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Ort der Handlung ist die Villa Alptraum des Geheimen Zauberrats Beelzebub Irrwitzer, der durch einen Vertrag mit dem Teufel ungeheure Zauberkräfte hat. Seinen Teil der Abmachung hat er nicht erfüllen können: Diese Auflagen reichen vom Ausrotten von zehn Tierarten über das Vergiften von Flüssen und Meeren bis hin zu Klimakatastrophen. Am Silvesterabend erscheint daher Maledictus Made als Abgesandter des Herrn Ministers der Äußeren Finsternis höchstselbst, um Irrwitzer ein letztes Ultimatum bis zum Jahreswechsel zu stellen, da er ihn anderenfalls pfänden muss. Irrwitzer erhält unerwartete Hilfe von seiner Tante Tyrannja Vamperl, einer nicht minder bösen Geldhexe, die ebenfalls von Maledictus Made unter Druck gesetzt wurde. Gemeinsam bereiten die beiden den unaussprechlichen Wunschpunsch zu, der ihnen dazu verhelfen soll, ihre bösen Taten doch noch rechtzeitig zu verrichten.
Gegenspieler der beiden sind Tante Tyrannjas Rabe Jakob Krakel, ein zerzauster Vogel von ungehobelter Herkunft und Irrwitzers kleiner dicker Kater Maurizio di Mauro, der aus einem alten neapolitanischen Rittergeschlecht zu stammen vorgibt. Beide wurden vom Hohen Rat der Tiere als Spione zu den Magiern geschickt, um weiteres Ungemach zu verhindern. Und so werden sie sofort aktiv, als sie vom Wunschpunsch erfahren. Unter Einsatz ihres Lebens versuchen sie, Unheil von der Welt abzuwenden. Ob ihnen das gelingen wird?
Michael Endes Jugendbuch aus dem Jahr 1989 ist nach wie vor aktuell. Es ist amüsant erzählt und zieht seinen besonderen Reiz aus den unterschiedlichen Charakteren der tierischen Hauptpersonen: der Rabe, ein sehr pragmatischer, welterfahrener Typ, der viel gesehen hat, außer Schulen von innen, was sich in seiner Sprache niederschlägt. Der naive und ängstliche Kater hingegen pflegt eine sehr gehobene Sprache, um seine vornehme Herkunft und Zurückhaltung zu belegen. --Ulrike Rudolph -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Über den Autor
Er zählt heute zu den bekanntesten deutschen Schriftstellern und war immer ein ausgesprochen vielseitiger Autor. Neben Kinder- und Jugendbüchern hat er poetische Bilderbuchtexte und Bücher für Erwachsene, Theaterstücke, Opernlibretti und Gedichte geschrieben. Viele seiner Bücher wurden verfilmt oder für Funk und Fernsehen bearbeitet. Für sein literarisches Werk erhielt er zahlreiche deutsche und internationale Preise.
Seine Bücher haben bislang eine weltweite Gesamtauflage von über 20 Millionen erreicht und sind in nahezu 40 Sprachen übersetzt.
Auszug
Im Inneren der Villa Alptraum regte sich nichts außer dem flackernden Widerschein des Feuers, das mit grünen Flammen im offenen Kamin brannte und das Zauberlabor in gespenstisches Licht tauchte.
Die Pendeluhr über dem Kaminsims setzte rasselnd ihr Räderwerk in Gang. Es handelte sich um eine Art Kuckucksuhr, nur daß ihr kunstvolles Spielwerk einen wehen Daumen darstellte, auf den ein Hammer schlug.
»Aua!« sagte sie. »Aua! - Aua! - Aua! - Aua!« Es war also fünf Uhr.
Für gewöhnlich machte es den Geheimen Zauberrat Beelzebub Irrwitzer immer ausgesprochen guter Laune, sie schlagen zu hören, aber an diesem Sylvesterabend warf er ihr einen eher gramerfüllten Blick zu. Er winkte ihr mit einer lustlosen Handbewegung ab und hüllte sich in den Rauch seiner Pfeife. Mit umwölkter Stirn brütete er vor sich hin. Er wußte, daß ihm größere Unannehmlichkeiten bevorstanden, und zwar sehr bald, spätestens um Mitternacht - bei Jahreswechsel.
Der Zauberer saß in einem geräumigen Ohrenbackensessel, den vor vierhundert Jahren ein handwerklich begabter Vampyr eigenhändig aus Sargbrettern geschreinert hatte. Die Polster bestanden aus Werwolfsfellen, die freilich inzwischen schon ein bißchen schäbig geworden waren. Dieses Möbel war ein Familienerbstück, und Irrwitzer hielt es in Ehren, obwohl er sonst eher fortschrittlich eingestellt war und mit der Zeit ging - jedenfalls, was seine berufliche Tätigkeit betraf.
Die Pfeife, aus der er rauchte, stellte einen kleinen Totenkopf dar, dessen Augen aus grünem Glas bei jedem Zug aufglühten. Die Rauchwölkchen bildeten in der Luft allerlei seltsame Figuren: Zahlen und Formeln, sich ringelnde Schlangen, Fledermäuse, kleine Gespenster, aber hauptsächlich Fragezeichen.
Beelzebub Irrwitzer seufzte tief, erhob sich und begann in seinem Labor auf und ab zu gehen. Man würde ihn zur Rechenschaft ziehen, dessen war er sicher. Aber mit wem würde er es zu tun bekommen? Und was konnte er zu seiner Verteidigung vorbringen? Und vor allem: Würde man ihm seine Gründe abnehmen? Seine lange, knochendürre Gestalt steckte in einem ... . -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.