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Der Winterschmied: Ein Märchen von der Scheibenwelt
 
 

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Der Winterschmied: Ein Märchen von der Scheibenwelt [Audiobook] [Audio CD]

Terry Pratchett , Boris Aljinovic , Andreas Brandhorst
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (38 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Mit Kleine freie Männer und Ein Hut voller Sterne hat Terry Pratchett seinem Scheibenwelt-Universum einen neuen Ableger hinzugefügt -- eine Jugendbuchserie, die sich mit Zauberei befasst, natürlich mit dem für Pratchett typischen Augenzwinkern. Der Winterschmied ist nun schon der dritte Roman um die große kleine Hexe Tiffany Weh und ihre lustigen Koboldfreunde, der seine Leser in das Abenteuer des Erwachsenwerdens entführt.

Die inzwischen dreizehnjährige Tiffany setzt ihre magische Ausbildung bei der genau um hundert Jahre älteren Hexe Fräulein Verrat fort. Nun sind Hexen nicht gerade für ihre alltäglichen Gewohnheiten bekannt, Fräulein Verrat ist jedoch die merkwürdigste Hexe, der Tiffany jemals begegnet ist. Ihr Faible für Schwarz ist da noch ihre harmloseste Eigenschaft. Blind und taub wie sie ist, bedient sie sich der Augen und Ohren von Tieren als Sinnesorgane, was zu einigen Verwirrungen führt.

Als Tiffany den alljährlich stattfindenden Dunklen Moriskentanz besucht, nimmt das Unglück seinen Lauf. Obwohl Fräulein Verrat ihr eingeschärft hat, dass sie sich nicht von der Stelle rühren soll, begibt sich Tiffany unter die Tanzenden und wird prompt vom Winterschmied entdeckt. Dieser ist für den Winter in der Scheibenwelt verantwortlich und soll eigentlich dem Sommer den Hof machen, um den Wechsel der Jahreszeiten zu gewährleisten. Als der Winterschmied jedoch Tiffany sieht, verliebt er sich in sie, und sie kann sich fortan vor seinen frostigen Aufmerksamkeiten kaum noch retten -- mit katastrophalen Folgen für den Rest der Scheibenwelt.

Der Winterschmied führt die in den ersten beiden Bänden begonnene Geschichte fort, lässt sich aber wie diese auch als in sich abgeschlossener Roman lesen. Die Handlung wird in einer einzigen langen Rückblende erzählt, die im ersten Kapitel beginnt und im letzten aufgelöst wird -- ein erzählerischer Kniff, der für jede Menge Spannung sorgt. Natürlich begegnen uns auch hier wieder liebgewonnene Figuren wie Oma Wetterwachs oder Nanny Ogg. Einfühlsam beschreibt Pratchett Tiffanys Entwicklung, die sich mehr und mehr von ihrer Jugend verabschieden und der Verantwortung des Erwachsenendaseins stellen muss. Das Ganze wie immer gewürzt mit zahlreichen urkomischen Dialogen und phantasievollen Ideen -- Pratchett in Reinform, nicht nur für jugendliche Leser! -- Steffi Pritzens -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Verdammt gut!" (Der Spiegel )

"Boris Aljinovic liest das Fantasy-Märchen mit Rollengespür. Kurzweilig und bizarr." (Westdeutsche Allgemeine Zeitung )

"Das Hörbuch lebt zudem von Vorleser Boris Aljinovic, dessen wandelbare Stimme ein echter Genuss ist." (MAGAZIN )

Kurzbeschreibung

Als Tiffany Weh, Hexe in Ausbildung und mit 13 Jahren im besten Teenageralter, beim Tanz zur Wintersonnenwende einfach mittanzt, entdeckt der Winterschmied sein Herz für das Mädchen und überschüttet sie fortan mit Aufmerksamkeiten – vor allem mit Schneeflocken. Wenn es also wieder Frühling werden soll auf der Scheibenwelt, muss Tiffany ihren eisigen Verehrer in die Schranken weisen...

