Der Windsänger fängt gut an. Sehr gut sogar. Darum ist später die Enttäuschung umso größer, weil außerhalb der Stadt Logik und Glaubhaftigkeit der Figuren den Bach runter gehen
Die Stadt Aramanth wird durch eine Art Kastensystem beherrscht, dass alle Untertanen vom 2 en Lebensjahr an mit Prüfungen traktiert.
Die Teenager Kestrel und Bowmann verweigern den ständigen Leistungsdruck und müssen aus der Stadt fliehen. Zuvor trifft sie jedoch den Herrscher, der ebenfalls ein Gefangener ist und der sie bittet, die Stimme des Windsängers zurück in die Stadt zu holen. Der Windsänger ist ein Relikt aus alter Zeit, der in der Mitte der Stadt steht und eine Art komischer Turm ist, der jedoch nicht mehr singt.
Kestrel und ihr Bruder Bowmann, die sich im Gegensatz zu anderen telepathisch verständigen können, sind gut eingeführt und die Geschichte ist am Anfang sehr gut, doch umso mehr war ich enttäuscht, wie sehr sie dann nachließ. So wird ihr Freund Mumbo anfangs als völlig dumm dargestellt, was auch in dem Kastensystem nicht funktionieren sollte, wo die dummen Kinder in eigenen Schulen unterrichtet werden sollte. Später wandelt sich Mumbo vom Dummkopf zum Heldenhaften Kämpfer, einfach, weil ein Talent dazu erweckt wird.
So wie Mumbos Verwandlung fallen viele Dinge in dem Buch einfach vom Himmel. Wo die Ideen anfangs noch gut sind, wie mit den fahrenden Segelstädten, wird es am Ende schon richtig haarsträubend, wo Zombiekrieger den Helden nachstellen und dann frech behauptet wird, eine Schlucht, die so tief ist, dass sie den Stein nicht hören, wenn er auftrifft, wird dadurch, dass die Zombiekrieger runterfallen aufgefüllt und die Zombiekrieger verlieren dabei nicht mal einen mehr als einen halben Tag Zeit.
Da wirkt das Hörbuch dann nicht mehr für Kinder gemacht, sondern von Kindern geschrieben, die zu viele Gewaltspiele gesehen haben.
Es scheint, dass der Autor schreiben kann und mit einer guten Idee begonnen hat, doch dann wurde entweder der Zeitdruck zu groß oder hat gar ein anderer weniger talentierter für ihn weitergeschrieben?
Von den Jahren, die Tolkien gebraucht hat, seinen Herrn der Ringe glaubhaft hinzuschreiben, hätte sich der Autor zumindest eines nehmen sollen, um die gröbsten Logikschnitzer auszubessern und den später auftauchenden Figuren den Hang zur Grenzdebilität zu nehmen.
Wer keine große Ansprüche hat, und wer Tolkien schon dreimal gelesen hat, dem mag das Hörbuch eine nette Unterhaltung bieten, wer aber wirklich gute Fantasy möchte, sollte sich etwas Anderem zuwenden.