Für die einen ist er ein Symbol für unberührte Wildnis und faszinierende Schönheit, für die anderen ein grausamer Jäger, der die Bauern in ihrer Existenz bedroht. In ihrem Buch Der Wolf - Ein Raubtier in unserer Nähe" (Haupt Verlag) geben Hansjakob Baumgartner, Sandra Gloor, Jean-Marc Weber und Peter A. Dettling ein umfassendes und differenziertes Bild von diesem beeindruckenden Lebewesen, das sich allmählich wieder auf europäischem Boden ausbreitet.
Die verschiedensten Interessengruppen schildern in dem mit faszinierenden Fotos angereicherten Band ihre Ansichten zur Rückkehr des Canis Lupus, so der lateinische Name des Wolfes. Die Forschungsergebnisse der Biologen kommen genauso zum Tragen wie die Sorgen der Bauern, die Erfahrungen der Jäger und die Empfehlungen der Fachleute für den Umgang mit diesem wilden Tier in unserer Nachbarschaft. Die Autoren zeigen die vielen Aspekte des Umgangs und Zusammenlebens von Mensch und Wolf auf und berücksichtigen dabei die Verbreitungsgebiete Deutschland, Schweiz, Österreich, Italien, Frankreich, Skandinavien sowie Polen.
Mitte des 19. Jahrhunderts sanken die Überlebenschancen des Wolfes in den Alpen und weiten Teilen West- und Zentraleuropas rapide - nicht nur wegen der gezielten Jagd. Auch der Raubbau an den Wäldern und die damit einhergehende Vernichtung seiner natürlichen Existenzgrundlagen hatten verheerende Auswirkungen auf die Wolfspopulation.
Wie genau der natürliche Lebensraum des Wolfes aussieht, wie diese Tiere leben, welche Arten es gibt, und welche Faktoren die Rückkehr der Wölfe begünstigen - diese und andere Fragen beantwortet das Autorenteam ausführlich und gut verständlich. Darüber hinaus bietet Der Wolf" einen kulturgeschichtlichen Überblick über die Darstellung und Rolle des Wolfes in den einzelnen Epochen von der Steinzeit bis heute.
Abgerundet wird das Buch mit sensationellen Fotografien, die das Wildtier in seinem natürlichen Verhalten darstellen.