• Kinoverfilmung von „Kleine freie Männer“ geplant
• Mehr Inhalt, schöner verpackt: Pratchett auf 5 CDs und im hochwertigen ProfilePac

Klappentext

"Verdammt gut!"
Der Spiegel

"Boris Aljinovic liest das Fantasy-Märchen mit Rollengespür. Kurzweilig und bizarr."
Westdeutsche Allgemeine Zeitung

"Das Hörbuch lebt zudem von Vorleser Boris Aljinovic, dessen wandelbare Stimme ein echter Genuss ist."
MAGAZIN

Über den Autor

Terry Pratchett, geboren 1948, fand im zarten Alter von 13 Jahren den ersten Käufer für eine seiner Geschichten. Heute zählt der kleine Mann mit dem großen schwarzen Schlapphut zu den erfolgreichsten Autoren Großbritanniens und ist einer der populärsten Fantasy-Autoren der Welt. Seit 1983 schreibt er Scheibenwelt-Romane. Inzwischen widmet er sich ganz seiner Schöpfung, und seine Gemeinde wird täglich größer. Dabei ist er zweifellos der Autor mit dem skurrilsten ehemaligen Beruf: Er war jahrelang Pressesprecher für fünf Atomkraftwerke beim Central Electricity Generating Board. Nach eigener Auskunft hat er nur deshalb noch kein Buch darüber geschrieben, weil es ihm ja doch keiner glauben würde. Seinen Sinn für Realsatire hat der schrille Job jedenfalls geschärft. Von seinen Scheibenwelt-Romanen wurden weltweit rund 65 Millionen Exemplare verkauft, seine Werke sind in 37 Sprachen übersetzt. Für seine Verdienste um die englische Literatur wurde ihm sogar die Ritterwürde verliehen. Umgeben von den modernsten Computern (und so durch ein Stück Schnur mit dem Rest der Welt verbunden) lebt Terry Pratchett mit seiner Frau Lyn in der englischen Grafschaft Wiltshire.

Andreas Brandhorst, 1956 in Norddeutschland geboren, schrieb bereits in jungen Jahren phantastische Erzählungen für deutsche Verlage. Aufsehen erregte er mit der aus 6 Bänden bestehenden Kantaki-Saga (die Diamant-Trilogie: "Diamant", "Der Metamorph" und "Der Zeitkrieg", und die Graken-Trilogie: "Feuervögel", "Feuerstürme" und "Feuerträume") und dem 2009 erschienenen Mystery-Thriller "Äon", der zu einem großen Publikumserfolg wurde. "Die Stadt" ist sein zweiter großer Mystery-Roman. Andreas Brandhorst lebt als freier Autor in Norditalien.

Boris Aljinovic, bekannt als Felix Stark aus dem Berliner „Tatort“, ist neben zahlreichen Rollen im Theater, Film u. Fernsehen (z.B. „7 Zwerge”) auch ein erfolgreicher Hörbuchsprecher. Er hat u.a. sieben Terry Pratchett-Romane sowie „Die Bücherdiebin” von Markus Zusak gelesen.

