Perlentaucher.de
Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.01.2003
Ein "Musterbeispiel dafür, wie Germanistik literaturkritisch produktiv werden kann", ist diese Pop-Literaturgeschichte für Rezensent Richard Kämmerlings, für den der unterhaltsame, aber nie flapsige Stil des Werkes auch sprachlich Maßstäbe setzt. Die Literaturgeschichte nehme ihren Ausgang von den Realismus-Debatten seit dem Ende der Achtziger Jahre und setze mit Andreas Mands "Rover"-Romanen ein. Besonders beeindruckend fand der Rezensent eine "exemplarische Detailanalyse" von Bernhard Schlinks Erzählung "Der Vorleser", in dem Baßler suggestiv die Grenzen eines realistischen Schreibens "mit hohem Plotanteil" markiere. Für den Rezensenten überzeugend kehrte der Tübinger Literaturwissenschaftler auch den häufig gegen Popliteratur ins Feld geführten Vorwurf um, "nichts als Benutzeroberflächen ohne Tiefgang" zu bieten, "indem er eine Wahrnehmung genau jener inkriminierten Oberflächen fordert, über die das zeitgenössische Bewusstsein alltäglich gleitet". Viel Respekt erlangt Autor Baßler auch mit seinen unorthodoxen, oft gegen den Meinungsstrom gefällten Urteilen über Erfolgsautoren des Genres wie Judith Herrmann oder Christian Kracht. Den "ungewöhnlichen Blick" Baßlers auf das Material erklärt der Rezensent mit dessen wissenschaftlicher Prägung durch Stephen Greenblatts "New Historicism".
© Perlentaucher Medien GmbH
Ein "Musterbeispiel dafür, wie Germanistik literaturkritisch produktiv werden kann", ist diese Pop-Literaturgeschichte für Rezensent Richard Kämmerlings, für den der unterhaltsame, aber nie flapsige Stil des Werkes auch sprachlich Maßstäbe setzt. Die Literaturgeschichte nehme ihren Ausgang von den Realismus-Debatten seit dem Ende der Achtziger Jahre und setze mit Andreas Mands "Rover"-Romanen ein. Besonders beeindruckend fand der Rezensent eine "exemplarische Detailanalyse" von Bernhard Schlinks Erzählung "Der Vorleser", in dem Baßler suggestiv die Grenzen eines realistischen Schreibens "mit hohem Plotanteil" markiere. Für den Rezensenten überzeugend kehrte der Tübinger Literaturwissenschaftler auch den häufig gegen Popliteratur ins Feld geführten Vorwurf um, "nichts als Benutzeroberflächen ohne Tiefgang" zu bieten, "indem er eine Wahrnehmung genau jener inkriminierten Oberflächen fordert, über die das zeitgenössische Bewusstsein alltäglich gleitet". Viel Respekt erlangt Autor Baßler auch mit seinen unorthodoxen, oft gegen den Meinungsstrom gefällten Urteilen über Erfolgsautoren des Genres wie Judith Herrmann oder Christian Kracht. Den "ungewöhnlichen Blick" Baßlers auf das Material erklärt der Rezensent mit dessen wissenschaftlicher Prägung durch Stephen Greenblatts "New Historicism".
© Perlentaucher Medien GmbH
Frank Schäfer, Neue Zürcher Zeitung, 30. Mai 2002
"Lesenswert und sehr lesbare Untersuchung über den deutschen Pop-Roman."
Sascha Michel, Frankfurter Rundschau, 27. Juli 2002
"Der deutsche Pop-Roman ist schon jetzt eine Art Standardwerk über die jüngste deutsche Gegenwartsliteratur insgesamt. Darüber hinaus aber trifft auf Baßler das Gleiche zu, was für die Pop-Autoren gilt: Es macht einfach Spaß, sein Buch zu lesen."
Kurzbeschreibung
Zum ersten Mal seit langer Zeit macht es wieder Spaß, deutsche Literatur zu lesen. Die jungen Autoren der sogenannten Pop-Literatur proben - auf ganz unterschiedliche Weise - einen neuen Umgang mit dem marken- und mediendominierten Erscheinungsbild unserer Gegenwart. Sie schreiben das kulturelle Archiv dieser Gegenwart fort und um (Andreas Mand), analysieren einzelne Aspekte davon (Thomas Meinecke) oder bewegen sich souverän im Netz seiner Enzyklopädien und Sprachspiele (Benjamin von Stuckrad-Barre). Das öffentliche Thema der 90er Jahre: Erinnerung, Fortbestand der Altlasten deutscher Geschichte in der Berliner Republik, wird von dieser Generation vermieden oder auf neue Weise angegangen (Thomas Brussig). Die Qualität dieses Erzählens zeigt sich im Kontrast zur zeitgleichen E-Literatur (Handke, Hilbig, Müller) und zum sogenannten Neuen Erzählen (Bernhard Schlink). Was dabei herauskommt, mag (wie die Kriminalromane von Wolf Haas) Pop sein und vor allem Spaß machen, darf aber darum in der Stringenz seiner literarischen Verfahren nicht unterschätzt werden.
Über den Autor
Moritz Baßler ist Assistent am Lehrstuhl für Neueste deutsche Literatur in Rostock. Veröffentlichungen vor allem zur Literatur der Klassischen Moderne (u.a. Die Entdeckung der Textur, 1994) und zur Literaturtheorie (New Historicism, Hrsg. 1995).