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Der Witwer von Venedig
 
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Der Witwer von Venedig [Gebundene Ausgabe]

Gabrielle Wittkop , Claudia Kalscheuer
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 112 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 4 (21. August 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446202250
  • ISBN-13: 978-3446202252
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 12,1 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 733.348 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Die Zeit, 02.10.2002
Eine "schreibende Atheistin", eine "spätberufene große Schriftstellerin": so schüttet Uli Aumüller das Füllhorn des Lobes aus über Autorin und Roman. Begeistert von der Raffinesse dieser "spannende historische Kriminalroman" - es geht um die Ermordung der vier Ehefrauen eines venezianischen Kaufmannes im 18. Jahrhundert - Aumüller deshalb, weil hier, wie er schreibt, "in Wirklichkeit ein ästhetisches Verwirrspiel, ein travestierendes Erotikon" vorliegt. Dabei dienen der klugen Frau die "literarischen Traditionen und Motive" des 18. Jahrhunderts ebenso als "Spielmaterial" wie die Bilder venezianischer Rokokomaler. Venedigs Maskeraden und Heimlichkeiten sind das "Dekor" für das Spiel der "Laster, Morde und Perversionen". Wittkop, die sich offen zu ihrer "Bisexualität", ihrer "Vorliebe fürs Lesbische" und ihren "sadistischen Neigungen" bekennt, so Aumüller, habe eine Art, den Todeskampf der Vergifteten zu schildern, dass im Rezensenten ein "unaussprechlicher Verdacht" aufkeimt - zumal der erste Roman der "schönen und mondänen alten Dame" ausgerechnet "Le Necrophile" hieß. Der Karneval fehlt natürlich auch nicht und ist, verrät Aumüller, Schluss und Höhepunkt eines endlich misslingenden Mordversuchs. Für ihre Übersetzung dieses "sprachlich erlesenen" Werks aus dem Französischen hat Claudia Kalscheuer "hochverdient", so Aumüller, den André-Gide-Preis erhalten.

© Perlentaucher Medien GmbH

Pressestimmen

"Die kompakte, facettenreiche Prosa macht süchtig." Urs Jenny, Der Spiegel, 07.10.02 "Ich habe dieses Buch mit einem Mal verschlungen und werde es bald wieder lesen... zu gut, um im Regal zu stehen." Brigitte, 10/02 "Ein raffiniertes Gedankenrätsel von beunruhigender Schönheit." Silja Ukena, Kultur-Spiegel, 01/03

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Was für ein Buch! Mit den intensiven Schilderungen, gelingt es G. Wittkop das Venedig jener Zeit vor unserem Auge entstehen zu lassen. Man sieht den Dreck, riecht förmlich den Moder und Gestank des Unrats und der Krankheiten. Und bekommt eine Gänsehaut, wenn die Schatten der Spitzel und Mörder in den engen Gassen vorbeihuschen.

Dieses eigenwillige doch sehr interessante Buch, das ein wenig an *Das Parfum* erinnert, erzählt die Geschichte eines Venezianers, der bereits zum vierten Mal Witwer geworden ist. Immer wieder sind seine - doch sehr unterschiedlichen Ehefrauen - auf geheimnisvolle Weise qualvoll verstorben. Auch wenn bei jedem dieser Todesfälle in der Stadt gemunkelt wurde, daß dies nicht mit rechten Dingen zugehen könne, konnten die Spitzel keinem Verbrechen auf die Spur kommen - bis zum Schluß doch alles aufgeklärt wird ....

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Ein höchst merkwürdiges Buch liegt uns hier vor!
Fast in der Form einer mittelalterlichen Komödie wechseln Figuren und Standorte.
Worum geht es ?
Alvise Lanzi , wohnhaft in Venedig im ausgehenden 18. Jahrhundert, ist mit 30 Jahren bereits vier mal Witwer geworden. Geht das mit rechten Dingen zu?

In einer unentenwegten Abfolge von neuen Szenen werden uns die Figuren vorgeführt: Hochzeiten und die nachfolgenden Todeszeiten, Kindsgeburt und Feste. Das alles in einer fast morbiden Darstellungsweise. Man hört, riecht und schmeckt eine Zeit, in der es an Hygiene mangelt, in der alles sehr starr und abgekartet zugeht, in der aber auch berühmte Maler die Spielarten der Kunst praktizierten.
Das Buch ist geschrieben, wie man ein Bild malen würde: und so sieht der LeserIn alles, was vorgeht: Gondeln, stinkende Fäkalien, Abwässer, Paläste und die immer wieder in kloakenähnlichen Zuständen dahinsiechenden und versterbenden Ehefrauen des Hauptprotagonisten.
Werden sie ermordet?
Sind sie alle nur Marionetten in einem Spiel?
Die Aufklärung erfolgt abrupt und ohne Umstände.
Es ist eine kleine Kriminalgeschichte.
Das barocke Venedig wird sehr lebendig und für Kunstliebhaber mag diese in Literatur gefasste Zeit ein Meisterwerk sein.
Claudine Borries

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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Die in Deutschland verheiratete Französin Gabrielle Wittkop hat mit diesem Buch einen historischen Roman geschrieben, der die für dieses Genre typischen Leser, die nach neuen 800-Seiten-Wälzern als interessantes Lesefutter gieren, wohl eher abschrecken wird. Nur 110 Seiten umfasst dieses literarische Kleinod von Roman, aber Wittkop schafft es, darin mehr Einblicke zu vermitteln als so mancher historische Bestseller-Schinken.

Sie zeichnet ein farbiges Bild Venedigs im ausgehenden 18. Jahrhundert, einer Stadt im nahezu beständigen Festtaumel eines perpetuierten Karnevals. Man wäre fast geneigt zu sagen, es entstünde ein lebendiges Bild der Stadt, wenn nicht im Mittelpunkt des Romans der Tod stünde. Der Tod, der sich alle vier Ehefrauen des Kaufmanns Alvise Lanzi holt, eine nach der anderen stirbt einen mysteriösen Tod. Ist es Gift? Wenn ja, wer ist der Übeltäter? Und noch viel wichtiger: Interessieren diese Todesfälle überhaupt jemanden in dieser Zeit, in dieser Stadt?

Wittkops Sprache und die mit dem André-Gide-Preis ausgezeichnete exzellente Übersetzung von Claudia Kalscheuer überzeugen vollkommen. Einzig die allzu kühle Distanz, mit der bisweilen an die Sache herangegangen wird, kostet einen Stern.

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