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Der Westen und der Rest der Welt: Die Geschichte vom Wettstreit der Kulturen
 
 
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Der Westen und der Rest der Welt: Die Geschichte vom Wettstreit der Kulturen [Gebundene Ausgabe]

Niall Ferguson , Michael Bayer , Stephan Gebauer
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
  • Verlag: Propyläen Verlag (28. Oktober 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3549074115
  • ISBN-13: 978-3549074114
  • Originaltitel: Civilization
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,8 x 4,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 10.192 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Niall Ferguson
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Ein lesenswertes, unterhaltsames und faktenreiches Geschichtsbuch." CICERO, 10/11 "Ferguson nimmt den Leser mit auf eine Zeitreise sehr plastisch, sehr spannend. Er öffnet stets einen Blick auf Hintergründe, die oft erhellender sind als philosophische Traktate. [ ] Mit diesem Buch gewinnt die Diskussion um den Wettstreit der Kulturen an Tiefe." FRANKFURTER RUNDSCHAU, Thomas Geisen 11.10.11 "Man wird kaum einen seiner Texte beiseite legen, ohne nicht wenigstens mit einem neuen Gedanken beschenkt worden zu sein. Fergusons Buch lohnt die Lektüre." DIE WELT, Jaques Schuster, 29.10.11 "Wie alle wahrlich großen Geschichtsschreiber bietet er so nicht nur Einsichten, sondern auch ein Lesevergnügen." NEUE ZÜRICHER ZEITUNG, Markus Schär, 30.10.11 "Dies ist die Geschichte vom unaufhaltsamen Aufstieg des Abendlandes und dem Versinken der chinesischen Hochkultur im Dämmerschlaf der Jahrhunderte. Es ist gleichzeitig die Geschichte des rasanten Wiedererstarkens Chinas und des relativen Verfalls der westlichen Gesellschaft. Niall Ferguson macht daraus eine große Erzählung und ein intellektuelles Ereignis." DEUTSCHLANDRADIO KULTUR, 03.11.2011 "Hochbrisant!" DER STANDARD, 07.12.11 "[...] eine spannende, vor allem technik- und wissensgeschichtlich angelegte Globalgeschichte der letzten Jahrhunderte." FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG, 12.01.2012

Kurzbeschreibung

Alle reden vom Niedergang des Westens. Was aber hat ihm den Aufstieg ermöglicht? Vor 600 Jahren wäre niemand auf die Idee gekommen, dass die Europäer einmal die Welt beherrschen würden. Die Ming-Dynastie in China oder das Osmanische Reich im Nahen Osten waren hoch entwickelte Zivilisationen, als in Europa Pest, Krieg und Elend herrschten. Niall Ferguson, der »brillanteste Historiker seiner Generation« (Times), bietet eine ebenso originelle wie überzeugende Antwort. Es waren sechs »Killer-Applikationen«, die dem Westen gegenüber dem Rest der Welt Überlegenheit verschafften: Wettbewerb, Wissenschaft, Demokratie, Medizin, Konsumismus und Arbeitsmoral. Ferguson nimmt uns mit auf eine Zeitreise durch die Weltgeschichte – vom Großen Kanal in Nanking zum Topkapi-Palast in Istanbul, von Machu Picchu in den Anden zur Haifischinsel in Namibia, von den indischen Teeplantagen zu den Geheimkirchen von Wenzhou. Vor Ort, am konkreten Beispiel, zeigt er, wie jeweils eine oder mehrere dieser »Killer-Applikationen « den westlichen Eroberern Vorteile einbrachten. Die Schlüsselfrage heute lautet, ob der Westen das Monopol über seine sechs Geheimwaffen verliert. Falls ja, werden wir das Ende seiner Dominanz erleben. Wer diese höchst anregende Reise durch ein halbes Jahrtausend Weltgeschichte liest, bekommt ein tieferes Verständnis dessen, was die heutige Welt bewegt.

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Format:Gebundene Ausgabe
Vorwort:
Erkenntnisinteresse ist Frage nach den Gründen für den Aufstieg des Westens seit 1500 (Rasselas' Frage: 'Wodurch ' sind die Europäer so mächtig geworden?'. S. 41) und nach den prägenden Grundlagen der westlichen Zivilisation, wobei die westliche Vormachtstellung bereits ihren Höhepunkt überschritten hat. In der aktuellen Finanzkrise und dem Aufstieg Chinas sieht Ferguson Anzeichen für den Niedergang des Westens und des 'nie proklamierten amerikanischen Imperiums'. (S. 9 bzw. S. 51), die westliche Zivilisation sieht er bedroht, da ethische Grundlagen verloren gingen.

