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Der dunkle Spiegel
 
 

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Der dunkle Spiegel [Audiobook] [Audio CD]

Andrea Schacht
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (44 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Sonderausgabe im Taschen-Design

Köln im Jahr des Herrn 1376. Sind die selbstbewussten Frauen des Beginen-Konvents am Eigelstein etwa Ketzerinnen und Giftmischerinnen? Die junge Begine Almut Bossart, Witwe eines Baumeisters, macht sich kühn an die Aufklärung des Giftmordes im Haus eines Weinhändlers. Doch nicht nur die Neugier treibt sie - es steht zu befürchten, dass die Inquisition sie selbst für die Tat verfolgen wird ...

Klappentext

"Ein temporeicher historischer Krimi mit viel Humor!"
Bunte

"Besonders wenn Almut mit Pater Ivo in einen verbalen Schlagabtausch gerät, wird es sehr humorvoll!"
ZDF

"Spannung bis zur letzten Zeile - Almut wird Sie begeistern!"
BILD -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Andrea Schacht, Jahrgang 1956, war lange Zeit als Wirtschaftsingenieurin in der Industrie und als Unternehmensberaterin tätig, bevor sie sich der Schriftstellerei zuwandte. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihrer Muse - Katze Mira - in Bad Godesberg. Mira übrigens stand auch Patin für `Teufelchen´, dem wir in DAS WERK DER TEUFELIN begegnen. Auch sonst lässt sich Andrea Schacht gerne von den geschmeidigen Vierbeinern inspirieren: den Ausschlag für die ebenfalls bei Blanvalet erscheinende "Ring-Trilogie" gab der Abdruck einer Katzenpfote in einem 1900 Jahre alten römischen Lehmziegel (zu besichtigen in der "Römervilla" nahe Ahrweiler!)

Auszug aus Der dunkle Spiegel von Andrea Schacht. Copyright © 2005. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Die Aprilnacht war ungewöhnlich kühl, und feuchter Dunst zog vom Fluss herauf durch die Gassen. Der Mann trug einen langen, schwarzen Umhang, dessen Kapuze sein Gesicht völlig überschattete. Er ging mit eiligen Schritten, doch bemühte er sich, keinerlei Geräusch zu verursachen, um nicht etwa einen rechtschaffenen Bürger aus seinem wohlverdienten Schlaf zu reißen. Auch auf eine Laterne hatte er verzichtet, und dann und wann musste er innehalten, um in den finsteren Gassen seinen Weg zu finden. Endlich erreichte er das Haus, welches das Ziel seines nächtlichen Ausflugs war. Die Wolke, die bisher den Mond verhüllt hatte, war weitergezogen, und das kalte Licht, das nun die graue, steinerne Hauswand erhellte, erleichterte es dem Vermummten, mit dem Schlüssel das Tor zum Hof zu öffnen. Nur ein leises Knarren verriet sein Eindringen. Vorsichtig lehnte er das Tor wieder an, verschloss es aber nicht.

In dem Geviert war es kalt, denn die hohen Mauern legten auch am Tag dunkle Schatten über die Eingänge der Gewölbekeller. Ein Frachtkarren stand an der Wand, Fässer stapelten sich daneben, bereit für die Auslieferung an wohlhabende Kunden. Der Ast eines blühenden Apfelbaums hatte es gewagt, sich vom Nachbargrundstück über die Mauer in den Hof des nüchternen Handelshauses zu neigen, doch konnte selbst sein süßer Duft nicht den säuerlichen Geruch übertrumpfen, mit dem der verschüttete Wein seit Jahrzehnten den Boden des Hofes tränkte. Über diesen Ast balancierte, vorsichtig Pfote vor Pfote setzend, ein schwarzer Kater und sah sich prüfend um. Obwohl seine Sehkraft in der Nacht um vieles besser war als die der Menschen, konnte er den Mann im Umhang kaum ausmachen. Dieser verschwand beinahe in einer der dunklen Mauernischen, nur hin und wieder hörte der Kater seinen aufgeregten Atem.

Die Zeit verstrich, weitere Wolkenschiffe zogen vor den Mond und verschluckten sein Licht, ließen dann aber wieder zu, dass es sich silbern über die Stadt und den Strom ergoss. Die Nacht erschien dem Wartenden nervenzerreißend still.

Endlich knarrte kaum hörbar die Tür, und eine weitere Gestalt schlüpfte lautlos in den Hof. Auch diese trug einen dunklen Umhang, der ein kurzes, gepolstertes Wams und eng anliegende Beinkleider verhüllte. Die Schuhe des Mannes waren aus weichem Leder gefertigt, die langen Spitzen hatte er hochgebunden, um ungehindert laufen zu können. Suchend blickte er sich um, lauschte und ging dann zielstrebig auf den Winkel zu, in dem sich der andere Mann verbarg. Dieser löste sich aus dem Schatten und trat dem Ankömmling entgegen. Flüsternd unterhielten sich die beiden eine Weile, doch besonders freundschaftlich schien das Gespräch nicht zu verlaufen. Der Vermummte gestikulierte mehrfach in heftiger Abwehr, so dass sein Umhang wie Rabenschwingen flatterte. Doch nach und nach erstarb sein Protest, wie Halt suchend lehnte er sich an die Wand und hob nur noch einmal die Hand, als wolle er den anderen beschwichtigen. Schließlich aber zog er resigniert die breiten Schultern hoch und ließ den Kopf hängen. Der andere lachte leise und flüsterte vernehmlich: "Wenn du mir also diesen kleinen Gefallen tust, wird dir und deinem Herrn nichts geschehen! Und der Erzbi schof wird's dir danken." Dann war er verschwunden, und das Tor fiel hinter ihm ins Schloss.

Der schwarze Kater, der unbeweglich unter dem Ast gesessen hatte, reckte sich und zuckte dann plötzlich zusammen, denn der Mann an der Wand strich mit einer jähen Bewegung die Kapuze vom Kopf, als ob sie ihn unerträglich drückte. Sein junges Gesicht war fahl wie das Mondlicht, und mit vor Entsetzen starrem Blick murmelte er unablässig: "Nom de Dieu, nom de Dieu, nom de Dieu ... (...) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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