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Kundenrezensionen

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am 5. September 2005
In elf sehr unterschiedlichen Erzählungen gibt uns Julian Barnes Einblick in das Leben im Alter. Viele Geschichten haben einen tragischen Zug. Einen besonderen Blick wirft der Autor auf die Liebe, die in einigen Geschichten bitter daherkommt wie ein Biss in eine Zitrone oder wie ein Valse triste. Andere Geschichten sind dann wieder irre komisch oder grotesk.
Als Auftakt erleben wir in der „kurzen Geschichte des Haarschneidens" sehr amüsant die drei Stufen des Lebens: Jugend, das Erwachsenensein und das Alter. Anschließend tauchen wir in die nordische Melancholie, einer Variation der Legende von Falun. Die Liebe eines verheirateten Mannes und einer Frau. Erst am Ende ihres Lebens gestehen sie sich ihre Liebe ein und trennen sich dann für immer. Den Kontrast zur ersten Erzählung empfand ich als sehr stark. Dieses lässt schon den Facettenreichtum der Geschichten erahnen. Wer glaubt, im Alter passiere nicht mehr viel, der sei hier eines besseren belehrt, und schon lernen wir zwei Witwen kennen, die sich regelmäßig in einem Lokal zum Frühstück treffen. Merrill schwärmt von ihrem verstorbenen Mann, der sehr beliebt gewesen sei und „ noch alle Zähne im Mund hatte, als er starb." Janice macht gute Miene zum Spiel. Sie weiß, dass dieser Kerl ein Ekel war, der als „Campus-Fummler gegenüber Frauen nicht vor sexueller Gewalt zurückschreckte. Merrill hat offenbar keine Ahnung davon.
So unterschiedlich die Erzählungen inhaltlich sind, so schweben sie nicht alle auf einem hohen Niveau. Leider nicht. Besonders tragisch ist der zu dramatisch inszenierte Plot in der Geschichte um einen Konzertbesucher, der sich immer schrulligere Methoden ausdenkt, damit die Zuhörer während des Konzertes in Stille verharren: nicht Husten, sich nicht unterhalten usw. Irrwitzig, absolut komisch, ich habe selten so gelacht, bis dann der überzogene Plot einen üblen Nachgeschmack hinterließ.
Turgenews späte Liebe, wie Julian Barnes sie interpretiert, ist das rührendste und hinreißendste, was mir in diesem Band begegnet ist. Das ist wirklich großartige Literatur. Trotz unterschiedlicher Wertung der einzelnen Geschichten, kann ich diesen Erzählungsband empfehlen. Einige Geschichten bleiben hängen und der Autor beweist einen charmanten Humor.
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am 5. Januar 2012
Die Erzählungen in Julians Buch "Der Zitronentisch" verbindet alle eine Thema: das Altern und das bedeutet immer auch das Sterben oder das Näherrücken des Todes. Ganz unterschiedlich gegen Barnes Protagonisten mit dem Thema um: würdevoll, ablehnend, voller Grimm oder auch sich dem Schicksal ergebend. Manchmal ist der Effekt eher komisch, machmal tragisch - oder beides zugleich. Barnes spannt in seinen Erzählungen ein weites Panorama an Settings auf, die gerade die Einheit der universalen Lebensfragen verdeutlichen sollen.
Obwohl Erzählungen nicht unbedingt zu meinen Lieblingsgenres gehören, haben mich diese von Julian Barnes gefesselt und begeistert. Oft reicht mir in einem kurzen Prosastück die Zeit nicht aus, mich in einen Konflikt hineinzuversetzten oder die Figuren kennenzulernen. Das war hier nicht der Fall. Der Autor ist ein Meister darin, die Figuren mit wenigen Pinselstrichen lebendig werden zu lassen. Einige haben bei mir mehr Eindruck hinterlassen als manch ein Protagonist eines langen Romans.
Die Erzählungen sind atmosphärisch dicht und weniger konzeptuell als viele von Barnes Romanen. Auch darum haben sie mir gut gefallen.
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am 7. September 2005
Ja,schwarzer Humor,irre komisch und manchmal auch grotesk.Gleichzeitig aber auch melancholisch und lebensnahe.Diese Geschichten machen Spaß - ein reines Vergnügen für den Leser!Der Autor steckt viel Liebe ins Detail,man merkt,dass er seinen Spaß beim Schreiben hatte.Wer besonders an den irre komischen und grotesken Erzählungen seinen Spaß hat,dem kann ich im Gegenzug noch Pliewisch`s Roman "Gottverdammt" empfehlen. Der Zitronentisch ist Kaufpflicht!Gute Unterhaltung!
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am 24. April 2009
Geschichten über das Altern.
Meine Meinung zu diesem Kurzgeschichtenband ist durchwachsen. Anfangs war ich ganz begeistert und sah mich schon eine hymnische Rezension schreiben, gegen Ende nahm meine Begeisterung jedoch ab.
'Die kurze Geschichte des Haareschneidens' ist zum Beispiel ziemlich witzig.
'Die Geschichte von Mats Israelson' ist herzzerreißend traurig und sprachlich und atmosphärisch wunderschön. 'Wachdienst' hat seine witzigen Momente, und einige andere Geschichten reichen in ihrer Schönheit abschnittsweise an 'Die Geschichte von Mats Israelson' heran, zum Beispiel 'Hygiene' oder 'Obstbaumkäfig'. Aber dann gibt es Erzählungen, vornehmlich die, in denen der Autor mit seinen Französischkenntnissen brilliert, die ein echtes Ärgernis sind, weil sie gedrechselt klingen und auf der Informationsebene mit einem Wissen um sich werfen, dagegen auf der inhaltlichen Ebene an Tiefe vermissen lassen.
Insgesamt ein Buch, dass ich phasenweise komisch und literarisch genug fand um mich zu freuen, es gelesen zu haben, besonders 'Mats Israelson' fand ich großartig (vermutlich die stärkste Geschichte im Buch), das aber auf der anderen Seite zu viele bemühte, gedrechselte und manierierte Stellen hatte, als dass ich noch ein Buch von Julian Barnes lesen würde.
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Seit 1980 sind sieben Romane von Julian Barnes erschienen. Sein berühmtestes Buch ist „Flauberts Papagei". Die brillante und geistreiche Art des Schreibens überzeugt und lässt den Wunsch keimen alle seine Bücher lesen zu wollen.
Und für den Leser, der statt voluminöser Romane lieber Erzählungen liest, ist „Der Zitronentisch" ein guter Einstieg, um Barnes lieben zu lernen.
Die Zitrone, so erfährt man in der letzten Erzählung „Stille" ist bei den Chinesen ein Todessymbol.
„Der Zitronentisch" enthält elf völlig verschiedene Erzählungen über das Alter. Denn „Das Alter" gibt es genau so wenig wie „Die Jugend". Das Buch Romane lesen. Sein berühmtestes Buch ist „Flauberts Papagei". Das Buch erzählt nun in verschiedenen Geschichten, was Alter alles sein kann und wie es sein kann. Jede Geschichte ist eigenständig, zum Teil ganz modern, zum Teil auch im Stil des 19. Jahrhunderts geschrieben. Durchgehend ist eigentlich nur das Thema - das Altern.
Diese Erzählungen sind geprägt von der brillanten Beobachtungsgabe des Autors, der mit großer Meisterschaft, Scharfsinn, Tempo, schwarzem Humor und Zynismus beschreibt, was die alten Männer am Zitronentisch über ihr Ende zu berichten haben.
Ein Buch das ausgesprochen atmosphärisch arbeitet mit so vielen Ebenen auf denen man es betrachten kann. Das hat mich an dem Buch unglaublich fasziniert.
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am 15. Februar 2007
11 Erzählungen über das Leben, gewürzt mit schwarzem Humor und Melancholie. Die Titelgeschichte schildert Männer, die am Zitronentisch sitzen und über ihr Alter nachdenken. Dass die Zitrone in China als Todessymbol gilt, war mir nicht bekannt. "Der Obstbaumkäfig" ist sehr spannend, Julian Barnes bereichert den Leser kurzweilig.
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am 11. September 2006
Als Vorlesebuch mit großen Erwartungen auf eine Reise mitgenommen, entpuppte sich dieses Buch als zweischneidiges Schwert.