In den folgenden sechs Hauptkapiteln werden dann sechs Gründe ' sog. Killer-Applikationen - für den 'Aufstieg unserer Zivilisation' in zumeist vergleichenden Darstellungen herausgearbeitet und mit historischen Daten belegt bzw. illustriert:
Zentraler Faktor ist die Dynamik des Wettbewerbs, der im 'bunten Flickenteppich Europas' (S. 85)
Anstrengungen und Expansion bewirkt, während das Großreich China sein Herrschaftsgebiet vor allem vor äußeren Gefahren zu schützen versucht.

Wissenschaftlicher Fortschritt ' sowohl bei Erfindungen für Wirtschaft und Kriegsführung als auch in den Staatslehren der Aufklärung ' ist die Grundlage für Staaten/Zivilisationen, die sich behaupten bzw. durchsetzen wollen. Reformation und Staatsführung mit Vernunft und Toleranz führen zum Aufstieg, während wissenschaftlicher Stillstand zum Niedergang führt. (Beispiele: Aufstieg Preußens bzw. Ende des Osmanischen Reiches, erst mit der Reformpolitik von Kemal Atatürk wird eine Wende eingeleitet).

Im dritten Hauptkapitel werden die unterschiedlichen Methoden der Eroberung und Kolonialisierung von Nord- bzw. Südamerika durch Engländer und Spanier beschrieben. Den nachhaltigen Erfolg des nordamerikanischen Modells für die westliche Zivilisation sieht Ferguson ' theoretisch untermauert durch die Staatslehre von John Locke - in der Gewährleistung des Privateigentums für die englischen Siedler, verbunden mit entsprechenden Konsequenzen für die Staatsform, die allerdings noch lange Zeit die Sklaverei für legitim hielt. (S. 202)

Das umfangreiche Kapitel zum Faktor Medizin bezieht sich meist auf Beispiele aus der Epoche des Imperialismus und will zeigen, wie es durch medizinischen Fortschritt gelang, die Lebenserwartung der Menschen in Europa und den Kolonien zu erhöhen. Die Arbeit der Tropenärzte in Deutsch-Südwest-Afrika in Verbindung mit dem Überlegenheitsdenken der weißen Kolonialherren führt zur Entwicklung von Rassetheorien, die Kombination mit dem Sozialdarwinismus in die NS-Rassenlehre münden. (S. 284) Neben dieser - für den deutschen Leser eventuell überraschenden Entwicklungslinie ' stellt Ferguson in diesem Kapitel auch den Verlauf der Französischen Revolution und weiterer Revolutionen des 19. Jahrhunderts kurz dar, wobei vor allem die 'verheerende Gewalt des Krieges' (S. 240ff.) betont. Trotz hoher Opferzahlen der Kolonialarmeen im Ersten Weltkrieg sieht Ferguson hier auch den zivilisatorischen Aspekt, dass den Soldaten aus Afrika die Chance geboten wurde, z.B. die französische Staatsbürgerschaft zu erlangen. 'Der Krieg kann jedoch auch den menschlichen Fortschritt fördern.' (S. 283) Ferguson führt hier Bluttransfusionen und Tetanus-Impfung als Beispiel für diese schwergewichtige Aussage an.
Insgesamt ist dieses vierte Kapital zur 'Killer-Applikation Medizin' nicht überzeugend. Im Rahmen seiner letztlich chronologisch angeordneten Darstellung der sechs Kapitel soll hier das 'lange 19. Jahrhundert' von der Französischen Revolution bis zum Ersten Weltkrieg dargestellt werden, wobei die Medizin als Obergriff für verschiedenste positive und negative Elemente (Revolution, Gewalt, Imperialismus, Kolonialherrschaft, erhöhte Lebenserwartung, Rassentheorien, Impfungen) gewählt wird.