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Der grosse Schnee

Als das Unwetter kam, traf es die Hügel wie ein Hammer. Kein Himmel konnte so viel Schnee halten, und deshalb fiel er wie eine weiße Wand.
Dort, wo sich vor einigen Stunden eine Ansammlung von Dornbüschen auf einem alten Erdwall befunden hatte, lag nun Schnee. Im vergangenen Jahr hatten hier um diese Zeit einige frühe Primeln geblüht, doch jetzt war dort alles weiß.
Der Schnee bewegte sich. Ein etwa apfelgroßer Pfropf schob sich nach oben, und darum herum stieg Rauch auf. Eine Hand, nicht größer als eine Kaninchenpfote, fächelte ihn beiseite.
Ein sehr kleines, aber auch sehr zorniges blaues Gesicht blickte unter dem Schopf aus Schnee hervor in die unvermutet weiße Wüste.
»Potzblitz!«, brummte es. »Seht euch das an! Das is' das Werk des Winterschmieds! Er meint es verdammt ernst!«
Weitere Schneehäufchen gerieten in Bewegung. Mehr Köpfe zeigten sich.
»Oh, schlimm, schlimm, schlimm!«, sagte einer von ihnen. »Er hat die große kleine Hexe wiedergefunden!«
Der erste Kopf wandte sich ihm zu. »Doofer Wullie?«
»Ja, Rob?«
»Habe ich dir nich' gesagt, du sollst nich' immer >schlimm< sagen?«
»Ja, Rob, das hast du«, bestätigte der Kopf, der mit Doofer Wullie angesprochen worden war.
»Und warum hast du's gerade wieder getan?« »Tschuldige, Rob. Is' mir so rausgerutscht.« »Das zieht einen so runter.« »Verzeihung, Rob.«
Rob Irgendwer seufzte. »Aber ich fürchte, du hast Recht, Doofer Wullie. Er is' wegen der großen kleinen Hexe gekommen, kein Zweifel. Wer passt bei ihrer Farm auf?«
»Kleiner Gefährlicher Stachel, Rob.«
Rob sah zu den Wolken hoch, die so voller Schnee waren, dass sie in der Mitte durchhingen.
»Na schön«, sagte er und seufzte erneut. »Jetzt muss der Held ran.«
Er tauchte in die Höhle der Wir-sind-die-Größten ab, und der Schneepropf auf seinem Kopf kehrte an seinen ursprünglichen Platz zurück.
Das Innere des Erdwalls war recht groß. In der Mitte konnte ein Mensch aufrecht stehen, aber er hätte sich sogleich vor Husten zusammengekrümmt, denn dort zog der Rauch durch ein Loch ab.
Die Wände waren von Galerien gesäumt, auf denen es von blauen Kobolden wimmelte. Normalerweise ging es in der Höhle recht laut zu, aber jetzt herrschte eine seltsame Stille.
Rob Irgendwer ging zum Feuer, wo seine Frau Jeannie wartete. Sie erhob sich stolz, wie es sich für eine Kelda gehört, aber aus der Nähe schien es ihm, dass sie geweint hatte. Er schlang den Arm um sie.
»Also gut, ihr wisst vermutlich, was los ist«, wandte er sich an das rotblaue Publikum, das von den Galerien auf ihn herabsah. »Dies ist kein gewöhnlicher Schneesturm. Der Winterschmied hat die große kleine Hexe gefunden ... Jetzt seid doch mal ruhig!«
Er wartete, bis das Geschrei und Schwerterklirren nachließ, und fuhr dann fort:
»Wir können nich' an ihrer Stelle gegen den Winterschmied kämpfen! Das ist ihre Aufgabe! Wir können sie ihr nich' abnehmen! Doch die Hexe der Hexen hat uns einen anderen Weg gezeigt! Einen dunklen und gefährlichen!«
Jubel ertönte. So etwas gefiel den Größten.
»Jawoll!«, sagte Rob zufrieden. »Und ich breche auf, um den Helden zu holen!«
Daraufhin erklang Gelächter, und der Große Yan, Größter der Größten, rief: »Es is' zu früh! Wir haben ihn doch erst ein paar wenige Stunden im Heldsein unterrichtet! Er ist noch eine totale Null.«
»Für die große kleine Hexe wird er ein Held sein, und damit basta«, sagte Rob scharf. »Los mit euch, der ganze Haufen! Zur Kreidegrube! Grabt mir einen Weg zur Unterwelt!«

