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Erzählt wird Der Zahir aus der Perspektive eines mittlerweile überaus erfolgreichen Autors, der von den Lesern geliebt und der Kritik gehasst wird. Ersteres, weil er -- ganz nach dem Erfolgsprinzip Coelhos -- seine Leserschaft an seiner Erleuchtung teilhaben lässt, letzteres, weil er sich den angeblich üblichen Regeln des Literaturbetriebs verweigert, den er als ein schmieriges System von Gefälligkeiten und Abhängigkeiten beschreibt. Dass er aber überhaupt zu dem Schriftsteller geworden ist, der er immer hat sein wollen, hat er letztlich allein seiner Frau Esther zu verdanken, ohne deren ebenso kluge wie selbstlose Hilfe er seine inneren Schreibwiderstände niemals überwunden hätte. Und nun ist diese Frau plötzlich fort. Wurde sie entführt, hat sie ihn verlassen? Der Mann, dem ihre Bedeutung für sein Leben und Seelenheil immer deutlicher vor Augen tritt, macht sich auf eine zunächst völlig vergeblich erscheinende Suche -- um am Ende, wir ahnen es, zwar auch die Gesuchte, vor allem aber sich selbst zu finden.
Was soll man sagen? Der Zahir wird ganz sicher wieder ein Weltbestseller. Und, ganz ehrlich: Wir gönnen es ihm! Das Feuilleton freilich wird sich aller Voraussicht nach auch dieses Mal nur mäßig begeistert zeigen. Und die nicht ganz unberechtigte Kritik, der Autor habe sein immer gleiches Thema nun vielleicht doch einmal erschöpft, wird an Coelho abperlen, wie die Male zuvor. Schade eigentlich, es sollte ihm Ansporn sein. Doch, so wird er sich sagen, Millionen Leser können nicht irren. Er sollte es besser wissen. --Andreas Vierecke -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Im Unterschied zu früheren Romanen schreibt er aber hier, nur unwesentlich verschlüsselt, über sein eigenes Leben, seine Probleme mit dem Pariser Literaturbetrieb, seine Amouren, seine Besessenheit, Frauen zu verführen, seine Sehnsucht nach sich selbst. In seiner radikalen Selbstintrospektion, die ohne Effekthascherei daherkommt, begegnet er Menschen, die ihm spirituelle Traditionen näher bringen, die er in sein Leben integrieren kann.
Die Geschichte, in die diese Suche eingebaut ist, ist wohl auch seine eigene: seine Frau verlässt ihn ohne Kommentar, nachdem sie über Jahre vergeblich versucht hat, dem berühmten Autor wirklich nahe zu kommen. Als sie dann nicht mehr da ist, stürzt er sich in anderen Lieben, die ihn aber nicht erfüllen, und so begibt er sich auf die lange Suche nach sich selbst - und findet seine Frau wieder, beide nun radikal verändert, aber endlich fähig, wirklich zu lieben.
Ein Buch, das jeden der es liest, mit seiner eigenen Art zu lieben konfrontiert. Vorsicht, es kann einen ziemlich beunruhigen !
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