Das Kapitel 'Konsum' bietet eine Sammlung von 200 Jahren Wirtschaftsgeschichte zumeist am Beispiel der Textilindustrie, wobei anhand der 'Jeans-Revolution' (S. 358) gezeigt wird, wie sich die westliche Zivilisation auch in einer Vereinheitlichung der Kleidung durchsetzt.
Der Durchbruch der Industriellen Revolution in England wird dabei recht einfach nach dem komparativen Kostenvorteil nach Ricardo auf zwei Gründe reduziert: hohe Reallöhne der Arbeiter und leicht abbaubar Kohle. 'In Großbritanien war es sinnvoller als irgendwo sonst, teuere menschliche Arbeiter durch Maschinen zu ersetzen, die durch billige Kohle angetrieben wurden.' (S.306)
Die von Karl Marx vorhergesagte Verelendung der Arbeiterklasse wird dann aber zum einen durch Politik der Nationalstaaten, z. B. Bismarck Sozialgesetzung, vermieden; zum anderen dadurch, dass der auch als Konsumenten wichtige Arbeiterschaft höhere Einkommen zugestanden werden.

Allerdings beschränkt sich die ökonomische Analyse der sich herausbildenden kapitalistischen Weltwirtschaft auf diese Binsen-Wahrheiten, der Trend zur Vereinheitlichung der Kleidung scheint für Ferguson das bedeutendere Thema zu sein. Auf vielen Seiten hat er Beschreibungen über den Siegeszug der Singer-Nähmaschine und der Durchsetzung des westlichen Kleidungsstils in Japan als Illustration eingefügt. Nachdem dank Keynes auch die Weltwirtschaftskrise überstanden wurde, war der Siegeszug des amerikanischen Konsummodells nicht mehr aufzuhalten, da Kommunismus und Nationalsozialismus ungeeignet waren, die Verbraucherwünsche zu befriedigen. (S. 352)

Die Würdigung von Wettbewerb und Eigentum in den ersten Kapiteln lassen den politischen Standpunkt von N. Ferguson erahnen, wobei manche Aussagen und Wertungen aber gängige britische Pauschalisierungen bieten: 'Nach Osten hin konnte fast nichts die bolschewistische Epidemie stoppen.' (S. 340) 'Der Daseinszweck der SS und des Nationalsozialismus insgesamt war die Zerstörung und nicht der Konsum.' (S. 347) Auch mag es für manchen deutschen Leser neu sein, dass die Metzinger Firma Hugo Boss die SS-Uniformen mit ihrer 'düsteren Eleganz' entworfen und produziert hat. Wenn Ferguson diese Information noch mit dem Satz kommentiert, 'Dies war sicherlich der Höhepunkt des faschistischem Modestils.' (S. 347), so hat er seine leitende Fragestellung seines Buches schon längst aus den Augen verloren und präsentiert einfach nur sein fleißig gesammeltes Datenmaterial. Auf den abschließenden fünf Seiten zur Killer-Applikation 'Konsum' stellt er die Kopftuch- bzw. Schleierfrage in der Türkei mit einem langen Koran-Zitat dar.

Unter der Überschrift 'Arbeit' gibt Ferguson die bekannte These von Max Weber wieder, dass die protestantische Arbeitsethik ein wesentlicher Faktor für den Erfolg des kapitalistischen Systems war, wobei N. Ferguson vor allem die Aspekte Sparsamkeit und Alphabetisierung bzw. Bildung hervorhebt. Vor allem in den USA mit der im Vergleich zu Europa wesentlich bedeutendenen Religiosität und Vielzahl konkurrierenden Kirchen scheint diese 'protestantische Ethik' noch vorhanden.

'Die Europäer sind heute die Faulpelze der Welt.' (S. 393) Sie ''arbeiten nicht nur weniger, sie beten auch weniger.' (S. 395) Allerdings haben Europäer und Amerikaner, die Konsumenten als auch die Staaten' dasselbe Problem, das zu den aktuellen Finanzkrisen führt: 'Kapitalismus ohne Sparen.' (S.409) Dagegen entdeckten Südkoreaner und Chinesen die Wertebasis des Christentums für ihre aufstrebende Wirtschaft, wozu Ferguson einige Zitate und Belege anführt.

So endet das Kapitel mit einer starken Dosis von Kulturpessimismus bzw. Untergangsstimmung wie es auch die Zwischenüberschriften 'Die Länder des Unglaubens' und 'Naht das Ende aller Tage' zeigen.
'Wir laufen Gefahr, am Ende nur noch eine hohle Konsumgesellschaft und eine Kultur des Relativismus zu besitzen '.' (S. 424), '..tatsächlich werden die Grundwerte der westlichen Zivilisation durch die Art von Islam direkt und tödlich bedroht '' (S. 426). Migrationsströme und Klimawandel (S.431) können vielleicht zu einem erstaulich raschen Zusammenbruch der westlichen Zivilisation führen.

