Etwa einhundert Jahre ist dieses Kinderbuch aus England.
Nachdem es Elke Heidenreich vor einigen Jahren in ihrer leider abgesetzten Sendung "Lesen!" empfohlen hat, ist es auch bei uns wieder zu einiger Bekanntheit gelangt. Auch Doris Lessing hat in ihrem autobiographischen Buch "Alfred und Emily" in begeisterten Worten über die Prägung berichtet, die sie durch dieses Buch erfahren habe.
"Wind in den Weiden" ist so wie etwa "Pu der Bär" ein Klassiker der englischen Kinderliteratur. Seine Hauptpersonen, vier liebenswerte vierfüßige Gentlemen, haben schon Generationen von jungen und älteren Leserinnen und Lesern zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken gebracht - denn das, was Ratte, Maulwurf, Kröterich und Dachs so alles widerfährt, trägt oft sehr menschliche Züge. Und dennoch, auch wenn Dachs und Maulwurf in Höhlen hausen, die mit Mini-Menschenmöbeln ausgestattet sind, entspricht ihr Leben der Natur der Tiere. Sie leben in Freiheit, folgen dem Lauf des Jahres, vernehmen den Ruf der Heimat und sind glücklich, wenn sie beides haben: die Sicherheit des angestammten Baus und die unerschütterliche Treue ihrer Freunde.
Es ist ein Buch über die tragende Kraft der Freundschaft, die vieles aushalten kann und schwierige Charaktere, hier ist es der autonarrische und selbstverliebte Kröterich, mit Geduld und Ausdauer zum Guten verändern kann. Die hier im Urachhaus-Verlag vorgelegte neue Übersetzung von Michael Stehle ist ansprechend und auch die für dieses Buch angefertigten Illustrationen von Inga Moore haben mir besser gefallen als die aus bisherigen Auflagen.
Ich wünsche dieser Neuauflage viel Erfolg. Denn "Wind in den Weiden" ist auch nach einhundert Jahren noch ein für Kinder ganz hervorragendes Buch und etwa ab 5 Jahren sehr gut zum Vorlesen geeignet.