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Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion: "Unternehmen Barbarossa" 1941
 
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Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion: "Unternehmen Barbarossa" 1941 [Broschiert]

Gerd R. Ueberschär , Wolfram Wette
2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Weitverbreitet ist die Annahme, daß Hitler der Sowjetunion den Krieg erklärt habe, weil Stalin seine Truppen an der Westgrenze mobil gemacht hätte. Mitarbeiter des renommierten Militärgeschichtlichen Forschungsamtes in Freiburg zerstören die Legende mit diesem Buch. Sie weisen nach, daß Hitler im Gegenteil den Krieg gegen die Sowjetunion spätestens seit 1933 planmäßig vorbereitet und schließlich aus eigenem Antrieb am 22. Juni 1941 vom Zaun gebrochen hat. Freilich handelt es sich nicht allein um den klassischen Fall eines Aggressions- oder Angriffskrieges, sondern, da er unter Brechung sämtlicher Regeln des Kriegsvölkerrechts geführt wurde, um einen von rasseideologischen und machtpolitischen Motiven gleichermaßen geprägten Vernichtungskrieg. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Autorenportrait

Wolfram Wette, geboren 1940, studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Philosophie, 1971 Dr. phil., 1991 Habilitation, 1971-1995 am Militärgeschichtlichen Forschungsamt (MGFA) in Freiburg i. Br.; seit 1998 apl. Professor für Neueste Geschichte am Historischen Seminar der Universität Freiburg i. Br.. Mitbegründer und mehrfach Sprecher des Arbeitskreises Historische Friedensforschung (AHF), Mitherausgeber der Reihe "Geschichte und Frieden" und des Jahrbuchs "für Historische Friedensforschung -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
....ist dem andern sin Nachtigall".

Um es gleich vorweg zu sagen: das Buch von Gerd R. Ueberschär (und anderen Autoren aus dem Umfeld des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes in Freiburg) ist ein Handbuch, "wie man es sich wünscht" (Eberhard Jäckel), verfaßt von militärhistorischen Fachleuten für militärhistorische Fachleute. Für diese Klientel bietet das "Standardwerk" alles, was das Herz begehrt. Zum sogenannten "Unternehmen Barbarossa" bietet das Buch Einblicke in die Lebensraumtheorie der Nazis, erläutert, wissenschaftlich fundiert, die propagandistische Begleitmusik des Unternehmens, erörtert das Unternehmen Barbarossa als Prototypen eines wirtschaftlichen Raubkriegs, kontempliert die Behandlung der sowjetischen Kriegsgefangenen während des Krieges, stellt die Ungeheuerlichkeiten der Judenvernichtung im "Kontext" dar, und so weiter, und so fort.

Warum dieser Krieg nicht unterbleiben konnte allerdings, warum also die Militärs sich nicht von Anfang an widersetzt haben, dazu sagt das Buch so gut wie nichts.

Für die Hand des Fachhistorikers ein sicher "handbücherliches" Unternehmen, auf das er immer wieder, im Zusammenhang mit seinen eigenen Forschungen, zurückgreifen wird und muß. Für den Laien (wer wäre schon gerne Experte im Umfeld von verbrecherischen Raubkriegen, angezettelt von größenwahnsinnigen Diktatoren, wie sie im glücklicherweise zuendegegangenen 20. Jahrhundert an der Tagesordnung waren?) ist das Buch so gut wie: ungeeignet. Wer sich ein präzises und zusammenhängendes Bild darüber verschaffen will, was die "Geschichte" des Unternehmens Barbarossa, des Russlandfeldzugs der Nazis, gewesen ist, und was sie an Einzelheiten zusammengehalten hat, ist hier ausgesprochen schlecht bedient.

Im Gegensatz zu vielen ihrer englischsprachigen Kolleginnen (angefangen bei der unerreichten Barbara Tuchman, aber bei ihr lange nicht zu Ende) und Kollegen sind deutsche Fachwissenschaftler eben ausschließlich Wissenschaftler, und ein Ausflug in die "Niederungen" dessen, was auch ein Laie als interessante, spannende und literarisch anspruchsvolle Lektüre verstehen und wertschätzen würde, schließt sich bei deutschen Wissenschaftlern als populärwissenschaftlich und damit nicht eigentlich standesgemäß aus. Deutsche Wissenschaftler bleiben eben am liebsten unter sich, sie erzählen nicht eine Geschichte (im doppelten Wortsinn), sondern reflektieren nur deren Nuancen und querverweisen auf sonstige Feinheiten, die den Laien nun mal nicht viel weiterbringen. Hinzu kommt leider, daß sich unter den deutschen (historischen) Publizisten eben auch, inzwischen bedenklich allzu lange, keine so herausragenden Schriftsteller und Erzähler wie beispielsweise Reinhold Schneider, Golo Mann oder Sebastian Haffner, aber nicht nur diese, mehr zu erkennen gegeben haben.