In seiner Schlussbetrachtung referiert Ferguson verschiedene Theorien von Zivilisationszyklen und wiederholt die sechs Faktoren (sog. Killer-Applikationen)(S. 449/450), die den 'Schlüssel zum Aufbruch des Westens' bildeten und nun teilweise und sehr erfolgreich von China 'kopiert' werden. Eine Gewichtigung dieser Faktoren wird jedoch nicht geleistet, letzlich bleiben die sechs Hauptkapitel unverbunden stehen, während er sich in seinem Schlussteil der aktuellen Diskussion um die Rivalität zwischen China und den USA widmet.

Ein möglicher Zusammenbruch des komplexen Systems der westlichen Wirtschaft bzw. Zivilisation bzw. eine Niederlage im 'Kampf der Kulturen' nach S. Huntington kann nach Ferguson vor allem von Kriegen bzw. Finanzkrisen verursacht werden (S. 454). Die USA könnten gezwungen sein, massiv ihre Militärausgaben zu kürzen und dadurch ihre Machtbasis zu schwächen. Es könnte zum Verfall der Leitwährung Dollar und zum Währungskrieg kommen oder USA können immer stärker zum Schuldner Chinas werden und damit zu den 'vereinigten Wirtschaften' von 'Chimerika'. (S. 463) Abschließend vergleicht Ferguson verschiedene wirtschaftspolitische Strategien, aber auch politische Schwachstellen Chinas. Der Westen erlebt seiner Meinung nach das Ende seiner 500-jährigen Vorherrschaft (S. Lesen Sie weiter... ›
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Format:Gebundene Ausgabe
'Wie kam es dazu, dass einige kleine Staaten am Westrand der eurasischen Landmasse um das Jahr 1500 begannen, ihren Einfluss auf die übrige Welt rasch zu vergrößern und sich eine Vormachtstellung ..... zu sichern'.

Dies ist die Leitfrage des Buches von Niall Ferguson, Professor für neuere Geschichte in Harvard, und die für ihn 'interessanteste Frage, die ein Historiker in der Gegenwart stellen kann'.

In sechs großen Themenbereichen geht Ferguson sodann dieser Frage ausführlich und breit, ohne es an der notwendigen Tiefe fehlen zu lassen, im Buch nach und endet mit einem Ausblick auf 'Die Rivalen' (der Moderne), der in die nähere Zukunft ein stückweit schauen lässt.

Geordnet hat Fergusson hierbei sein Unterfangen durchaus sinnvoll nicht rein chronologisch, sondern themenorientiert. In den großen gesellschaftlichen Feldern des Wettbewerbs (Grundlage aller Entwicklungen nach Ferguson), der Wissenschaft, des Eigentums, der Medizin, des Konsums und der Arbeit vollzieht er umfassend die Entwicklung der Welt nach dem 1500 Jahrhundert nach und weist in allen Feldern jene Entwicklungen auf, die zu Zeiten diesen 'kleinen Staaten des Westens' die entscheidenden Vorsprünge 'vor dem Rest der Welt' gesichert haben. Vorsprünge, die nicht nur zu wirtschaftlichen Vorteilen geführt haben, sondern auch zu jener Jahrhunderte andauernden Haltung, die eigene Kultur quasi zu 'exportieren' und andern Kulturen durchaus auch gewaltsam aufzudrängen.
Ein Gewicht der Kräfte, dass in unseren Tagen deutlich ins Schwanken gerät und, so Ferguson, durchaus in naher Zukunft zu ungunsten des Westens sich nachhaltig entscheiden kann (so dies nicht bereits geschehen ist).

Dies ist die Diagnose der Moderne, das Spannungsverhältnis zwischen schwindendem Einfluss, zunehmender Schwäche des Westens und der dennoch in Teilen ungebrochenen, aus der Geschichte erwachsenen, Haltung der kulturellen Hybris, die eigene Weltanschauung weiterhin weltweit zu verbreiten (vornehmlich in amerikanischer Prägung).

Eine Entwicklung, die Ferguson im Buch wie in einer Fieberkurve nachvollzieht. Der Aufstieg des Westens und damit einhergehend der Niedergang ehemals in ihren Bereichen führender Hochkulturen (an dem in beeiden Richtungen die christliche Religion, vornehmlich die katholische Kirche maßgeblich beteiligt waren) und nunmehr die wiederum erstarkenden anderen Kräfte (vornehmlich China) und der damit einhergehende, durchaus klar zu beobachtende, Niedergang des Westens als kulturelle und wirtschaftliche Vormacht.

