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Der dritte Mann
 
 
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Der dritte Mann [Gebundene Ausgabe]

Graham Greene
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 175 Seiten
  • Verlag: Dressler; Auflage: 1., Aufl. (August 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 379153601X
  • ISBN-13: 978-3791536019
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 13 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der dritte Mann
OT The third Man OA 1950 DE 1951Form Erzählung Epoche Moderne
Graham Greenes Erzählung um den gutgläubigen Rollo Martins und seinen kriminellen Jugendfreund Harry Lime war als Vorlage für ein Filmskript ursprünglich »nicht geschrieben, um gelesen, sondern um gesehen zu werden«, wie der Autor selbst im Vorwort berichtet.
Inhalt: Handlungsort der Erzählung ist das von den Siegermächten besetzte, winterliche Wien. Der Engländer Rollo Martins erhält von seinem Schulfreund Harry Lime die Einladung, einen Artikel über das von ihm vertretene Internationale Flüchtlingsamt in Wien zu verfassen. Dort eingetroffen, sucht Martins das Haus seines Freundes auf und erfährt, dass Lime wenige Tage zuvor von einem Auto erfasst und getötet wurde. Auf der Beerdigungsfeier lernt Martins mit dem Polizeioffizier Calloway den Ich-Erzähler der Geschichte kennen. Als Calloway ihm eröffnet, dass Lime ein gewissenloser Schwarzmarktschieber gewesen sei, weist Martins, der Lime seit der gemeinsamen Schulzeit wie einen Helden verehrt, die Anschuldigungen als Verleumdung zurück.
Fest entschlossen, Harrys Unschuld zu beweisen, bemüht er sich zunächst darum, die Hintergründe des tödlichen Unfalls zu klären. Sein Verdacht, Harry sei das Opfer eines Komplotts gewesen, scheint sich anfangs zu bestätigen. Wie sich herausstellt, waren alle bei dem Unfall anwesenden Personen mit Lime bekannt gewesen. Rätselhaft bleibt jedoch vor allem, um wen es sich bei dem geheimnisvollen »dritten Mann« handeln könnte, den ein Augenzeuge bei der Leiche Harry Limes gesehen haben will, den er aber in seiner Aussage vor der Polizei nicht erwähnt hat.
Noch am selben Abend nach seiner Unterredung mit Martins wird dieser Zeuge ermordet, und Martins erkennt, in welche Gefahr er sich mit seinen Nachforschungen gebracht hat. Calloway, dem er die Ergebnisse seiner Recherchen unterbreitet, gelingt es schließlich, ihm anhand seines Beweismaterials die Beteiligung Harry Limes am Schwarzmarkthandel mit verdünntem Penicillin glaubhaft zu machen. Als ihm klar wird, dass sein bewunderter Freund für zahlreiche Todesfälle verantwortlich ist, bricht für Martins eine Welt zusammen.
Er sucht Harrys Geliebte, die Schauspielerin Anna Schmidt auf, um sie über Harrys Machenschaften in Kenntnis zu setzen. Beim Verlassen ihres Hauses sieht er im Dunkel die Gestalt eines Mannes, in dem er Lime wiederzuerkennen glaubt. Calloway, dem er von der Begegnung erzählt und der nun ebenfalls an Harrys Unfalltod zu zweifeln beginnt, fordert Martins auf, sich als Lockvogel für eine Verhaftung zur Verfügung zu stellen, doch Martins lehnt ab.
Beim Riesenrad im Prater kommt es zu einem geheimen Treffen zwischen Rollo Martins und Harry Lime. Harry, der sich der unbedingten Loyalität seines Freundes noch immer sicher sein zu können glaubt, gesteht freimütig seine Vergehen und bietet Martins eine Beteiligung an seinen Geschäften an. Harry wird in eine Falle gelockt, kann jedoch kurz vor seiner Ergreifung noch einmal entkommen. Seine Flucht führt ihn und seine Verfolger durch die Kanalisation von Wien. In der dramatischen Schlussszene dieser Verfolgungsjagd ist es Rollo Martins selbst, der dem bereits verletzten Freund den Todesschuss versetzt.
Wirkung: Insbesondere durch die Verfilmung des Drehbuchs durch Carol Reed (1906–76) im Jahr 1949 mit Orson Welles (1915–85) und Joseph Cotten (1905–94) in den Hauptrollen wurde Der dritte Mann zum bekanntesten Werk von Greene. B. S. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Kurzbeschreibung

