Mack Megaton führt ein ruhiges Leben. Als Taxifahrer in Empire City verdient er sich seinen Lebensunterhalt, besucht regelmäßig seine Therapiesitzungen und versucht, ein guter Bürger zu sein. Klingt normal, ist es aber nicht...
Denn Mack ist kein Biologischer (Mensch oder Mutant), nein, er ist eine ehemalige, 2,13 m große Killermaschine von 716 Pfund. Er ist ein Automatischer, ein Roboter. Sein größtes Ziel ist es, den Status eines geeigneten Staatsbürgers zu erhalten, denn er hat sich geistig von seinem Erbauer gelöst und entwickelte einen eigenen Willen. Noch 46 Monate, 6 Tage, 4 Stunden und 22 Minuten dauert seine Bewährungszeit, nach der er hoffentlich endlich ein vollwertiger Robo sein wird. Und so befolgt er auch den Rat seiner Therapeutin, soziale Kontakte zu knüpfen, statt abends in seiner dunklen Wohnung ohne Fenster nur seinen Akku aufzuladen.
Der erste Schritt ist getan, denn Mack pflegt regelmäßigen Kontakt mit seiner Nachbarin Julie, die ihm allmorgendlich seine Fliege bindet, da seine Feinmotorik zu wünschen übrig lässt. Eines Tages scheint Julie jedoch anders als sonst. Mack folgt ganz unroboterhaft seinen Instinkten als sein Intuitionssimulator anschlägt und entdeckt, dass Julies Familie von einem vierarmigen Schurken bedroht wird. Mack kann ihn verjagen, stößt damit allerdings nicht auf besondere Begeisterung der Familie. Nur April, Julies achtjährige, hellsichtige Tochter, scheint seltsam anhänglich. Kurze Zeit später sind die Bleakers allerdings verschwunden. Entführt!
Mack macht sich auf die Suche, schmeißt seinen Job als Taxifahrer hin und wird langsam, aber sicher ein waschechter Detektiv, ganz im Stile der 50er Jahre...
A. Lee Martinez hat erneut eine Geschichte zu Papier gebracht, die die Lachmuskeln stark strapaziert. Ich-Erzähler Mack Megaton schildert auf trockene und sehr sachliche Art seine Erlebnisse, die durch seine natürlichen Defizite im emotionalen Bereich oft zu komisch wirken. Erneut setzt Martinez auf Klischees, wie er es bereits in "Diner des Grauens" eindrucksvoll demonstrierte. Dieses Mal hat er sich den Film noir als Vorlage gewählt.
Ein etwas kauziger Privatdetektiv mit einem ebenso kuriosen Freund, hier einem gutmütigen Gorilla, ermittelt auf ziemlich unkonventionelle Art in einem Kriminalfall. Die heiße Blondine darf natürlich ebenfalls nicht fehlen und hat hier als die intelligente Ingenieurin Lucia Napier ihren Auftritt. Ein scharfsinniger Polizist, der bisweilen helfend einspringt, fiese Gangster und Martinez' Humor runden das Ganze ab. Eingebettet in eine fantastische Welt, voller bunter Mutanten und Aliens, außergewöhnlichen Maschinen und erstaunlicher Wendungen entsteht so eine fesselnde Story mit besonderem Charme.
Sprecher Oliver Rohrbeck geht ganz in der Geschichte auf und schafft es wieder einmal, jeder Figur eine ganz eigene Persönlichkeit zu verleihen. Seine hörspielartigen Lesungen ziehen auch Neu-Lauscher in ihren Bann und garantieren stets kurzweilige, amüsante Unterhaltung.
Lauschgut der besonderen Art, für Liebhaber von klassischen Detektivstorys, aber auch für Science Fictions-Fans.