Wer sich als Laie einen spannend erzählten und mitreißenden Einblick in das sogenannte Unternehmen Barbarossa, den ungeheuerlichen Überfall der Nazis auf die Sowjetunion, verschaffen möchte, sollte sich um dieses Buch keine weiteren Gedanken machen. Für solche Leser allerdings, die zweifellos ja auch von der Publizistik "bedient" zu werden verlangen können, wäre die dreibändige, ebenso mitreißende wie historisch ebenfalls unanfechtbare Romantrilogie "Moskau - Stalingrad - Berlin", des zu Unrecht fast vergessenen Autors Theodor Plievier, unmittelbar nach dem Ende des II. Weltkriegs in deutscher Sprache erschienen (und über Amazon noch aufzuspüren), die weitaus lohnendere Lektüre. Wer diese Bücher einmal gelesen hat, wird nie wieder von ihnen loskommen, und er wird ebenfalls alle relevanten Fragen in Zusammenhang mit dem "Unternehmen Barbarossa" (und wie es sein Ende fand) detailgenau beantwortet finden.

Andererseits (und wie schon gesagt): dem einen sin Uhl ist dem andern sin Nachtigall.
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22 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Das vorliegende Buch ist eine Neuauflage des Buchs "Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion. "Unternehmen Barbarossa". Im Kernpunkt gehen die Autoren dieses Readers der Frage nach, unter welchen Voraussetzungen Hitler zum "unabänderlichen Entschluss" die UdSSR im Jahr 1941 anzugreifen.

Mit ihren Beiträge beleuchten Sie die unterschiedlichen Dimensionen, die im Rahmen des Angriffs Hitlers auf die UdSSR eine Rolle gespielt haben.

Im einzelnen liegen folgende Beiträge vor:
Ueberschär: Hitlers Entschluß zum Lebensraum-Krieg im Osten. Programatisches Ziel oder militärsrategisches Kalkül?
In diesem sehr interessanten Beitrag zeigt Ueberschär eindringlich die Genese der Konzeption bei Hitler vom "Lebensraum im Osten". Er bietet die wichtige Grundlage für das Verständis der Handlungen Hitlers. Im einzelnen beschreibt er die unterschiedlichen Phasen, aber vor allem auch die Konstanz der Idee, die sich wie ein Roter Faden durch die teilweise opportunistische Machtpolitik Hitlers in den dreißiger Jahren hindurchzieht. In Anlehnung an die Argumentation von Hillgruber gelingt es ihm plastisch, die hitlersche Idee, formuliert in "Mein Kampf" (aus der Mitte der zwanziger Jahre) eines unausweichlichen Konflikts mit der Sowjetunion darzustellen.

Wette: Die propagandistische Begleitmusik zum deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941
Der Beitrag von Wette gibt einen Einblick in die Bedeutung der psychologischen Vorbereitung des Krieges gegen die Sowjetunion. Dieses war erforderlich geworden durch die Hinwendung Hitlers im Rahmen des Hitler-Stalin-Pakts aus dem Jahr 1939 und dem Bündnis mit der UdSSR. Hitler mußte seinem Militär und noch in stärkerem Maße, trotz einer vorhandenen anti-bolschewistischen Mehrheitsmeinung, auch der deutschen Bevölkerung die Notwendigkeit eines weiteren Waffengangs erklären. In diese Phase intensiver goebbelscher Propaganda fällt die Geburt der "Präventiv-Kriegs-Lüge". Sie wies nicht nur der Sowjetunion die Rolle des Angreifers zu, sondern stilisierte zudem Hitler zum Retter Deutschlands bzw. ganz Europas.

Auf dieser Propagandalüge von Goebbels basiert im wesentlichen die argumentative Quelle der heutigen, nicht selten rechtsextremen, Revisionisten (beispielsweise kann man J. Hoffman nicht ohne weiteres, trotz eines ungeschickten Verhaltens, dieser politischen Gruppierung zuordnen)

Lehmhöfer: Gegen den gottlosen Bolschewismus. Zur Stellung der Kirchen zum Krieg gegen die Sowjetunion.