Die berühmteste Jagd durch das Nachkriegs-Wien Wien nach dem Zweiten Weltkrieg: Auf der Suche nach seinem Jugendfreund Harry Lime wird der englische Schriftsteller Rollo Martins in einen mysteriösen Kriminalfall verstrickt. Er will nicht glauben, dass Harry in den gefährlichen Penicillin-Schmuggel verwickelt ist. Doch dann kommt es zu einem grandiosen Finale in den Abwässerkanälen der Stadt. Graham Greenes Roman lieferte die Vorlage zum gleichnamigen Film-Klassiker mit Orson Welles. Die Illustrationen von Aljoscha Blau setzen die Atmosphäre eindrücklich in Bilder um.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von weiser111
Format:Gebundene Ausgabe
Das Gemecker zuerst: Graham Greenes "Dritter Mann" lohnt zweifellos das Lesen -- aber Greene hat bessere Romane geschrieben, und die sollte man lesen, bevor man in den gedruckten "Dritten Mann" reinschaut. Was den angeht: Da geht man besser ins Kino...

Dass der "Dritte Mann" nicht Greenes bestes Werk ist, liegt ganz einfach daran, dass man hier keinen "richtigen" Roman liest, sondern eine besondere Form des Drehbuchs, oder besser: "'Der dritte Mann' [...] sollte nie mehr sein als das Rohmaterial zu einem Film", erklärt Greene im Vorwort...
Warum aber die Redaktion der "SZ-Bibliothek" ausgerechnet dieses Werk in ihre Klassiker-Reihe aufgenommen hat? Nun, ich kann nur vermuten, und da dasselbe Haus auch den genialen Film in seiner DVD-Reihe anbietet, liegt dem Ganzen wohl weniger literarische Kennerschaft als vielmehr die Hatz nach schnödem Mammon zugrunde. Schade, denn wer Greenes "richtige" Meisterwerke nicht kennt und dem Autor nun zum ersten Mal begegnet, könnte sich vielleicht wundern, warum nur der so gelobt wird.

Aber nun zum "Dritten Mann", und zwar zum Buch, nicht zum Film. Ob der Rezensent nämlich das Buch tatsächlich gelesen hat, oder ob er sich bequem auf den Film bezieht, merkt man schnell: In der Filmerzählung heißen einige Figuren noch anders, haben auch z.T. eine andere Nationalität, mancher Erzählstrang verläuft *etwas* anders als im Film, und die Geschichte geht auch *etwas* anders aus... Wenn so ein bequemer Rezensent wenigstens Greenes Vorwort gelesen hätte, wäre er gewarnt gewesen, denn hier erläutert der Autor die Gründe für die Änderungen... mit anderen Worten: Die Lektüre weniger Seiten hätte so manchem Möchtegern-Belesenen die Blamage erspart.

Und nun zur Handlung, die bis auf den Schluss im Wesentlichen mit dem Film übereinstimmt:
Rollo (!) Martins, englischer (!) Autor von Groschenromanen à la Zane Grey (!), wird von seinem Jugendfreund Harry Lime nach Wien eingeladen; es bestünden hier verlockende Verdienstmöglichkeiten. Der reichlich naive Martins trifft also ein im Dschungel des Nachkriegs-Wien, das ähnlich wie Berlin in vier Besatzungszonen und eine international kontrollierte Innenstadt geteilt ist. Die Stadt liegt in Trümmern, der Schwarzhandel blüht, Intrigen und Korruption wuchern, ein Menschenleben ist nicht viel wert. All das erfährt Martins erst nach und nach, aber zuallererst erfährt er, dass Harry Lime verunglückt sei; er komme gerade noch rechtzeitig zum Begräbnis. Und nun zerbröselt Martins' heile Welt in Rekordzeit: Nicht nur widersprechen einander die Aussagen von Harrys Freunden über dessen Tod (Komisch, alle waren sie zufällig zugegen), sondern der britische Oberst Calloway eröffnet Martins auch noch, dass sein alter Freund Lime in Penicillinpanscherei verwickelt war und den Tod Unzähliger auf dem Gewissen hat. Und dann lernt Martins auch noch Limes Freundin kennen, die Lime natürlich ein wenig anders sieht als Martins.
Ja, und dann taucht auf einmal der tot geglaubte Harry Lime wieder auf, und zwar sehr lebendig...
All diese Ereignisse erschüttern Rollo Martins mitsamt seiner Schwarz-Weiß-Weltsicht, und dass auch das Gute hässliche Kratzer haben kann, und dass die falschen Entscheidungen moralischer sein können als die richtigen, muss er auch lernen.

