Noch heute scheiden sich die Geister an dem legendären Monarchen. Einigkeit herrscht in Bezug auf das große Interesse an seiner Person. Doch was ist es, das Friedrich den Großen so faszinierend macht? Anhand persönlicher Aussagen von Prominenten aus Geschichte und Gegenwart erzählt Tom Goeller die Biographie einer der schillernsten Figuren europäischer Geschichte.Mit Friedrich dem Großen (1712 - 1786) stieg Preußen in den Kreis der bedeutenden Mächte Europas auf. Obwohl Philosoph, führte er nach eigenen Angaben Kriege "aus Übermut". Henry Kissinger bescheinigt ihm "skrupellose Diplomatie". In der DDR 1950 vom Sockel gestürzt, befahl Erich Honecker 1980 seine Rehabilitation. Richard von Weizsäcker schwärmt von Friedrichs "einsamen Auseinandersetzungen zwischen Macht und Geist, die zu den kostbarsten Gütern deutscher Geschichte gehören". Tom Goeller lässt den "Alten Fritz" in einem neuen Licht lebendig werden, indem er historische Zeugnisse neu interpretiert und Prominente über die Bedeutung dieses Königs für die Gegenwart befragt.
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Produktbeschreibungen
Der Verlag über das Buch
Mit Friedrich dem Großen (1712-1786) stieg Preußen in den Kreis der bedeutenden Mächte Europas auf. Obwohl Philosoph, führte er nach eigenen Angaben Kriege »aus Übermut«. Henry Kissinger bescheinigt ihm »skrupellose Diplomatie«. In der DDR 1950 vom Sockel gestürzt, befahl Erich Honecker 1980 seine Rehabilitation. Richard von Weizsäcker schwärmt von Friedrichs »einsamen Auseinandersetzungen zwischen Macht und Geist, die zu den kostbarsten Gütern deutscher Geschichte gehören«. Tom Goeller lässt den »Alten Fritz« in einem neuen Licht lebendig werden, indem er historische Zeugnisse neu interpretiert und Prominente über die Bedeutung dieses Königs für die Gegenwart befragt.
Über den Autor
Tom Goeller ist freier Journalist und lebt in Berlin. Von 2004 bis 2010 berichtete er für »The Washington Times« und »Egypt Today« aus Deutschland. Zuvor war er jahrelang Amerika-Korrespondent für die Zeitung »Das Parlament«. Goeller ist gefragter TV-und Rundfunkkommentator zu aktuellen Themen der internationalen Politik, u.a. beim Deutschlandfunk und der Deutschen Welle. Im Jahr 2004 wurde er von der lateinamerikanischen Nachrichtenagentur AIP aufgrund seines »exzellenten Journalismus« zu den Top Ten seiner Zunft gezählt.
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Goeller unternimmt es, Friedrich II als König des Volkes zu zeichnen. Ein gewagtes Unterfangen, aber ein lohnendes. In einer Zeit, in der unsere europäischen Nachbarn sorgenvoll auf die Berliner Regierung blicken und über das anmaßende Geschwätz mancher Politiker die Köpfe schütteln, tut es gut, wenn Goeller jenen Preußenkönig entdämonisiert, der als Inbegriff deutscher Machtansprüche gilt. Nicht der preußische "Militarist" ist sein Friedrich, sondern der Zeitgenosse der amerikanischen Revolution, der aufgeklärte Monarch, der täglich 16 Stunden für sein Volk arbeitete, der den Bauern die Kartoffeln nahebrachte, der 120 Bücher schrieb und sich um das Schicksal der Mütter kümmerte, die ungewollt schwanger wurden. Kurz und gut: Goeller beschreibt einen "Alten Fritz", mit dem sich auch das demokratische, friedliche und fröhliche Deutschland des Jahre 2012 wird identifizieren können!