Ueberschär: Das Scheitern des Unternehmens Barbarossa. Der deutsch-sowjetische Krieg vom Überfall bis zur Wende vor Moskau im Winter 1941/42.
In diesem Beitrag beleuchtet Ueberschär die Planung, die Durchführung und die Gründe für das Scheitern der Wehrmacht vor Moskau im Winter 41/42. Interessant ist dieser Beitrag vor allem auch deswegen, weil er die "innere Zerrissenheit" der strategischen Konzeption von "Barbarossa" verdeutlicht und die Rivalität zwischen Hitler inkl. OKW und Halder inkl. OKH beschreibt.

R.D. Müller: Das Unternehmen Barbarossa als wirtschaftlicher Raubzug
Ein ausgesprochen wichtiger Beitrag für das Verständnis der Ziele des "Lebensraums im Osten". Müller stellt die Zielsetzungen des Ausbeutungs- und Vernichtungsfeldzuges dar und erläutert anhand zahlreicher Tabellen ihre mehr oder minder erfolgreiche Umsetzung.

An seiner Darstellung wird zudem ein Strukturmerkmal nationalsozialistischer Herrschaft deutlich, die Rivalität der beteiligten Stellen bzw. Ämter.

Streit: Die Behandlung der sowjetischen Kriegsgefangenen und völkerrechtliche Probleme des Krieges gegen die Sowjetunion

Hillgruber: Der Ostkrieg und die Judenvernichtung
In den Beiträgen von Streit und Hillgruber wird der Umfang des geplanten Vernichtungskrieges deutlich. Das betraf zum einen gezielt die Behandlung der Soldaten der Roten Armee. Aber auch die schnell einsetzende Vernichtung der jüdischen Bevölkerung in den von der Wehrmacht besetzten Gebieten.

In diesem Zusammen beleuchten sie zudem die gezielte Indoktrination, der die Wehrmacht zunehmend unterworfen war, um einen Krieg zu führen, der sich von völkerrechtlichen und allgemeinen moralischen Grundsätzen losgelöst hatte. Ein Aspekt, der auch auf den unterschiedlichen Widerstand aus der Wehrmacht zu erklären ist.

Sywottek: Die sowjetische Kriegszielpolitik im zweiten Weltkrieg 1941-1945.
Von Sywottek wird eine sehr informative Analyse der sowjetischen Innen- und Außenpolitik vorgenommen. Er differenziert wohltuend kompetent zwischen ideologischem Getöse, das dem totalitären sowjetischen System inhärent war und seiner pragmatischen Machtpolitik.

Messerschmidt: Der Kampf der Wehrmacht im Osten als Traditionsproblem.
Er beleuchtet das Dilemma, dass sich das Traditionsproblem innerhalb der Bundeswehr, im Rahmen der "Inneren Führung" nur langsam entwickeln konnte. Nicht zuletzt liegen die Gründe für die langsame und geringe kritikorientierte Entwicklung des Traditionsverständnisses auch in dem nur langsamen Prozess, einer kritischen Adaption durch die bundesrepublikanische Gesellschaft, begründet.

Besonders zu erwähnen ist die Aufbereitung relevanter Dokumente zum Vernichtungskrieg im Osten durch Ueberschär. Dokumente, die in der "nüchternen" Sprache von Technokraten oder von Militärs die Zielstrebigkeit und den unbedingten Wille zum Erfolg bzw. zur Vernichtung verdeutlichen.

Eine weitere sinnvolle Ergänzung bieten die kommentierten Literaturhinweise von Ueberschär, die ein gezieltes Weiterlesen für den interessierten Leser ermöglichen. Kritisch anzumerken sei, dass Verweise auf wichtige Bücher aus dem angloamerikanischen Bereich nicht erfolgen.

Insgesamt gehört dieses Buch zu den seriösen Standardwerken über Hitlers Angriff auf die Sowjetunion. Und es wird in diesem Buch deutlich, wie ideologisch eingefärbt und realitätsfern die Versuche rechtsextremer Revisionisten anmuten, die Schuld von Hitler an diesem Angriff zu relativieren und Hitler zum Verteidiger der abendländischen Kultur zu stilisieren.

[Rezension basiert auf der vorherigen Fassung des Buches, ist aber inhalltich gerechtfertig durch die relativ geringen Änderungen der Neuauflage]
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12 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Es lebe das Dogma ! 5. November 2011
Von Osorno
Format:Broschiert
Langatmige Aufbereitung des alten Dogmas vom deutschen Überfall auf die friedliebende Sowjetunion.
Am ehesten wird stattdesssen das Buch von Andreas Naumann über das Unternehmen Barbarossa der Sache gerecht,ob es nun ein Überfall,Präventivkrieg oder etwas ganz anderes war .
Wer Naumann gelesen hat weiss auch warum Überschär und Wette so überholte Thesen noch im Jahr 2011 in einem neuen Buch schreiben (mussten).
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