Erzählt wird das Ganze von Oberst Calloway, also von jemandem, der selbst einen eigenen Standpunkt vertritt im Film; wenn man so will, wird also die Perspektive gleich zweimal gebrochen: Nicht Martins erzählt, was er sieht und denkt, sondern Calloway erzählt, was seiner Meinung nach Martins sieht und denkt. Die ironische Brechung ist immer vorhanden, wenngleich kaum fassbar. Das heißt aber nicht, dass hier die vor Slapstick sprühende "Dichterlesung" Rollo Martins' zu kurz käme. Und das Beste ist, dass diese grandiose Komik nahtlos in die Erzählung hineinpasst -- solche "Rohfassungen" dürfte es nicht oft geben...
Gleichzeitig ist das ein hervorragender Trick des ausgebufften Romanciers Greene, denn eben dadurch, dass Calloway das Vorkriegs-Wien mit Fiaker, Heurigen und verwandten Klischees nicht kennt, lernt man aus der Erzählung eines Desillusionierten die Atmosphäre des Nachkriegs-Wien erst kennen, und ohne Calloways Hintergrundwissen könnte man auch die besonderen Bedingungen kaum nachvollziehen, die die Handlung erst ermöglichen: Die besonderen politischen und topographischen Bedingungen, die Einblicke in die Entwicklung des Schwarzmarktes, das bürokratische Klein-Klein zwischen den Westmächten und der Sowjetunion. Außerdem merkt man, dass Greene bestens wusste, wie es in damaligen Geheimdienstkreisen so zuging, stand er doch selbst in Diensten Seiner Majestät. Dieses Hintergrundwissen fließt unaufdringlich in die Erzählung ein, und ein weiterer Pluspunkt sind Greenes lakonischen Metaphern; wenn beispielsweise "der Stephansdom seinen mächtigen kriegswunden Turm zum Himmel empor" reckt, dann schildert das die verzweifelte Stadtruine beeindruckender als langatmige Beschreibungen, und seien sie noch so exakt.

Jetzt aber zur Gretchenfrage: Wieso lohnt sich die Lektüre eines Film-Rohmaterials, wenn doch der Film seine Vorlage nicht nur in den Schatten stellt, sondern schon fast in eine Sonnenfinsternis?
Nun, zunächst einmal natürlich deswegen, weil auch das, was ein Graham Greene als "Rohmaterial" bezeichnet, anderen Autoren gierige Augen bescheren würde. Die Erzählung ist nämlich gut.

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Wer ein wenig mehr darüber wissen will, wie ein Film wirkt, und wer sich schon einmal überlegt hat, wie ein Regisseur literarische Verfahren in einen Film bzw. in dessen Sprache "übersetzen" kann, für den ist der "Dritte Mann" auch gedruckt eine gut gefüllte Schatzkiste. Hier muss man freilich seine Erinnerung an frühere Kinobesuche hervorholen, aber das lohnt sich.
Ein paar Vorschläge: Das Buch erzählt Oberst Calloway, und der ist kein neutraler Beobachter. Den Film "erzählt" die Kamera -- aber wie? Gibt es in einer Filmerzählung konkrete, detaillierte Regieanweisungen, die nahtlos in die Erzählung integriert sind? Ja, gibt es, und zwar sehr geschickt versteckt. Natürlich muss im Buch mehr Hintergrundwissen explizit erläutert werden; einem guten Kameramann steht da ganz anderes zur Verfügung.
Und dass einige Szenen sich im Buch völlig anders lesen als im Film sehen, liegt auch auf der Hand.

