auf - vermeintlich - höchstem Niveau, und das ist hier negativ gemeint. Die Ausführungen sind sehr unzugänglich und nur mühsam nachvollziehbar. Das muss nicht sein. Der Umschlagtext (meiner Ausgabe) wundert sich noch, weshalb sich "nur Intellektuelle und Randgruppen" für das Thema interessierten: letztlich erreicht Marcuse nicht sein Ziel, der breiten Masse der Menschen ihre Einseitigkeit, Steuerbarkeit und Widersprüchlichkeit zu verdeutlichen.

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25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Marcuses "Der eindimensionale Mensch" (erstmals 1967 erschienen) beinhaltet im Kern eine kritische Gesellschaftsbetrachtung
aus der Perspektive einer marxistisch orientierten Auffassung heraus, die nicht an Brisanz und Aktualität eingebüßt hat. Zur Zeit der Entstehung begannen die fast schon "sagenumwobenen" Studentenbewegungen der 1968er und viele sahen sich durch Marcuses Werk des eindimensionlen Menschen in ihrem Handeln bestätigt, wurden vielmehr dadurch inspiriert: um eine wirksame Befreiung vom herrschenden totalitären System zu erreichen, gingen die "Revolutionäre", auf Marcuse bezugnehmend, davon aus, dass dies nur durch eine umfassende Veränderung der gesellschaftlichen Strukturen geschehen kann. Die Art und Weise, wie versucht wurde dies umzusetzen (durch Krawalle und dergleichen) entsprach aber in keiner Weise Marcuses Auffassung: die Möglichkeit, den repressiven Zustand zu beenden, sah er nur in der inneren (d.h. geistigen) Befreiung des Menschen.

Doch die tatsächliche Entwicklung ging in eine andere Richtung. Noch immer scheinen die Probleme der 68er aktuell: wenn man es recht betrachtet, so hat sich seitdem nicht viel in der Welt verändert - ein Grund mehr, Marcuses Werk wieder in die Hand zu nehmen!

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Die neuesten Kundenrezensionen
Heute wichtiger als je zuvor.
Mit seinem tiefgründigen Bericht zur Lage der fortgeschrittenen Industriegesellschaft liefert Marcuse eine glänzende Analyse des späten Kapitalismus. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Sebastian Wühler veröffentlicht
Die beste Konsumgesellschaftskritik des 20. Jahrhunderts...
Ich bezeichne Herbert Marcuse als einen der wichtigsten alternativen Autor des vergangen 20.Jarhunderts, das ist meine persönliche Meinung. Lesen Sie weiter...
Vor 11 Monaten von King veröffentlicht
Gut gemeint, aber nicht gut gemacht
Der Ansatz ist sehr interessant und in seiner inhaltlichen Tiefe, sowie der Breite vorangegangener Denker, auf die sich der Autor bezieht, sicher einzigartig. Aber...! Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von Fritz Meyer veröffentlicht
Marxistischer Schwachsinn
Die Ideen in diesem Buch sind nicht glaubwürdig. Hier wird der Mensch nach dem marxistischen Dogma immer wieder als nur ein unfreies Rad in der riesigen Gesellschaftsmaschine... Lesen Sie weiter...
Am 20. Dezember 2009 veröffentlicht
Immerhin besser als Adorno
was auffällt, Marcuse und Adorno widersprechen einander diametral. Warum die 68er es nicht gemerkt haben, wundert mich. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 12. August 2007 von Rezensent/Rezensentin
Anleitung zur Einsamkeit
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Veröffentlicht am 4. Februar 2007 von Jana Janeva
ein Muss für jeden!
auf der linken überholspur kommt man an herbert marcuse kaum vorbei. der geistige vater der revolutionären linken in deutschland (insbesondere die 68er) legte mit diesem... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. November 2005 von via_negativa
Klassiker der 68er-Bewegung
Man stelle sich eine Gesellschaft vor, die unter einer Glaskuppel lebt. Ihre Mitglieder arbeiten, schlafen, lieben und konsumieren in dieser künstlichen Welt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. März 2005 von Rolf Dobelli
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