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Der Winter tut den Fischen gut [Gebundene Ausgabe]

Anna Weidenholzer
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

4. September 2012
Maria hat Zeit. So sitzt sie tagsüber oft auf einer Bank am Platz vor der Kirche, beobachtet das Treiben dort, ein Kommen und Gehen, Leute, die Ziele haben und wenig Zeit. Die arbeitslose Textilfachverkäuferin kennt sich mit Stoffen aus, weiß, was zueinander passt, was Schwächen kaschiert und Vorzüge betont. In ihrem Fall ist das schwieriger: Welcher Vorzug macht ihr Alter vergessen für einen Markt, der sie nicht braucht? Alt ist sie nicht, aber ihr Leben läuft trotzdem rückwärts, an seinen Möglichkeiten, Träumen und Unfällen vorbei: Otto, den sie im Gemüsefach vergisst, Walter, den Elvis-Imitator von der traurigen Gestalt, der sie zur Witwe macht, Eduard, der mit einer anderen aus der Stadt zurückkehrt, ihre kleinere Schwester, die sosehr Mutter ist, dass sie Maria wie ein Kind behandelt. In solchen Geschichten um solche Menschen, liebenswert in ihrer skurrilen Versponnenheit, entwirft Anna Weidenholzer ein Bild von einer Frau am Rande der Gesellschaft. Und das ist immer noch mitten im Leben.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 250 Seiten
  • Verlag: Residenz Verlag; Auflage: 1. (4. September 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3701715831
  • ISBN-13: 978-3701715831
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 13,4 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 70.942 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

...Allerdings ist Der Winter tut den Fischen gut viel mehr als ein Buch über Arbeitslosigkeit: Es macht aus dem Fall der Maria Beerenberger eine individuelle Lebensgeschichte, es gibt der ehemaligen Verkäuferin im Textilhandel, gekündigt mit 47 Jahren, nach neunzehn Jahren, Gesicht und Stimme ohne Pathos und ohne plumpe Parteilichkeit. (...) Der Autorin gelingt es, solch banale Lebenserschwernisse durch eine Fülle von Details plastisch, interessant, bisweilen auch sacht komisch erscheinen zu lassen. Maßgeschneidert wirkt, bis in die Dialoge hinein, die Sprache: Sie ist schlicht, prägnant und von einer schartigen Schönheit. (FAZ, Daniela Strigl)

Anna Weidenholzer hat eine reduzierte, lakonische, sehr durchgearbeitete Sprache gewählt, die sich der Ereignisarmut mimetisch anschmiegt und ebenso auf dem Teppich bleibt wie die Hauptfigur selbst. (SÜDDEUTSCHE ZEITUNG, Jutta Person)

Anna Weidenholzers Roman Der Winter tut den Fischen gut ist nicht nur erfüllt von gut beobachteten, behutsam eingebauten Details der Innen- und Außenwelt und vielen kleinen großen Bemerkungen. Der Roman der gebürtigen Linzerin vom Jahrgang 1984 ist in einem besonderen Muster gestrickt. (KURIER, Peter Pisa)

Über den Autor

Anna Weidenholzer, geboren 1984 in Linz, lebt in Wien. Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft in Wien und Wroc aw, Polen. Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien, zahlreiche Auszeichnungen, u.a. Alfred-Gesswein-Preis 2009, Aufenthaltsstipendium Schloss Wiepersdorf 2011, Staatsstipendium für Literatur 2011/2012. Mit ihrem ersten Buch, Der Platz des Hundes (2010), war sie 2011 für das Europäische Festival des Debutromans in Kiel nominiert.

