Der Vorzug dieses großformatigen Buches liegt in seinen zahlreichen, hierzulande selten gezeigten Fotografien aus der Zeit des Bürgerkrieges. Vervollständigt durch einige zeitgenössische Gemälde, machen sie das Buch zu einer wertvollen historischen Dokumentation. In informativen, eindrucksvollen Bildern wird der Geist einer längst untergegangenen Welt heraufbeschworen.
Der amerikanische Bürgerkrieg war das erste große geschichtliche Ereignis, das so umfassend fotografisch festgehalten wurde. Zu jener Zeit, in der Mitte des 19. Jahrhunderts, vollzog sich die "umwälzendste Neuerung in der Geschichte der bildlichen Überlieferung: die Anfänge des Fotografierens". Und so werden wir, wie der Autor sagt "zu Zeitgenossen des Geschehenen, die Gesichter verlorener Generationen blicken uns an, ohne dass der Stift oder Pinsel und damit die Persönlichkeit eines Künstlers vermittelnd dazwischen träte. Auge in Auge stehen wir dem Gegenstand aller Geschichte, dem handelnden und leidenden Menschen gegenüber, spüren das Individuelle und das Typische, das Verbindende und das Trennende. Das Foto ist geronnene Zeit, ein kleiner vergeblicher Sieg über die Vergänglichkeit."
In klarer, anschaulicher Sprache bietet das Buch einen Überblick über das Amerika der Vorkriegsära, geht auf die unterschiedliche Entwicklung der Nord- und Südstaaten ein und erklärt den daraus entstehenden, sich allmählich verschärfenden Konflikt, der schließlich im Streit um die Abschaffung der Sklaverei gipfelte, zur Sezession der Südstaaten und letztendlich zum Bürgerkrieg führte. Angereichert mit vielen wissenswerten Details, wird der Verlauf des Krieges in all seinen Aspekten bis zum Ende beschrieben, als es wenige Tage nach der Kapitulation des Südens unter General Lee zur Ermordung Präsident Lincolns kam.