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Was natürlich so einfach nicht ist. Jahrzehntelang blickten die Deutschen auf blühende Landschaften. Weshalb der Staat, so Sprenger, in 50 Jahren Sonderkonjunktur die Menschen glauben gemacht habe, sie hätten einen Rechtsanspruch auf permanent steigenden Wohlstand gepaart mit einem dicht gewebten Sicherheitsnetz. Die persönliche Verantwortung wurde an der Garderobe des Staates abgegeben. Über die Jahrzehnte blähte sich der Staat zum Alleinvertreter des Bürgers auf.
Diese staatliche Machtergreifung der individuellen Lebenswelten ist für Sprenger die Wurzel allen Übels. Die Deutschen werden seit Jahrzehnten von Menschen regiert, die ihnen nicht vertrauen, nicht viel zutrauen und deshalb auch nichts zumuten. Mit der Folge: Sie haben das Vertrauen in sich verloren. Der Staat denkt, der Staat lenkt. Das Regieren reicht tief hinein in die individuelle Lebensführung. Um das zu finanzieren, sagt Sprenger, wird der Einzelne zur Ader gelassen, wo immer es geht. Erst Einkommen-, dann Vermögen- und schließlich Erbschaftssteuer. Das Ende vom Lied: Jedes Jahr arbeiten die Bürger mehr als 200 Tage für den Staat.
Kein Wunder also: Der Bürger empfindet sich als Opfer. Deshalb gibt es für ihn nur einen Ausweg. Die Freiheit und Vielfalt der Lebensentwürfe vor der zupackenden Hand des Staates zu schützen. Sein eigener Herr sein zu können, ohne die nötigende Willkür eines Anderen. Tun zu können, was man will. Auch wenn dadurch Ungleichheit entsteht. Immer noch besser, als vom Fürsorger Staat zu Tode erdrückt zu werden, meint Sprenger.
Kein Zweifel: Alles fulminant geschrieben, aber manchmal doch zu sehr im Wolkenkuckucksheim gefangen. -- Peter Felixberger
Wer RKS kennt und mag, wird seine konsequent radikal-liberale und (daher notwendig) individualistische Haltung sehr schätzen und seine Schlüsse für die je eigene politische Ambition dankbar übernehmen. Man hofft auf viele Geschwister im Geiste und auf Wirkung! Sein Ergebnis: Es liegt letzten Endes an der individuell-persönlichen Seinsverfassung, an der je eigenen Haltung (Stichwort: Selbstvertrauen), die aus der deutschen Misere führe.
... Lesen Sie weiter... ›Reformen innerhalb der bestehenden Stukturen, auch wenn es endlich einmal zu richtigen kommen würde, bringen nicht den grundlegenden Wandel zum Besseren!
Es sind radikale Änderungen erforderlich! Die Vorschläge des Buches hierzu sind nicht neu, sie sind fast ausnahmslos liberalen Ursprungs. Wobei sie nicht in ideologischer Form sondern als eigene Überzeugung präsentiert werden.
Die behandelten Themen sind der weinerlich, leidende Zustand Deutschlands, das Mißtrauen und die Bevormundung des Staates seinen Bürgern gegenüber, die Schäden durch die allgegenwärtigen, lenkenden Eingriffe des Maximalstaates und schließlich der notwendige radikale Umbau als Alternative. Was das Buch dabei besonders auszeichnet ist die sehr eindrückliche Darstellung des Autors aus den Erfahrungen als erfolgreicher Managementberater und auch als Privatmann.
Höchst lesenswert! Unabhängig davon wo man richtungspolitisch steht!
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