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Kundenrezensionen

4.4 von 5 Sternen
4.4 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Trotz des interessanten Themas keine volle Punktzahl 6. November 2012
Von Ina
Format:Gebundene Ausgabe
Die Story: Maria Beerenberger ist "über 48", verwitwet und nun auch noch arbeitslos. Seit Jahren hat sie nichts anderes getan als jeden Tag zur Arbeit zu gehen und sich abends mit ihrem Mann Walter auf das Sofa zu setzen. Doch nun ist alles anders.
Maria zieht sich immer weiter zurück. Sie geht weder zu den Terminen beim Arbeitsamt, noch zu ihrer Schwester. Kinder hat sie mit ihrem Mann nie gehabt, so dass sie nun allein in der Wohnung (Anmerkung: in Österreich) lebt.
Auch ihre alten Arbeitskollegen können sie nicht mehr aus dem Loch herausholen - alles erscheint sinnlos und befremdlich...

Der Stil: Dieses Buch hat mich direkt am Anfang schon überrascht. Man liest die Geschichte rund um Marie rückwärts. Das Buch hat 54 Kapitel und mit diesem fängt es auch, wobei ein Er-Erzähler über Marias vergangenes Leben berichtet. *Spoiler* Man reist dabei durch die verschiedenen Abschnitte, angefangen beim Ende. Man erfährt mehr über Marias Werdegang nach der Entlassung im Modegeschäft und wie sie beim Arbeitsamt behandelt wird. Man erlebt wie die Freundschaften zu ihren Kolleginnen immer weiter zerfallen, ebenso die Nähe zu ihren Nachbarn. Selbst zu ihrer Schwester pflegt Maria keinen Kontakt mehr. Das Ende des Buches beginnt eigentlich in der Kindheit von Maria und erklärt wie sie so geworden ist.
Denn Marias Charakter ist sehr eigen. Anna Weidenholzer muss meiner Meinung nach eine sehr gute Fantasie haben oder hat selbst solche Erfahrungen gemacht (ob nun persönlich oder im Umfeld kann ich nicht sagen). Und so eigen Maria ist, so eigen ist auch der Schreibstil. Keine direkten Dialoge, dafür jede Menge Selbstgespräche. Mir fiel das Lesen dadurch sehr schwer und ich musste einige Passagen mehrfach lesen um den Inhalt wirklich zu verstehen. Doch leider bin ich mir hier immer noch nicht sicher. Die Satzlänge und Satzstellung sind einfach zu lang und zu wirr.
Positiv dagegen finde ich die Einteilung der Kapitel. Die Länge variiert dabei von wenigen Zeilen bis hin zu mehreren Seiten. Dennoch immer passend.

Mein Fazit: Auch wenn ich das Thema menschlicher Verfall, bzw. die Konsequenzen einer lebenslangen Abhängig von Beruf und Ehepartner sehr interessant finde - überzeugen konnte mich das Buch leider nicht. Ich bin einfach nicht mit dem Schreibstil zurecht gekommen. Zudem konnte ich keinerlei Sympathie zu Maria aufbauen - und das trotz der vielen (gemeinen) Schicksalsschläge...
Somit kann ich mich leider nicht zu einer Leseempfehlung durchringen. Am besten man schaut sich die Leseprobe (siehe unten) an und entscheidet selbst.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Seltsames, berührendes Buch 9. November 2012
Von Heane
Format:Gebundene Ausgabe
Maria ist 48, Verkäuferin, Witwe und arbeitslos. Die Welt um sie herum entgleitet ihr zunehmend mit jedem Tag, den sie zuhause verbringt, an jedem Tag, an dem sie wieder keine Arbeit findet, wieder keinen Anschluss findet, wieder – versagt.

Sie hatte doch alles, aber hatte sie alles was sie sich wünschte? Hat Maria nicht doch auch, wie wir vielleicht alle, vertagt, auf später verschoben, Kompromisse geschlossen, sich abgefunden, akzeptiert um am Ende herauszufinden….

Die Protagonistin Maria, erlebt ihr Leben rückwärts, die LeserInnen begleiten sie auf zermürbenden Gängen zum Arbeitsamt, zählen mit ihr die Minuten und lassen Stunde um Stunde mit ihr gemeinsam vorüberziehen.