Das muss der Winterschmied sein, dachte Tiffany Weh, als sie im eiskalten Farmhaus vor ihrem Vater stand. Sie konnte ihn dort draußen spüren. Dieses Wetter wäre selbst mitten im Winter nicht normal gewesen, und inzwischen war der Frühling angebrochen. Es war eine Herausforderung. Oder vielleicht ein Spiel. Beim Winterschmied wusste man das nie so genau.
Aber ein Spiel kam eigentlich nicht infrage, denn die Lämmer starben. Ich bin erst dreizehn, und mein Vater und viele andere Leute, die älter sind, erwarten von mir, dass ich etwas tue. Doch ich kann nicht. Der Winterschmied hat mich wiedergefunden. Er ist jetzt hier, und ich bin zu schwach.
Es wäre einfacher, wenn sie mir die Hölle heiß machen würden, aber nein, sie betteln. Das Gesicht meines Vaters ist grau vor Sorge, und er bettelt. Mein Vater bettelt mich an.
O nein, jetzt nimmt er den Hut ab. Er nimmt den Hut ab, um mit mir zu sprechen!
Sie glauben, dass Magie nichts kostet, dass ich einfach nur mit den Fingern schnippen muss. Aber was tauge ich, wenn ich ihnen jetzt nicht helfen kann? Ich darf ihnen nicht zeigen, dass ich mich fürchte. Hexen dürfen sich nicht fürchten.
Und das ist alles meine Schuld. Ich habe damit angefangen, und ich muss es auch zu Ende bringen. Herr Weh räusperte sich.
»... Und, äh, wenn du den Schnee ... äh, wegzaubern könntest oder so? Für uns ...?«
Alles im Zimmer war grau, denn Schnee lag vor den Fenstern, durch die das Licht hereindrang. Niemand hatte Zeit damit vergeudet, das grässliche Zeug von den Häusern wegzuschaufeln. Jeder, der eine Schaufel halten konnte, wurde woanders gebraucht, und trotzdem waren sie zu wenige. Die meisten Leute waren die ganze Nacht auf den Beinen und bei den Jährlingen gewesen, hatten versucht, alle Gefahren von den neuen Lämmern fernzuhalten ... im Dunkeln, im Schnee ...
In ihrem Schnee. Er war eine Botschaft für sie. Eine Herausforderung. Ein Ruf.
»Na schön«, sagte Tiffany. »Ich werde sehen, was ich tun kann.«
»Braves Mädchen«, erwiderte ihr Vater und lächelte erleichtert.
Nein, ich bin kein braves Mädchen, dachte Tiffany. Ich habe das alles über uns gebracht.
»Ihr müsst ein großes Feuer entzünden, drüben bei den Schuppen«, sagte sie laut. »Ein richtig großes Feuer, versteht ihr? Werft alles hinein, was brennt. Gebt ihm Nahrung. Es wird wieder ausgehen wollen, aber ihr müsst dafür sorgen, dass es weiterbrennt. Haltet genug Brennmaterial bereit, was auch immer geschieht. Das Feuer darf nicht ausgehen!«
Tiffany gab dem »nicht!« einen lauten, furchterregenden Klang, um zu verhindern, dass die Gedanken der Leute abschweiften. Sie streifte den dicken braunen Wollmantel über, den Fräulein Verrat für sie gemacht hatte, und nahm den spitzen schwarzen Hut vom Haken an der Tür. Eine Art gemeinschaftliches Grunzen entrang sich den Menschen, die sich in der Küche zusammendrängten, und einige von ihnen wichen zurück. Wir wollen jetzt eine Hexe, wir brauchen jetzt eine Hexe, aber ... wir weichen jetzt auch ein wenig zurück.
Das war die Magie des spitzen Huts. Fräulein Verrat nannte es »Boffo«.
Tiffany Weh trat hinaus in den schmalen Korridor, der in den Schnee auf dem Hof gegraben worden war - die Schneewehen waren dort mehr als vier Meter hoch. Wenigstens schützten sie vor dem Wind, der aus Messern zu bestehen schien.
Man hatte einen Weg zur Koppel geschaffen, aber es war alles andere als leicht gewesen. Wenn der Schnee überall vier Meter weit aufragt, wie und wohin soll man ihn dann beiseiteräumen?
Tiffany wartete bei den Karrenschuppen, während die Männer an den Mauern aus Schnee herumhackten und -kratzten. Inzwischen waren sie todmüde; sie hatten stundenlang Schnee geschaufelt.
Das Wichtigste war ...
Aber es gab vieles, was wichtig war. Es war wichtig, ruhig und zuversichtlich zu wirken. Es war wichtig, einen klaren Kopf zu behalten. Es war wichtig, nicht zu zeigen, dass man sich vor Angst fast in die Hosen machte ...
Sie streckte die Hand aus, fing eine Schneeflocke auf und untersuchte sie eingehend. Es war keine normale, nein, ganz und gar nicht. Es war eine seiner speziellen Schneeflocken. Kein gutes Zeichen. Er verhöhnte sie. Tiffany hatte ihn nie zuvor gehasst, aber jetzt war sie dazu imstande, denn er tötete die Lämmer.
Sie fröstelte und zog den dicken Mantel enger um ihre Schultern.
»Dies ist meine Entscheidung«, krächzte sie, und ihr Atem bildete in der Luft kleine Wölkchen. Sie räusperte sich und begann erneut.... -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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