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Marcus Hammerschmitt hat sich mit Der Zensor ein ordentliches Stück aus der SF-Ideen-Torte auf seinen Teller geholt und präsentiert dem Leser einen Roman, das vor ungezügelter Energie, spannender Handlung und ziemlich abgefahrener Technik nur so vibriert. Dank ihrer Nano-Technik sind die Neo-Maya die uneingeschränkten Herrscher in Spanien -- die oppositionelle Untergrundbewegung ist nicht mehr als ein unangenehmer Störfaktor und die katholische Kirche ist zwar ein ernst zu nehmender Gegner, aber nicht wirklich an einem Krieg interessiert. Zumindest bisher.
Hammerschmitt schildert das Leben des spanischen Widerstandskämpfers Enrique paralell zu dem des Maya-Zensors Yaqui -- zwei Männer an unterschiedlichen Enden des Kräftegleichgewichts, mit grundsätzlich verschiedenen Zielen. Zumindest bis ihnen ein beinah identisches Schicksal widerfährt, in dessen Ereignisstrudel sie in eine Zukunft geworfen werden, die durchaus Überraschungen zu bieten hat.
Der Zensor sprüht Funken, fesselt und fasziniert. Mit Hammerschmitts Zukunftsaussicht kann sich die deutsche Sciene Fiction aus ihrem internationalen Versteck herauswagen und dicke Mäntel verteilen -- die Konkurrenz sollte sich nämlich warm anziehen. --Wolfgang Treß -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
1 MP3-CD, Laufzeit 10:38 Std..
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Yaqui ist als Zensor einer der mächtigsten Männer in der Hierarchie des Stadtstaates Tikal und eine Art Chef des Geheimdienstes. Doch durch die ständigen Intrigen unter den Mayaadligen ist niemand sicher. Abgefangene eMails mit einer subtilen Verschlüsselung, die er nicht knacken kann, weisen Yaqui auf eine unbekannte Verschwörung hin. Doch das ist nicht die Einzige und auch nicht die bedrohlichste für ihn.
Enrique ist führendes Mitglied der FPLE, der im Untergrund tätigen Widerstandsbewegung gegen die Mayas in Spanien. Wegen der technologischen Überlegenheit der Mayas sind sie keine wirkliche Gefahr für sie. Er bekommt den Auftrag, einen geheimnisvollen Gegenstand von einem Ort zu einem anderen zu transportieren. Es ist eine furchtbare Waffe, wie er später erfahren soll. Doch auch ihm droht Gefahr von seinen eigenen Kampfgenossen.
Beide werden nach vielen Umwegen am Ende vom Schicksal zusammengeführt.
Dieser Roman Hammerschmitts behandelt eine zukünftige Geschichte im 22. Jahrhundert und spielt im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern „Target" und „Der Opal" auf der Erde. Sowohl stilistisch als auch bei der Handlung ist „Der Zensor" etwas geradliniger und unkomplizierter als „Der Opal". Was aber noch lange nicht bedeuten soll, dass „Der Zensor" eine simple Handlung hat. Durch die zwei Hauptfiguren gibt es bis gegen Ende zwei parallele Handlungsstränge und die zahlreichen, konkurrierenden Interessensgruppen oder Personen sorgen für reichliche Komplexität. Aber der ganze Hintergrund ist nicht so fremdartig wie in „Der Opal".
Ganz hinten ist dem Autor dann ein kleiner Irrtum unterlaufen. Ein Heuschober ist nämlich keineswegs eine Heuscheune und kann nur sehr eingeschränkt als Unterschlupf dienen. Aber eine solche Kleinigkeit stört weder den Lesegenuss bei diesem hervorragenden SF-Roman noch wird es die Meisten auch nur interessieren. Wenn nicht alles täuscht, wird „Der Zensor" der erfolgreichste Roman Hammerschmitts werden, was er auch verdienen würde.
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