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Der Witwentröster: Roman
 
 
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Der Witwentröster: Roman [Taschenbuch]

Marc Wortmann
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 354 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492239374
  • ISBN-13: 978-3492239370
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 176.810 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Marc Wortmann
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Jan Oltrogge ist Zivildienstleistender in der Luisenstiftung, Hamburg-Altona. Aber seinen Namen brauchen wir uns nicht zu merken, denn er spricht von sich selbst nur als vom "Witwentröster". Er hat zwar von Tuten und Blasen keine Ahnung, doch eines begreift er schnell: Die alten Damen im Stift sind nur zu verstehen als "Witwen", das heißt (in der indogermanischen Urbedeutung des Wortes): als "Leer-Gewordene", "Mangel-Habende".

Die Konsequenzen daraus sind einfach, aber brutal: Erstens, Witwen wollen sich nicht erinnern, und zweitens: Witwen stinken. Und natürlich hängt Letzteres mit Ersterem zusammen. Und zwar ganz konkret: "Wenn sich die Witwe zu ihrem Mangel bekennt, geschieht das Unerwartete: Sie stinkt nicht mehr."

Aber bis dahin ist es ein weiter Weg. Denn "die Sprache der Witwen ist eine Fremdsprache, und wer Witwen trösten will, muss diese Sprache erlernen. Es ist ein Sprung über zwei Generationen. Es ist auch ein Sprung in eine andere Lebensform: in die Lebensform des Mangel-Habens. Mangel wird in den meisten Fällen nur indirekt ausgedrückt, und diese Ausdrucksweise muss man verstehen können".

Wir, die Leser, werden also Zeugen, wie Jan Oltrogge diese Fremdsprache -- anfangs zögerlich, später mit kühler Leidenschaft -- erlernt. Und wir lernen mit ihm, dass Witwentrösten eine Berufung ist -- aber auch "ein Beruf, in dem man immer ein Anfänger bleibt", weil jede Witwe den Witwentröster vor neue Anforderungen stellt. "Witwentrösten ist eine Sache fürs Leben, keine Arbeit auf Zeit."

Klingt nach schwerer Kost? Irrtum. Marc Wortmanns Debütroman ist mit äußerst leichter Hand und einem guten Gespür für erzählerischen Rhythmus geschrieben. Dass Jan Oltrogge als Person merkwürdig fahl bleibt und von ihm immer nur als dem "Witwentröster" die Rede ist, hat natürlich Methode. Je mehr Jan Oltrogge als Person ungreifbar wird, umso verständlicher wird die Unbedingtheit, mit der er seiner Berufung nachgeht, ja: ihr geradezu erliegt. Aber auch die Hybris, die seinem Unterfangen innewohnt. Dasselbe gilt für die fast manieriert wirkende Penetranz, mit der die Wörter "Witwe" und "Witwentröster" verwendet werden: Der Ernst des Lebens im Altenheim ist ein Spiel mit klar verteilten Rollen. Und Herr Oltrogge kein Idealist, sondern ein Spieler, der Ernst macht.

Auf dieses Buch habe ich beinahe 15 Jahre gewartet. Und ich behaupte mal: Für jeden, der als 19-Jähriger (mit den entsprechenden Begleiterscheinungen) 13, 15 oder gar 20 Monate Dienst an alten Menschen verrichtet hat, wird die Lektüre ein kathartisches, wenn nicht therapeutisches Erlebnis sein. Wir haben die Generation, die sich nicht erinnern wollte, zu knacken versucht. Gelegentlich haben wir darüber unsere eigentlichen Pflichten vernachlässigt (jeden Patienten höchstens fünf Minuten füttern!) oder uns generell doof angestellt. Aber wir haben etwas gelernt. Fürs Leben, wie man so sagt. Marc Wortmanns Roman ist eine späte Genugtuung für die Generation der Zuvieldienstleistenden der späten Achtziger, die sich damals noch Drückeberger nennen lassen mussten. --Axel Henrici -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Marc Wortmann hat einen grandiosen Roman geschrieben.« Der Spiegel

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Absolut lesenswert! 20. Februar 2002
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
"Der Witwentröster" von Marc Wortmann ist die Geschichte eines Zivildienstleistenden, der in den alten Leuten mehr sieht als nur den Geruch ihrer Windeln. Der Gestank ist zwar ein Thema, das ihn sehr beschäftigt, aber im Gegensatz zu den routinierten Schwestern versucht der Zivi, dem Gestank nicht durch Wasser und Seife, sondern auch durch verbale Zuwendung entgegenzuwirken. Durch gezieltes Fragen und aktives Zuhören erfährt er die Geschichten von Frauen, die zwei Kriege erlebt, Männer erobert und wieder verloren, Kinder geboren und ebenfalls verloren, die geliebt und gehaßt haben. Die Geschichten einer Generation, die nicht mehr viel Zeit hat, ihre Geschichte selbst zu erzählen.

Der Witwentröster ist nicht nur die Pflichtlektüre für jeden Zivi, es ist auch unterhaltsam, stellenweise lustig und regt auch ein wenig zum Denken an.

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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Dies ist das traurigste Buch, das ich seit langem gelesen habe. Das meine ich als ein Kompliment. Traurig sein, kann doch auch sehr wichtig sein. Ich möchte dieses Buch unbedingt weiterempfehlen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
So einen Roman hätte ich nicht für möglich gehalten: ein Abenteuerroman in einem stinknormalen Altersheim. Ein 19-Jähriger im Kampf gegen die Gespenster der Vergangenheit. Es wimmelt von Geschichten und von heftigsten Konfrontationen. Und meine Sympathien wechselten ständig: Mal war ich auf der Seite des Witwentrösters, mal war ich auf der Seite der Witwen. Mein größter Liebling: die Witwe Roth! Trotzdem finde ich, der Witwentröster hat das Richtige getan. Schließlich kann er gar nicht anders. Absolut genial.
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