Ein wieder Erstarken, das, auch dies weist Ferguson schlüssig nach, auf der Grundlage der westlichen Errungenschaften beruht. Auf allen Feldern hat vornehmlich China die 'Kopie' zunächst intensiviert und nun, darauf aufbauend, eigene Weiterentwicklungen vorangetrieben, ohne dabei fundamentale 'schwächende Entwicklungen' des Westens (u.a. überbordender Konsum und damit einhergehende massive Verschuldung) zu übernehmen. In dieser überbordenden Konsumhaltung (und deren Folgen) sieht Ferguson dann auch den zentralen 'Systemfehler' des Westens und die Ursache für alle folgenden Schwächungen.

Nicht das 'Ende aller Tage' sieht Ferguson gekommen, wohl aber prognostiziert er das Ende der westlichen Vorherrschaft in jedem Sinne und wirft zudem die sorgende Frage auf, wieweit der Westen überhaupt in Zukunft noch kulturell existieren wird oder ob gar eine völlige Assimilation an eine kommende asiatische 'Vorherrschaft' sich vollziehen wird.

Ferguson bietet im Buch eine durchaus fundierte Darstellung der geschichtlichen Entwicklung und legt sämtliche entscheidenden Entwicklungen und Themenfelder breit vor. Ebenso fundiert vollzieht er seine Analyse des langsamen Niedergangs der westlichen Kultur (die in ihren gewaltsamen Ausprägungen weltweit auch kaum vermisst werden wird).
In seinen Schlüssen für die Zukunft, die der aus all diesem zieht, wirkt er manches Mal allerdings sehr eng. Auch andere, differenziertere Entwicklungen sind möglich und noch ist nicht entschieden, ob die (selbstverschuldete) wirtschaftliche und kulturelle Ideenschwäche des gesamten Westens quasi zur kulturellen Auflösung führen wird, oder ob das 'Erbe der Geschichte' eine neue Wendung mit neuer Kraft zu nehmen vermag. Grund zur Sorge, das weist Ferguson nachdrücklich nach, besteht allerdings sehr.

Auch wenn man Ferguson in seinen Zukunftsthesen nicht in Gänze zu folgen bereit ist, legt er doch ein wichtiges und gehaltvolles Buch zur westlichen Haltung und deren geschichtlichen Wurzeln vor.
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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
naht das Ende des Westens? 4. November 2011
Von Christian Döring HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Der Historiker Niall Ferguson behauptet in seinem Vorwort: "Wir erleben gerade die Schlussphase des 500 - jährigen Aufstiegs des Abendlandes."

Wie dem auch sei, der Autor geht in seinem spannenden Buch der Frage nach, wie kam es zum Wettlauf oder auch Wettstreit der Kulturen? Und er, Ferguson, fragt weiter, wie konnte es geschehen, dass der kleine Westen seinen Einfluss über die bevölkerungsreicheren Gesellschaften Ostasiens so sehr ausbauen konnte?

Dann folgt in sechs großen Kapiteln eine übersichtliche Bestandsaufnahme über den Verlauf des Wettstreites der Kulturen auf unterschiedlichsten Gebieten. Um dem allem gut folgen zu können, sollte der Leser schon ein wenig Geschichtsverständnis mitbringen.

Seinen Höhepunkt hat dieses Buch ganz sicher gegen Ende. Und damit meine ich nicht die fast 100 Seiten Anmerkungen, Bibliographie, Personenregister und Ortsregister, sondern die äußerst spannende Frage: "Könnte etwa unsere eigene Version der westlichen Zivilisation genauso plötzlich zusammenbrechen?"

Dem Autor gelingt es sehr gut in seinem Buch aus dem misstrauischen, teilweise vielleicht sogar feindseligem Blick auf unsere Rivalen, unseren Blick zurück auf uns und unsere Einstellung zu unserer eigenen Zukunft zu lenken. Sehr gut sein Satz: "Vielleicht ist die wirkliche Bedrohung gar nicht der Aufstieg Chinas und des Islam oder der anstieg der CO2 Emissionen, sondern unser eigener verlorener Glaube an die Zivilisation, die wir von unseren Vorfahren ererbt haben."

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, es geht weit über die übliche Geschichtsstunde hinaus und lenkt das Denken des Lesers auf das eigene Tun!

Der Historiker Ferguson macht fit für die Zukunft!
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