Die Bewertung dieses Thrillers ist ein zweischneidig Schwert - da ist einerseits der Roman selbst, wieder ein kleines Meisterwerk von Tony Hillerman. Und da ist andererseits die deutsche Übersetzung. Doch der Reihe nach: Jim Chee, kürzlich erst in ein neues Revier versetzt, hat allerlei Kleckerkram zu bearbeiten - eine Windmühle, die immer wieder demoliert wird, und ein Diebstahl, für den der Hauptverdächtige eigentlich keinen Grund hatte - und, dies allerdings ist keine Lappalie, ein Mord an einem nach Monaten noch nicht identifizierten Opfer ist auch immer noch ungeklärt.
Bei diesen Ermittlungen wird Chee zufällig Augenzeuge eines Flugzeugabsturzes; offenbar handelte es sich um Drogenschmuggel, und einige der Beteiligten sind ermordet worden, die anderen verschwunden. Diese Angelegenheit ist Sache des FBI, der sich hier gewohnt stümperhaft betätigt. Damit nicht genug - Chee gerät auch noch in Verdacht, selber in diese Drogengeschichte verwickelt zu sein, und wird angewiesen, sich aus den Ermittlungen herauszuhalten. Er arbeitet also weiter an seinen ursprünglichen Fällen, immer unter der Gefahr, suspendiert oder gar verhaftet zu werden; seine etwas unorthodoxen Arbeitsmethoden (wenn DAS der FBI wüsste...) geben der Handlung erst so richtig den Drive. Merkwürdig nur, dass diese seine anderen Fälle ihn immer wieder zu dem Flugzeugwrack führen, und ebenso merkwürdig sind die Ungereimtheiten, auf die er überall stößt.
Da Chee nun aber nicht nur ein fähiger Polizist ist, sondern auch die Navajo-Traditionen kennt und nach ihnen lebt, entwirrt er die Widersprüche und kommt er den Zusammenhängen auf die Spur, denn denen liegen eben die Traditionen von Navajos und Zunis zugrunde - und daran denken korrupte Bundesbeamte eben nicht.
Man sieht schon, wieder mal ein Thriller der Extraklasse, den Hillerman hier vorlegt.
Allerdings macht die deutsche Übersetzung von Klaus Fröba stellenweise sehr misstrauisch; ohne einen Blick ins Original werfen zu müssen, kann man Übersetzungsfehler nicht übersehen. Hier das komischste Beispiel: "Bald wird [...] die Zeit kommen, heimzukehren zu den Hügeln von San Francisco" -- die Rede ist von einem religiösen Ritus der Hopi-Indianer, die nun wirklich nichts mit Kalifornien am Hut haben, und mit den "Hügeln von San Francisco" sind die San Francisco Peaks in Arizona gemeint, wie ein kurzer Blick auf eine beliebige Landkarte zeigt. Peinlich, peinlich. Eigentlich sollten hier nicht die Leser stutzig werden, sondern der Übersetzer. Diese und andere, weniger auffällige Fehlübersetzungen und/oder Auslassungen führen dazu, dass Fröba seine an sich einfühlsame Übersetzung unter Wert verkauft - vom Original ganz zu schweigen.