Ach, wie menschlich und wie gekonnt erzählt dieser norwegische Romancier und Mitmensch seine Geschichten. Wie ein Skalde? Wie ein moderner Erzähler ? Wie geht er doch so kundig und vorsichtig an die Gestalten heran in seinen einzelnen Erzählungen dieses schönen Bandes. Und immer wieder ist es auch frappierend, wie genau er beobachtet, wie zärtlich er den Stift führt, wie skizzenhaft er manchmal das Netz der Verbindungen zusammenbringt und dann: aufeinmal, punktgenau zulangt. Da schlägt das Schicksal plötzlich zu, unerbittlich und so ( wie das Leben) , ist dann die Geschichte aufeinmal zuende.....
Hier in diesem wunderbaren Band zeigt uns Lars Saabye Christensen, wie er arbeitet. Und mehr noch, er bringt uns (Europäern), das nahe, was uns in der heutigen Zeit ausmacht und einander sehr ähnlich: die Einsamkeit inmitten der Menschen (obwohl das vielleicht eher nur für die Nordeuropäer gilt). Ist das nicht genug ? Ist das nicht einfach schon viel ? Nein, die Antwort müssen und sollen wir schon selbst finden (aus diesem Dilemma). Sie kann nur heißen, aufeinander zugehen soweit möglich und die Kälte dieser Zeit verändern in menschliche Wärme. Endlich sagt auch einmal jemand verständlich, was mit dem aristotelischen Denken gemeint ist (nicht nur in kultureller Hinsicht), eben der Anfang, dann die Wendung zur erhebenden Mitte hin und schließlich der Weg zu einem (hoffentlich) guten Ende. Also eine Aufforderung an uns! Wer von uns fängt an ? Dieser Band schon kann der wahre Anfang sein, der tugendsame Weg zur Mitte unseres Wesens. Ein aufrüttelndes Buch voller Hinweise für ein lebendiges Leben.