Der Schriftsteller Holly Martins kommt 1949 im zerbombten Nachkriegs-Wien an, um seinen alten Freund Harry Lime zu besuchen. Bei seiner Ankunft bekommt Martins mitgeteilt, daß sein alter Freund in einem Verkehrsunfall verstorben ist. Der misstrauische Buchauthor bekommt Zweifel an der all zu glatten Version des Unfalls, die ihm von den Leuten in der Umgebung geschildert wird und macht sich auf, zu erkunden, was wirklich geschah ....
Der Film ist ein Paradebeispiel für hervorragende Kameraarbeit im 4:3-Format. Der Oscar für Kameraführung, den der Film bekommen hat, ist mehr als gerechtfertigt! Mit hervorragenden Schwarz-Weiss-Kontrasten, guter Durchzeichnung und all seinem optischen Detailreichtum gehört der Film für mich zu den besten Filmen, die Hollywood bisher produziert hat. Die Durchzeichnung des Filmmaterials in dunklen Bildpartien ist teils rekordverdächtig, das Tonwertespektrum wurde von ganz schwarz bis ganz weiss fast in jeder Szene vollständig genutzt. Der Film ist der Beweis dafür, daß schon in den Vierzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts erstklassige Objektive und Filmmaterial auf den Markt war. Das stattliche Alter dieses Filmes, von über 60 Jahren, macht ihn nicht nur zu einem Zeitdokument, sodern verleiht ihm auch einen gewissen Charme, der in heutigen Produktionen nicht mehr erreicht wird.
In einigen Szenen wurde die Kamera absichtlich schräg gehalten, um die optische dynamik und Dramatik der Szenen zu erhöhen. Ein kluger Kniff. Das reichhaltige Filmkorn, daß in heutiger Zeit gerne mal als lästiges Rauschen angesehen wird, ist hier Stilmittel und gehört einfach dazu! Die fast schon gespenstische, nächtliche Kulisse des zerbomten Wiens ist allemale hervorragend zum Spannungsaufbau geeignet. Hübsche Schüsse von alten Gassen mit alten Architekturen verschaffen einen guten Eindruck davon, wie es in Wien mal ausgesehen hat. Alleine schon die alten Architekturen, die heute wahrscheinlich zum großen Teil nicht mehr stehen, sind ein Grund, sich diesen Film mindestens einmal anzusehen. :) Der optische Aufbau des Bildes ist in so gut wie allen Szenen mehr als gelungen.
Zur Blu-Ray-Disc kann ich nur sagen, daß ich mich wirklich sehr gefreut habe, wie akribisch und liebevoll dieser atmosphärische Klassiker von Zelluloid auf Blu-Ray gebracht wurde. Schon das Auspacken machte Spass, den die Blu-Ray befindet sich in einer sehr hochwertigen Hülle, die sich auch gut anfühlt. Das hat auch Anfassqualität.
Das Bild zeichnet so scharf, daß man in Nahaufnahmen kleinste Fältchen sehen kann, feine Muster auf Kleidungsstücken von nah dort stehenden Personen werden knackscharf auf den Bildschirm gebracht, die Schärfe ist bestechend! Der Ton ist nach meinem Verständnis gut gemastert und dem Alter entsprechend (über 60 Jahre) ganz exzellent auf die Blu-Ray-Disc gebracht. Klar, ein akkustisches Effektfeuerwerk kann man bei so einem alten Film nicht erwarten. Der Tiefbass ist dementsprechend (der Natur des Filmes gezollt) praktisch nicht existent, der Ton durchwachsen, aber nicht eben auch nicht übel, klar und verständlich. Für damalige Verhältnisse super! Es ist eben eher ein ruhiges Meisterwerk.
Der Film sollte in keiner Blu-Ray Sammlung fehlen. Am besten diese Arthaus-Edition. Für (Hobby-) Fotografen Pflichtprogramm. :)
Beste Grüße,
Michael. :)