Ich war acht Jahr alt (oder jung) als ich den "Dunklen Kristall" zum ersten Mal sah (als Raubkopie, ähem). Von da an lies mich der Film niemals wieder los. Monatelang war ich von den Bildern, die ich dort gesehen hatte, fasziniert, und in meinem Zimmer türmten sich Berge von Zeichnungen, die die Wesen aus dem Film und seine Welt darstellten. Das hat sich, wie gesagt, bis heute nicht verändert. Seit dem ersten Mal hat der Film nichts von seinem Zauber eingebüßt. Aber um diesen Zauber zu begreifen, muß man nicht nur den Film gesehen haben, sondern auch wissen, das Jim Henson und sein Team von Produktionszeichnern (allen voran der begnadete Brian Froud und seine Frau Wendy) und Puppenspielern (Frank Oz) in einem Zeitraum von fünf Jahren jedes noch so kleine Detail der Welt des "Dunklen Kristalls" ausarbeiteten - von Pflanzen und Tieren, Landschaften und Gebäuden, Alltagsgegenständen und sogar Musikinstrumenten, bis hin zu den tragenden Charakteren der Skeksis, Ur'ru und den Gelflingen. Und das Tollste ist: Nirgendwo ist ein einziger Mensch zu sehen. Alles spielt in einer wahrhaft eigenständigen Welt. Demnach ist der Film nicht einfach nur eine einfache Geschichte, er ist vielmehr ein Ausflug in diese Welt, in der es bei jedem erneuten Wiedersehen immer wieder hier und da neue Details und Facetten zu entdecken gibt. Die Story selbst ist bewußt einfach gehalten - es gibt die Guten und die Bösen (obwohl sich am Ende herausstellt das... - na, ich verrat's lieber nicht!), einen Helden, der die Welt retten muß (jedoch hat dieser Held die ganze Geschichte über große Selbstzweifel, was ihn sehr sympathisch macht). Aber die Hauptattraktion ist die Welt selbst, die so wunderschön, so hypnotisch, so realistisch ist, das alle anderen Filmwelten gegen sie verblaßen. Jetzt gibt es den "Dunklen Kristall" in einer digital-remastered-Version, was den optischen und akustischen Genuß noch um einiges steigert (ich weiß wovon ich rede, da ich den Film lange Jahre nur als zweitklassige Fernseh-Aufnahme besaß). Also: Unbedingt anschauen!