Freilich, der Zwang besternter Bewertung bereitet mir Bauchweh: Gäbe es da nicht diesen genialen Film, dann fiele sie höher aus -- aber dann hätte Greene wohl aus dem Rohmaterial auch mehr erzählerische Aufmerksamkeit gewidmet.
Ein guter, spannender Thriller ist der "Dritte Mann" allemal. Aber weil es nun einmal den Film gibt, überwiegt doch das akademische Interesse am Buch. Zum Lesen hat Greene nämlich weit Besseres geschrieben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Das Buch "Der dritte Mann" ist nicht etwa ein Buch zum Film, denn es wurde direkt als Grundlage für den Film geschrieben. Zwar ist es kein Drehbuch, aber es vermitteltt die Atmoshäre des Films besser als dies bei heutigen Büchern die als Filmvorlagen dienen oft der Fall ist. Es kommt auch nicht an die Genialität des Films ran. Dazu war die geniale Besetzung der Schauspieler und die durch die geniale Regieführung und Kulisse erzeugte Filmatmosphäre einfach zu monumental. Das Buch beinhaltet auch einige Details die ihm Film nicht so zur Geltung gekommen sind, doch es lässt einen durch und durch jede einzelne Szene noch einmal miterleben, wodurch man erst versteht wie genau das Buch in den Film umgesetzt wurde. Der größte Geniestreich, mit dem der Film in die Geschichte und Legende eingegangen ist ist die finale Verfolgungsjagd im Winer Abwassersystem. Unlängst habe ich gelesen wie schwierig es war diese Szenen zu drehen und dass die Schauspieler große Überwindung gekostet den Dreh durchzustehen, aber dafür sind sie mit ihr in die Filmgeschichte eingegangen.

Zum Inhalt:
Rollo Martins, seines Zeichens Autor von Groschenromanen, wurde von seinem Jugendfreund Harry Lime eine Einladung zuteil in das zerstörte Wien der Besatzungszeit zu kommen. Dort angekommen wird ihm die Nachricht überbracht, dass sein Freund verstorben ist. Durch einige Unstimmigkeiten zwischen dem offiziellen Bericht und den Aussagen Bekannter Harrys angeregt entschließt er sich weiterzufragen. Durch Zufall erhält er eine Möglichkeit länger in Wien zu bleiben und schlägt das Angebot des Obersts Callaway, ihn nach Hause zu schicken, zu Gunsten der Ermittlungen auf eigene Faust aus. Schließlich offenbart sich ihm dass an Harrys Tod noch eine dritte Person, ein dritter Mann, beteiligt war und er nimmt die Suche auf.