Wer Tom Goeller bei seinen Lesungen und Vorträgen erlebt, wie zum Beispiel am 7. Dezember 2011 in der Landes- und Zentralbibliothek in Berlin, spürt, sieht und hört die Begeisterung des Autors für sein Thema "Der Alte Fritz". Dieser Enthusiasmus springt leicht auf das Auditorium über, da Goeller es versteht, Geschichte so zu erzählen, wie man sie sich immer im Schulunterricht gewünscht hätte: fundiert UND spannend. Wie seine Vorträge, so auch seine Biographie über Friedrich den Großen. Als Journalist hat er offenbar gründlich die Fakten recherchiert, hält sich aber mit eigenen Stellungnahmen weitgehend zurück. Er lässt andere sprechen. Friedrich wird aus eigenen Werken weidlich zitiert, ebenso zahlreiche Zeitgenossen, darunter natürlich der berühmte Philosophen-"Freund" Friedrichs, Voltaire. Über Goethe und Schiller bis hin zu den unsäglichen Schwärmereien über "den großen König" in den Tagebüchern von Goebbels führt uns der Autor bis in die Zeit der DDR. So zitiert Goeller aus einem seltenen Interview Erich Honeckers über die Bedeutung Friedrich II. von Preußen für die DDR. Über die Bedeutung Friedrichs für heute hat er sich mit namhafter Kollegen und Zeitgenossen unterhalten, darunter befinden sich z.B. Alfred Grosser und Gregor Gysi. Der Autor hat damit in der historischen Biographienschreibung über Friedrich den Großen völlig neue Wege beschritten, klärt den Mythos um ihn nachvollziehbar auf und, was vielleicht am Wichtigsten ist: Er regt die Leser zum Nach- und Umdenken über Friedrich II. an. Alleine dieser Aspekt lohnt bereits die Lektüre.
... ist die Biographie "Der Alte Fritz. Mensch, Monarch, Mythos" des amerikanischen Journalisten Tom Goeller. Goeller wird seinem Anspruch "... den Blick von außen hervorheben..." und dazu beitragen "...Den Mythos des "alten Fritz" aufzuklären und seine wahre Größe zu ergründen..." (Einleitung S. 12) meiner Ansicht nach nicht gerecht. Auch der Klappentext "... Eine brillant geschriebene Biographie, die die zahlreichen Facetten des legendären Monarchen auf unterhaltsame Weise präsentiert. Tom Goeller verbindet historische Belege mit zeitgenössischen Ansichten und liefert damit eine maßgebliche Quelle über den "Alten Fritz"..." trifft nur im Punkt der Unterhaltung zu, weder liegt der Schwerpunkt auf der brillanten Darstellung noch ist dieses Buch als maßgebliche Quelle über Friedrich den Großen zu bezeichnen. Durch die Aneinanderreihung von Anekdoten, Gerüchten und phantasievollen Geschichten über amouröse Abenteuer Friedrich des Großen will Görich augenschienlich seine Leser amüsieren. Die bedeutenden Biographien der Historikerzunft, wie die Werke von Gooch, Schieder, Duffy und Kunisch hat der Autor sämtliche nicht herangezogen und diese fehlen in seinem Literaturverzeichnis, statt dessen zieht er als Hauptwerke für seine Darstellung Max Heins Buch "Friedrich der Große. Ein Bild seines Lebens und seines Schaffens" von 1901, Johann Preuß "Friedrich des Großen Jugend und Thronbesteigung" von 1840 heran, zitiert häufig Joachim Fernaus "Sprechen wir über Preußen" und scheut sich auch nicht Rudolf Augsteins Werk "Preußens Friedrichs und die Deutschen" als Biographie zu bezeichnen.... Dazu werden sehr gern und häufig die autobiographischen Aufzeichnungen der Schwester Wilhelmine herangezogen, deren Wahrheitsgehalt gerade bei den derzeit wohl besten Kennern der Materie Friedrich der Große, Johannes Kunisch und Jürgen Luh, erheblich angezweifelt wird.
