Um ehrlich zu sein, hätte ich das Buch unter normalen Umständen nicht gelesen. Als ein Mensch, der oft als erstes auf das Cover achtet, wäre ich wohl ohne eines weiteren Blickes dran durch gelaufen. Auch weder der Titel noch der Inhalt sprachen mich irgendwie an. Doch nun kam es, dass Wolfgang Sacher, der Autor und gleichzeitig “Held” dieses Buches, mit meinem Arbeitskollegen befreundet ist, welcher mich fragte, ob ich nicht Lust hätte, dieses Buch mal bei ihm auszuleihen. Ich gab mir einen Ruck und las somit die erste Biografie meines Lebens.
Wolfgang Sacher will eigentlich nur seine Ausbildung beenden und außerdem noch eine Motocross-Karriere starten. Doch im Alter von 16 Jahren hat er einen schrecklichen Unfall, den er nur mit viel Glück überlebt. Allerdings muss sein linker Arm und seine rechten Fußzehen amputiert werden und sein Leben ändert sich drastisch. Während seines wirklich langen Aufenthalts im Krankenhaus kommen viele Momente, in denen er sein Leben einfach nur beenden möchte, da er es sich nicht vorstellen kann, mit nur einem Arm weiterzuleben. Auch als er wieder Zuhause ist fällt er in ein großes Loch. Er lebt nur noch vor sich hin und der Alkohol ist sein ständiger Begleiter. Irgendwann aber trifft er jemanden, der das gleiche Schicksal teil, wie er und beobachtet diesen dabei, wie er sich mit nur einem Arm die Schuhe bindet. Da verändert sich etwas in ihm und er merkt bald, dass man als einarmiger nicht ganz so hilflos ist, wie er vielleicht dachte. Von da an beginnt er damit, sein Leben wieder richtig zu leben. Er entdeckt das Radfahren für sich und was als Hobby begann, entwickelte sich immer mehr zu einem Element seines Lebens, das immer mehr Platz benötigt.
Sacher erzählt in diesem Buch seine Lebensgeschichte. Der Schreibstil ist jetzt nicht unbedingt so gut, wie die eines erfahrenen Autors, doch trotzdem ist es gut zu lesen. Abwechselnd erzählt er in Kapiteln mal wieder von seinem Unfall, die Zeit danach, seinen wachsenden Erfolg und dann wieder von seiner Zeit während den Paralympics 2008. Besonders die Kapitel nach seinem Unfall haben mich sehr berührt. Auch Spannung ist in dem Buch vorhanden. Man fiebert mit ihm während den Wettkämpfen mit und selbst für Leute ohne Interessen in Sport ist es durchaus interessant. Es ist erstaunlich, was dieser Mann alles erreicht hat und trotz vieler Rückschläge immer wieder aufgestanden ist. Sacher kommt außerdem noch unheimlich authentisch rüber und besonders bei solchen Szenen wie diese, als er einem schwarzen Jungen neue Teile für dessen Fahrrad gekauft hat, war er mir sehr sympatisch. Zwischendurch kamen auch noch einige Seiten mit Fotografien oder auch Interviews mit seiner Frau Sabine oder seinem Sponsor.
Interessant waren außerdem seine Erzählungen vom olympischen Dorf und all den Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen. Seien es welche, die beide Beine verloren haben oder welche, die nur ihren Finger bewegen konnten.
Fazit:
Eine wunderbare Biografie, die einem zeigt, dass nichts unmöglich ist, dass man nicht aufhören sollte, an seine Träume zu glauben. Man überlegt auch des öfteren Mal, wie man sich selbst in dieser Situation mit nur einem Arm verhalten hätte und beginnt, seinen gesunden Körper wieder mehr zu schätzen. Das Buch sollte allen Mut machen, denen es ähnlich ergeht oder die auch mit einem gesunden Körper eine Sportart ausüben und hin und wieder mit Zweifel geplagt sind. Hut ab für diese tolle Leistung!