den Comic habe ich mir das erste Mal in der Bibliothek ausgeliehen, später ein zweites und drittes Mal, und dann habe ich ihn mir kaufen wollen. Zu dem Zeitpunkt jedoch fand ich diesen Comic von Marc-Antoine Mathieu weder in Comicläden noch bei Amazon, weshalb ich mir dann andere Comics des Autors/Zeichners habe schenken lassen, alle mit der gleichen Hauptperson J.C. Acquefaques ("Die vier F...", "die 2,333. Dimension" und "Der Ursprung").
Alle diese Comics sind (bis auf wenige Ausnahmen) in hartem Schwarz-Weiß (i.e. keine Grautöne) und handeln thematisch - kurz umrissen - von Paradoxien in einer Fantasiewelt. In "Der Wirbel" gerät der Comic-Held durch einen falsch gestellten Wecker in ein Zeitparadoxon, in dem er sich selber in seiner Vergangenheit begegnet und versucht, "sich" aufzuhalten, um diesen Wirbel zu durchbrechen. Neben diesem Hauptszenario finden sich in dem Comic noch weitere interessante "Fantasien", z.B. einen Untermieter im Wandschrank oder Fahrradtaxis, die ihre Passagiere auf Seilen befördern und durch Wohnungen fahren).
Zur Geschichte: Acquefacques wird von seinem Wecker geweckt und muss zu einem Arzttermin ins Traumzentrum. Bei seiner Abfahrt mit dem Fahrradtaxi erblickt er sich selbst in seinem Hochbett, lässt sich jedoch nicht von seinem zweiten Ich aufhalten. In der Traumfabrik wird er wg. der Fehlfunktion des Weckers verwechselt und daher falsch behandelt (Stichwort Offene-Decken-Traum). Die Behandlung führt dazu, dass er über alle Wohnungen entlang der Seitenwände laufen und in diese reinschauen kann/muss. Nach einigen Erlebnissen auf der Wanderung mit häufigen selbstbezüglichem Charakter zwischen dieser Über- oder Traumwelt und der (realen?) Welt in den Wohnungen gelangt er am Ende an seine eigene Wohnung, in der er sich gerade mit dem Fahrradtaxi abfahren sieht, steigt in seine Wohnung und versucht, sich aufzuhalten, um diesen "Wirbel" zu durchbrechen.
Neben der letzten Seite, die diesen Wirbel zeichnerisch darstellt, befindet sich in der Geschichte noch ein Wirbel, der in dem Heft selber als Spirale dargestellt ist.
Fazit: ein sehr lesenswerter und anregender Comic, gekonnt inszeniert und gezeichnet, der durch die Zeitrekursion stark an andere Paradoxien erinnert, die sich aus Rekursion speisen.