Die Geschichte wird auf keine gewöhnliche Weise geschildert sondern aus zweiter Hand, von Oberst Callaway, der Rollos Berichten zufolge die Geschichte rekonstruiert und mit persönlichen Kommentaren versieht.
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22 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von junior-soprano TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
„Der dritte Mann" gehört neben anderen Bücher aus dieser Reihe der Süddeutschen Zeitung, wie etwa Schnitzlers „Traumnovelle", zu den Titeln die man nicht gelesen haben muß. Und zwar nicht deshalb weil die Bücher so schlecht wären, sondern weil die Verfilmungen so gut sind! Zum Dritten Mann fällt einem spontan die auf der Zither gespielte Melodie mit der Ohrwurmqualität ein. Das kann das Buch natürlich nicht bieten. Ernsthaft abraten kann ich deswegen nicht von diesem tollen Roman. Den Inhalt sollte jeder kennen, ob nun vom Lesen oder Sehen ist nicht wichtig. Graham Greene hat mit diesem Meisterwerk einen Krimi und gleichzeitig ein Buch über das literarische Schreiben verfaßt. Die Hauptfigur ist ein amerikanischer Schriftsteller der in das besetzte Wien reist um etwas gegen seine Geldnot zu unternehmen. Sein Freund Harry Lime, der ihn nach Österreich eingeladen und die Reise bezahlt hat ist kurz nach der Ankunft des Helden verstorben. Der Schriftsteller findet immer mehr über seinen Freund heraus. Am Ende hat er so viel Material, daß er darüber ein Buch mit dem Titel „Der dritte Mann" schreiben will. Lime war ein Krimineller, der auf dem Schwarzmarkt mit verdünntem Penicillin gehandelt hat, an dem zahlreiche Menschen entweder verstarben oder schwere Schäden erlitten. Das Schicksal seiner Opfer, wie auch das Schicksal der Menschen generell, war ihm dabei völlig gleichgültig. Das Leid gehört zum Leben, ohne Schmerz und Opfer kein Fortschritt. So lautet sinngemäß einer der besten Dialoge des Buchs. Der Spannungshöhepunkt und meine Lieblingsstelle. Die Schweiz hatte 500 Jahre Frieden und Stabilität. Und was haben sie für die Menschheit geleistet? Sie haben die Kuckucksuhr erfunden. Dieses Gespräch hat mich an vielerlei erinnert. Zum einen an Dostojewskis „Schuld und Sühne", in dem es um die Frage geht, ob es gerechtfertigt ist ein Verbrechen zu begehen um ein größeres Ziel zu erreichen, so wie Napoleons Kriege dafür gesorgt haben, den Fortschritt in Europa zu verbreiten. Außerdem wurde ich an den Film „Matrix" erinnert, in dem die Behauptung aufgestellt wird, daß sich die Menschheit in einer perfekten, harmonischen und friedlichen Welt fremd vorkommen würde. Und ja, auch das noch, selbst der Dalai Lama sagt, daß wir verkümmerten und abschlaffen würden, wenn wir nicht Feinde hätten, die uns zur Leistung antreiben. Diese und noch viel mehr Gedanken hat „Der dritte Mann" bei mir ausgelöst. Ein Krimi mit hohem Anspruch, der nachdenklich stimmt. Nachdenklich etwa auch über die Unrechtssysteme Hitlers, Stalins und all der anderen, denen ein einzelnes Menschenleben nicht das geringste bedeutete. Männer, die es mit ihrer Skrupellosigkeit zu Geld und Macht gebracht haben. Und darüber hinaus auch noch eine sexuelle Anziehungskraft auf Frauen ausgeübt haben. Das Imageproblem der guten Menschen und die Faszination des Bösen, auch das sind Themen dieses Buches. Der Schriftsteller verliebt sich in die Freundin von Harry Lime. Doch sie erwidert seine Liebe nicht und hält bis zum Schluß an dem Mann fest, von dem sie weiß, daß er böse ist. Böse, aber eben auch nur ein Mensch, noch dazu einer mit sympathischen Zügen.
Meine zweite Lieblingsstelle ist eine Lesung, die der Schriftsteller gibt. Weder weiß er etwas mit dem Begriff Existentialismus anzufangen noch kann er etwas Hochtrabendes zum Werk von James Joyce sagen. Statt dessen nennt er als sein literarisches Vorbild Edgar Wallace. Herrlich! Zum einen ein ironischer Seitenhieb auf die weltfremden, elitären Hüter der überholten und idiotischen Trennung von ernsthafter und unterhaltsamer Kunst. Zum anderen eine Verbeugung vor den Autoren, die zwar Millionen Leser haben, vor denen aber die Kritiker die Nase rümpfen. Ich bin es so leid, daß es noch immer diesen engstirnigen Kultur-TÜV gibt, der sich zum Hüter von Anstand und Moral aufspielt. Ein Kunstwerk kann im hohen Maße anspruchsvoll sein und gleichzeitig bestens unterhalten. „Der dritte Mann" von Graham Greene ist eines der besten Beispiele dafür!
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Vor 23 Monaten von faustino888 veröffentlicht
Wenn da nicht der Film wäre...
Das Gemecker zuerst: Graham Greenes "Dritter Mann" lohnt zweifellos das Lesen -- aber Greene hat bessere Romane geschrieben, und die sollte man lesen, bevor man in den gedruckten... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Januar 2008 von weiser111
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Veröffentlicht am 19. Januar 2008 von weiser111
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