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Drangsalierte Jugendliche machen sich unsichtbar, um die Gefahr zu verringern, dass sie entdeckt und drangsaliert werden. Stotterer machen sich unsichtbar, um die Gefahr zu verringern, dass sie dazu genötigt werden, etwas zu sagen, das sie nicht aussprechen können. Jugendliche, deren Eltern sich ständig streiten, machen sich unsichtbar, um nicht noch mehr Streit auszulösen. Der dreifach unsichtbare Junge, das ist Jason Taylor. Mit komplexen und wagemutigen Romanen wie "Chaos" und "Der Wolkenatlas" schrieb sich der 38-jährige Brite David Mitchell zum Bestsellergaranten und wichtigsten Autoren der Insel. Jetzt legt er einen halb autobiografischen, konventionell erzählten, aber nicht weniger grandiosen Kindheitsroman nach. "Der dreizehnte Monat" berichtet in 13 Kapiteln über 13 Monate im Leben des 13-jährigen Ich-Erzählers. Jason personifiziert sein Sprachproblem, nennt es Henker und kämpft gegen Wörter, die mit N oder S beginnen. Jeder gesprochene Satz muss vorher im Kopf auf Stotterfallen gecheckt werden. Doch die Suche nach Synonymen ist oft schwer, schließlich will er nicht zu geschwollen klingen und bei seinen Kumpels als schwul gelten. Zumal er dazu auch noch ein explosives Geheimnis hat: Unter dem Pseudonym Eliot Bolivar schreibt er Gedichte für die Gemeindezeitung. Im amüsant altmodischen 80er-Sprech lässt David Mitchell seinen Helden nicht nur über das erste unglückliche Verliebtsein und Streitereien mit den Eltern erzählen. Der klassische Coming-of-Age-Kanon ist ihm nicht genug. Detaillierte Beobachtungen aus der Welt zwischen Kindheit und Pubertät spiegeln Fragestellungen, die auch diejenigen verunsichern und umtreiben sollten, die meinen, sich längst im Leben eingerichtet zu haben. (cs)
Kurzbeschreibung
1982: Es ist ein regennasser Januar in Black Swan Green, einem Dorf in der toten Mitte Englands. Jason Taylor – heimlicher Stotterer und zögernder Poet – befürchtet ein Jahr der schlimmsten Langeweile. Doch er hat weder mit einem Haufen Schulschläger noch mit köchelndem Familienzwist, dem Falklandkrieg, einem exotischen belgischen Einwanderer, einer drohenden Zigeunerinvasion oder gar mit jenen rätselhaften Geschöpfen gerechnet, die man gemeinhin Mädchen nennt. David Mitchells ebenso bezaubernder wie turbulenter neuer Roman kartographiert dreizehn Monate im Schwarzen Loch zwischen Kindheit und Adoleszenz, das Ganze im Abendrot eines heruntergekommenen Ex-Weltreichs, für dessen Bewohner der Zweite Weltkrieg immer noch nicht beendet ist. Dies ist Mitchells subtilstes, melancholischstes und lustigstes Buch – überquellend von dem Stoff, aus dem das Leben ist.
Über den Autor
wurde 1969 in Southport, Lancaster, geboren, studierte Literatur an der University of Kent, promovierte in Komparatistik, lebte dann ein Jahr in Sizilien und zog nach Japan, wo er heute an der Universität von Hiroshima unterrichtet. Er gehört zu jenen polyglotten jungen britischen Autoren, deren Thema nichts weniger als die Welt ist. Für sein Werk wurde er u.a. mit dem Llewelyn Rhys Prize ausgezeichnet.