Es sollte aber nicht das einzige sein, was man dazu liest. Dafür ist es bisweilen zu mangelhaft. Doch fangen wir einmal mit den Vorteilen desselben in Listenform an.
1. Die Sprache: Sie gefällt mir sehr gut. Zimmermann gelingt es immer wieder, komplexe soziale und juristische Sachverhalte leichtverständlich darzustellen. Er schreibt sehr anschaulich, so das es dem Leser gut gelingt, sich in das Geschehen der damaligen Zeit hineinzuversetzen.
2. Die Schilderung des tatsächlich Gewesenen: Wohl das Beste an diesem Buch. Er beschreibt den Aufstand im Württembergischen 1476, den Bundschuh, den armen Konz, die Machenschaften des württembergischen Herzogs Ulrich, die Aufstände in Würtemberg, in Frankenhausen und zu guter letzt die Erhebungen im Salzburger Land. Dabei beschreibt er die grausame Rachsucht der Herren ebenso ausführlich wie die unrühmliche Neigung der Bauern, Klöster, Schlösser und Burgen komplett zu zerstören. Sehr gut ist auch seine Analyse darüber, warum der Aufstand letztendlich scheiterte. Erhellend sind auch seine Schilderungen zur sozialen und wirtschaftlichen Lage der Bauern, welche letztendlich zu den Aufständen führten.
Kommen wir jetzt zu den Nachteilen des Buches, von denen zweie besonders hervorstechen:
1. Wer ein 800 Seiten dickes Buch zum Thema Bauernkrieg liest, erwartet mit Recht eine ausführlichere Darstellung der Folgen des Selben für die Bauern und Deutschland. Fehlanzeige. Zimmermann schweigt sich dazu großenteils aus.
2. Die mangelnde Fähigkeit Zimmermanns, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden. Seitenlange Berichte über das Brechen und Plündern von Schlössern, Burgen und Klöstern und das Vorbringen von Beschwerden nach dem immer gleichen Schema sind auf Dauer einfach ermüdend. Hätte Zimmermann das Schema davon in einigen Fällen ausführlich erläutert und in den anderen Fällen auf dieses Schema verwiesen, so hätte man das Buch locker in 700 statt 800 Seiten schreiben können.
Trotz dieser Mängel ist es ein lesenswertes Buch zum Thema. Das Vorhaben, eine umfassende Darstellung zum Thema zu schreiben, ist Zimmermann letzten Endes gelungen. Wer dazu bereit ist, viel Zeit zu investieren, wird mit einer etwas mangelhaften, aber sehr ausführlichen Darstellung zum Thema belohnt, in der besonders die genaue Darstellung des tatsächlich Gewesenen bemerkenswert ist.