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Der dressierte Leib: Kulturgeschichte des Balletts (1580-1870) (Geschichte und Geschlechter) [Taschenbuch]

Dorion Weickmann

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Kurzbeschreibung

21. Oktober 2002 Geschichte und Geschlechter
Keine dramatische Gattung hat in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit erfahren wie der Tanz. Dennoch liegen die kulturgeschichtlichen Wurzeln des klassischen Balletts weithin im Dunkeln. Erstmals wird hier die Entwicklung der Tanzkunst seit dem 16. Jahrhundert dargestellt, von der Entfaltung einer eigenen Körpersprache bis zur Professionalisierung des Tanzes. Die Libretti des romantischen Balletts und die Biografien berühmter Ballerinen entführen uns in eine Kunstwelt, die zugleich ein Spiegel der Zeit und des herrschenden Geschlechtermodells ist.

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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Pressestimmen

01.01.2003 / Damals: Der dressierte Leib "Ein empfehlenswertes Buch für alle diejenigen, die sich nicht nur von der Schönheit des klassischen Balletts bezaubern lassen, sondern die hinter die Kulissen schauen und dessen historische Entwicklung verstehen wollen."

18.01.2003 / Neue Zürcher Zeitung: Eine Kunst in Bewegung "Weickmann präsentiert wichtige, bisher kaum so übersichtlich dargelegte und quellenreich belegte Informationen über die Etablierung der Kunstform Tanz."

Der Verlag über das Buch

Geschichte einer "unnatürlichen" Kunstform

Obwohl der Tanz als dramatische Gattung in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit erfahren hat, liegen die kulturgeschichtlichen Wurzeln des klassischen Balletts weiterhin im Dunkeln. Dorion Weickmann stellt erstmals die Entwicklung der Tanzkunst seit dem 16. Jahrhundert dar.

Das Ballett ist eine tänzerische Praxis der Neuzeit, für die eine strenge Körperökonomie und hochartifizielle Körpertechnik ästhetisch kennzeichnend ist. Die einzelnen Körperteile sollten reibungslos zusammenspielen und alle kognitiven Irritationen ausblenden. Am Endpunkt dieser Entwicklung blickte der Zuschauer auf die Bühne, wo Schritte, Gesten, Mienenspiele sich vereinten, um eine abgeschlossene Erzählung zu präsentieren. Nicht die "naturwüchsige Organisation" des Körpers, sondern seine zeichenhafte Reglementierung als semiotisches ›Präzisionsinstrument‹ machten den Tanz zum theatralischen Ereignis.

Obwohl der Tanz in den letzten Jahren zunehmend von Kulturhistorikern entdeckt worden ist, blieb das Ballett dabei unbeachtet. Es fiel in die Domäne der Theaterforscher, die sich vorwiegend auf Inszenierungen, auf biographische Daten und Bühnenvorlagen konzentrierten. Dorion Weickmann schließt diese Lücke und liefert mit ihrer Studie erstmals eine geschichtswissenschaftliche Aufarbeitung des klassischen Balletts. Aus der interdisziplinären Perspektive von Sozial-, Kultur- und Mentalitätsgeschichte wird der Leib als Schnittpunkt der Gesellschaft in den Mittelpunkt der Untersuchung gestellt.

Die Autorin schildert die Entwicklung des Balletts von der Entfaltung einer eigenen Körpersprache bis zur Professionalisierung des Tanzes. Anhand der Libretti des romantischen Balletts und der Biografien berühmter Ballerinen veranschaulicht Weickmann eine Kunstwelt, die ein Spiegel der Zeit und des damals herrschenden Geschlechtermodells ist. Dabei geht sie geht von der zivilisationsgeschichtlichen Bedeutung des Balletts aus. Sie betrachtet die Tanzkunst - in Anlehnung an Norbert Elias und Michel Foucault - als Teil des Zivilisationsprozesses verstanden als zunehmende Disziplinierung des Körpers und der Sinne.


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