Maria ist eine Frau, die in den letzten Kriegsjahren jung gewesen ist und den Wiederaufbau mitgetragen hat, verzichtet hat um ihren Beitrag zu leisten, von dem sie glaubte, er würde ihr mehrfach vergolten werden.

Aber die Welt hat sich weiter entwickelt und Maria erkennt langsam, dass sie sich an ihr vorbei entwickelt hat. Die Welt dreht sich schneller und schneller, nur sie selbst bleibt gefangen in ihren Denkmustern in angelernter Kleinkariertheit und als sie beginnt über den Tellerrand zu blicken, scheint es bereits zu spät.

Der rückwärts gerichtete Schreibstil verstört auf den ersten Blick, aber er animiert die LeserInnen zum konzentrierten Lesen, zum Innehalten und Nachdenken, damit die Ereignisse langsam ins rechte Bild gerückt werden können und das erwähnte Bild sich zu einem großen Ganzen zusammen setzen lässt.

Ein seltsamer Roman, der die LeserInnen verstört, berührt, ins Dunkel stößt, ihnen einen Spiegel vorhält und es doch vermag uns mit unserem Leben zu versöhnen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Winter tut den Fischen gut 9. März 2013
Von Sarlascht
Format:Gebundene Ausgabe
Inhalt:
Maria Berrenberger ist 48, Textilverkäuferin, verwitwet und arbeitslos. Jahrelang bestand ihr Alltag daraus, zur Arbeit zu gehen, spät abends nach Hause zu kommen und es sich dort auf dem Sofa, mit ihrem Mann Walter, gemütlich zu machen. Diese Welt gibt es nun nicht mehr, alles scheint zerbrochen.
Sie beginnt zu Vereinsamen, geht nicht zu den Terminen vom Arbeitsamt, wehrt den Kontakt mit ihren ehemaligen Arbeitskollegen ab und auch Besuche bei der Familie unterlässt sie. Sie und Walter hatten niemals Kinder, der Freundeskreis beschränkt – so bleibt sie alleine mit ihren trüben Gedanken und dem Gefühl, versagt zu haben, nicht mehr brauchbar für die Welt zu sein.

Meine Meinung:
Laut inneren Klappentext hatte ich mir eigentlich ein Buch erwartet, was darauf zielt, verschiedenste Menschen in ihrem Leben zu beobachten. Ihre oft seltsam wirkenden Verhaltensweisen näher zu beleuchten, während man bei der Geschichte stiller Beobachter spielt. So ist es aber nicht, ganz und gar nicht, beobachtet wird, wenn man es überhaupt so nennen will, nur Maria. Hat jetzt meine Erwartungshaltung nicht erfüllt, fand ich ein wenig schade, weil ich mir einfach Geschichten in einer Geschichte erhofft hatte, aber es heißt nicht, dass mir die Umsetzung nicht trotzdem gefallen hat.

Du sagst: Was schaust du immer in den Himmel, Maria, dort siehst du nichts. Ich sage: Ich sehe die Wolken, ich sehe die Sonne, dann und wann ein Flugzeug, dann und wann ein Vogel, das genügt. Du drehst dich nicht um, ich bleibe zwei Schritte hinter dir. Dort, wo wir stehen, wird der Schnee stärker platt gedrückt als dort, wo wir nur darüber gehen. Der Schnee deckt alles zu, auch deine Spuren, sie werden verschwinden. Tanz mit mir Tango, sage ich, tanz mit mir. Warum flüsterst du, fragst du. Ich habe meine Stimme verloren, ich weiß nicht, wo sie ist. (Seite 91)

Maria ist einen schon nach wenigen Seiten sympathisch, sie hat etwas an sich, was einen nicht mehr loslässt. Die Verzweiflung darüber, dass sie keine Arbeit mehr findet, sie ist beinahe greifbar. Das Geschriebene ist authentisch, ihre Verhaltensweisen lassen sich nachvollziehen, die Angst vor dem Arbeitsamt, welches sie einfach noch irgendwo hineinquetschen möchte, um sie loszuwerden. Das Gefühl, jeden und allen nur lästig zu sein, an seinen eigenen Wert zu zweifeln, weil einen die Umwelt eben genau dies zeigt – man ist überflüssig, unsichtbar.

