Thomas Manns Romane authentisch zu verfilmen, hieße den Versuch unternehmen, einem Blinden Bilder zu malen. Daher muss ein solcher Film stets eine Bearbeitung sein. Als solche kann ich die Leistung akzeptieren. Indes: Warum macht der Film aus (eigentlich nahezu) allen Protagonisten schreiende Hysteriker?! Das tut weder Not, noch wird es dem Buche gerecht, geschweige denn, dass es dem Film nützte! Und wo bleibt der Humor? Hans Castorp ist, wie uns Thomas Mann schon frühzeitig in seinem Roman informiert, ein simpler Held, kein hysterisch schreiender Dandy. Er ist ein homo technicus, dem auf dem Zauberberg ein Traum der Liebe ahnt. Davon zeigt der Film so gut wie nichts. Wenig sinnvoll auch der äußerliche Verfall des Helden. Kurz: Guter Film, schlechte Verfilmung.