Tilman Allert befasst sich in diesem Buch mit der Pervertierung des Grußes in Deutschland während der NS- Zeit. Dabei geht er zunächst ausführlich auf die Bedeutung eines Grußes im Allgemeinen ein, welcher jeder Begegnung eine Form verleihen und vor allem dokumentieren soll, wie eine Beziehung untereinander wahrgenommen wird.
Beim sogenannten Nazi-Gruß ging es wohl primär darum, sich bereits während der Grußhandlung dem fiktiv immer anwesenden "Führer" unterzuordnen. Wer sich verweigerte hatte mit erheblichen Strafen zu rechnen. Wann wurde dieser Gruß internalisiert, sprich innerlich aufgenommen? Was gibt es hinsichtlich der Geltungsweite und Allgemeingültigkeit der marionettenhaften Geste anzumerken? Und weiter: War der Hitler-Gruß möglicherweise ein verkleideter Schwur? Diese Fragen beantwortet Professor Allert ausführlich und zeigt dadurch dezidiert, wie die Urform humanen Austausches zur Strecke gebracht worden ist.
Man sollte sich aufgrund des betont trögen Stils des Autors nicht vom Lesen seiner bemerkenswerten Untersuchung abhalten lassen. Der Inhalt ist wirklich hochinteressant, denn er macht deutlich, wie subtil bei Gehirnwäsche vorgegangen werden kann!