Neben der Arbeitssituation ist es aber auch die Einsamkeit, die das Buch prägt. Mit ihrem Mann Walter hatte sie nie Kinder, dachte aber, mit ihm alt werden zu können. Man richtete sich gemeinsam im Leben ein, brauchte keine anderen Menschen, hatte doch einander, doch dann wird ein Teil des Paares weggerissen und man bleibt alleine zurück. Sieht, wie sehr man sich einigelte, weil man dachte, nicht mehr Menschen zu brauchen, außer dem Lebenspartner. Maria hat Bekannte, aber nach dem Jobverlust, wird sie von diesen meist bedrängt, behandelt wie eine Ausgestoßene, weil man nicht mehr in die Gesellschaft passt, wenn man nicht arbeitet und so distanziert sie sich von ihnen, weil Vorwürfe das Letzte sind, was sie noch braucht, wo sie sich selbst schon gedanklich fertig macht.

Es gibt Tage, an denen man sich wünscht, es wäre jemand hier, der einem über den Kopf streicht. Egal wie schmutzig die Hände sind, Hauptsache, sie sind groß. (Seite 127)

Jetzt wäre es das perfekte Buch, nur leider gefällt es mir überhaupt nicht, dass das Buch rückwärts läuft. Man marschiert durch das Buch, bis man in Marias Kindheit angelangt. Ok, ist der Stil, kann man sich damit anfreunden, aber es geht zum Schluss einfach viel zu schnell. Über die Hälfte des Buches befindet man sich in der Gegenwart, dann gleitet man ein wenig in die Vergangenheit ab und am Ende, zack, landet man in der Kindheit. Ging mir persönlich viel zu schnell und außerdem wollte ich doch so gerne wissen, wie Maria ihr Leben in der Gegenwart meistert. Ich sag’s direkt heraus: fand das Ende einfach richtig schlecht. Leider, weil ich ansonsten das Buch liebte.

Fazit:
Zentrale Themen des Buches sind Arbeitslosigkeit und Einsamkeit, wie sie das Leben eines Menschen prägen, welche Auswirkungen sie haben. Eine eindringliche und beklemmende Beschreibung, die leider in einem schwachen Ende gipfelt.
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3.0 von 5 Sternen Naja - etwas gewöhnungsbedürftig
Also - das Buch ist sicherlich etwas für Leser, die Bücher gerne von hinten nach vorne lesen. Ich hatte nach einer Rezension in einer Tageszeitung mehr erwartet. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Renate Espich veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen alles bestens -schnell und preiswert. Danke :-)
alles bestens -schnell und preiswert. Danke :-)
was soll ich sonst schreiben - jetzt weiß ich warum ich keine Bewertungen erhalte, man muss soviel BLABLA schreiben
Vor 2 Monaten von Barbara Hoefig veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Danke
Das Buch ist so schön und traurig wie sein Umschlag.
Ich habe es sehr gerne gelesen, und wie ich fertig war gleich nocheinmal. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von olga loy veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Wunderbares Buch für die kalte Jahreszeit
Angenehm unaufgeregt schreitet die Geschichte voran und man bekommt Stück für Stück einen Einblick in das Leben der Protagonistin. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Philipp Naderer veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ein Buch das mit seiner Sprache berührt
Das Buch hat mir sehr gefallen, weil es unglaublich gut geschrieben ist. Die Geschichte ist irgendwie spannend, bedrückend und sehr echt. Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Schnusl veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Großartige Erzählung!
Maria Beerenberger hat alles verloren. Der Mann ist viel zu früh gestorben. Der Job in der guten Boutique ist nun auch schon seit zwei Jahren weg. Also flüchtet Maria. Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von a_kep veröffentlicht
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