Zum einen sind Kurzgeschichten enthalten, die zum Nachdenken anregen, einen das ganze bisherige und kommende Leben neu betrachten lassen ("Die Geschichte von Mats Israelson"), skurille unterhaltsame Geschichten ("Wachdienst"), zum anderen driftet der Autor bei jeder Möglichkeit (das ist keine Übertreibung, bei Geschichte #1, #4 & #7) in obszöne Beschreibungen und Gedanken ab, die meiner Meinung nach die Geschichten nicht bereichern - bleibt die Frage, was er sich dabei gedacht hat.

Eine kurze Bewertung der restlichen Geschichten:

"Eine kurze Geschichte des Haarschneidens" ist lustig und sarkastisch geschrieben - leider aber unter der Ausdrucksweise,

"Was du alles weißt" sowie "Aufleben" sind zu wirr & langweilig, "Hygiene" hat einen netten Stil aber ist eklig, "Rinde" hat ein durchschaubares Ende, "Französischkenntnisse" ist nett aber nicht weltbewegend, "Der Obstbaumkäfig" interessant und spannend, "Die Stille" irgendwie zerstückelt und nichtssagend.

Von mir trotzdem 4 Sterne weil mich Mats Israelson noch 3 Wochen nach dem Lesen ständig beschäftigt.
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am 29. November 2007
In elf Geschichten beleuchtet Julian Barnes die Liebe im Alter. Es sind dabei wunderbare Miniaturen entstanden, von besinnlich bis urkomisch, von romantisch bis tragisch.

Geschickt ordnet Barnes seine Episoden so an, dass diese einen großen Bogen beschreiben; die erste beginnt mit den Kindheitserinnerungen eines alternden Mannes, die letzte kreist um das Verstummen am Ende eines Lebens; alles ist gesagt, und was nicht gesagt ist, dazu fehlen mitunter auch einfach die Worte.

Wie auch immer diese Geschichten ausgehen, was auch immer sie im Detail schildern mögen, sie zeigen vor allem eines; die Liebe hört mit dem Alter nicht auf, sie ändert nur gelegentlich ihr Erscheinungsbild.

Und das ist doch eine schöne Botschaft.
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am 23. November 2009
Die kurzgeschichten überzeugen durch ihre sprachliche Vielfalt, die sich dem jeweiligen Plot anpasst. Es handelt sich z.T. um verstörende Geschichten, die trotz der großen Themen des menschlichen Zusammenlebens und der damit verbunden Zwänge, nie entblößend sind und genug Raum für die eigenen Gedanken des Lesers lassen. Kein "gefälliges" Buch, aber ein sehr überzeugendes.
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am 16. Januar 2014
Ich bin sonst nicht so für Kurzgeschichten zu haben, aber diese haben mir ausgezeichnet gefallen. Die Sprache war so üppig gestaltet, daß es großen Spaß gemacht hat immer wieder eine neue Personnage und Zeit vorzufinden.
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