Auf Basis dieser wenig fundierten Werke hat Goeller sein Buch in drei Hauptabschnitte unterteilt, Mensch, Monarch, Mythos. In ersten Teil Mensch setzt er sich mit der Person Friedrich des Großen auseinander und beschreibt zunächst dessen Vorfahren. Dabei sind vor allem die Vergleiche die Görich zieht recht zweifelhaft. So hätten die Schweden hätten zum Ende des Dreißigjährigen Krieges "...aus Brandenburg ein failed state gemacht, so etwas wie Somalia heute..." (S. 28), der Vater Friedrich Wilhelm I. "... pflegte sie (seine Soldaten) anzubrüllen und herumzukommandieren wie ein Sergeant, ein Unteroffizier. Mehr war er nicht und mehr konnte er auch nicht...", "...Wer nicht rauchen wollte, tat einfach so als ob, wie die Berufssimulanten Seckendorff und der Alte Dessauer...", unangebrachte und fehlerhafte Vergleiche durchziehen das Buch zu Hauf. Die mag zwar unterhaltsam sein, hat aber in einer Biographie nichts zu suchen. Goeller stellt die Jugend und Kronprinzenzeit ausführlich dar, schildert farbenfroh und mit mancher Groteske den Vater-Sohn Konflikt, die ersten Ehejahre des jungen Prinzen, das Verhältnis zu Voltaire und Friedrichs Verhältnis zu den Religionen, es fehlt aber seiner Beschreibung an der notwendigen Tiefe und Interpretation der Persönlichkeit Friedrichs.
Im zweiten Kapitel Monarch widmet sich Goeller der Regierungszeit Friedrich des Großen und Friedrichs Leben als Feldherr in den drei Schlesischen Kriegen, streift dabei die inneren Reformen und verklärt erneut den Mythos vom Kartoffelanbau und beschreibt das Leben in Sanssouci und die Entwicklung der Figur des "Alten Fritz". Dieser Teil ist etwas besser als der erste, auch wenn es an kleinen Geschichten sozusagen aus dem Hinterzimmer nicht mangelt, wie beispielsweise Friedrich eine sexuelle Beziehung zu der verheirateten Tänzerin Barberina angedichtet wird (S. 225), Vermutungen welche Biographen wie Luh und Kunisch deutlich überzeugend zurückgewiesen haben. Im zeigten Teil ist kein roter Faden erkennbar und Goeller schweift häufig ab, beispielsweise in der Lebensbeschreibung der Schwestern Ulricke und Amalie und lässt sich sogar zur Vermutung hinreißen, letztere habe ein von ihr geborenes Kind getötet und sich deshalb so fürsorglich um Straßenkinder gekümmert (S. 246). Auch König Friedrich sei darüber im Bilde gewesen und habe sich aus diesem Grund stets bemüht, Kindstötungen zu unterbinden (S. 248). Sehr phantasievoll dieser Autor, ich habe schon zahlreiche Bücher über Friedrich II. gelesen, das Thema des Kindsmordes seiner Schwester ist noch nie aufgetaucht.
Im dritten Kapitel geht es um den Mythos der sich nach dem Tode Friedrich des Großen entwickelte. Goeller erzählt das nach, was schon zahlreiche Autoren vor ihm festgestellt und zusammengefasst haben, zieht hierzu die wohl gängigsten Werke von Augstein und Dollinger heran, liefert allerdings keine neuen Erkenntnisse, einzig die Darstellung der Friedrich Rezeption in den Vereinigten Staaten ist wenig bekannt.
Als Gesamtfazit kann ich dieses Buch keinesfalls weiterempfehlen, es gehört für mich zu den schlechtesten Darstellung über Friedrich den Großen. Der flotte, leicht lesbare und unterhaltsame Stil des Autors macht die Defizite nicht wett, seine selbstsichere Art und die mehrfache Feststellung, viele Biographen hätten dies falsch bewertet, oder fehlinterpretiert (Beispiel S.86) wirken ein wenig besserwisserisch, hätte der Autor die wirklich bedeutenden Biographien und Werke der letzten dreißig Jahre herangezogen, hätte sein Urteil anders ausfallen müssen.
Finger weg von diesem Buch und lieber eine solide Darstellung kaufen!Lesen Sie weiter... ›