...Endlich mal wieder ein vernünftiges Fantasybuch!
Die Geschichte selber ist sehr spannend, der junge Fitz ist endlich mal kein "ich-bin-mit-übermenschlichen-Gaben-gesegnet-und-soo-mutig-und-rette-jetzt-mal-die-Welt"-Turboheld, sondern trotz seiner Gabe ein junger Kerl voller Zweifel und Unsicherheiten, ohne heroisches Getue, ohne "du-bist-der-Auserwählte"-Geschwurbel, stattdessen muss er erkennen, dass sein Bastard-Status auch ein Politikum ist. Er muss seinen Platz im Leben erst finden und sich gegen die Antipathien und Gleichgültigkeiten wehren, die ihm täglich begegnen.
Robin Hobb hat einen ausgefeilten, angenehmen und schnörkellosen Erzählstil, bei dem kein Wort zuviel oder zuwenig scheint. Viele kleine Details lassen die Welt des Fitz lebendig werden und man merkt jedem Satz an, dass die Autorin sehr genau wusste, was sie warum geschrieben hat.
Nachdem ich zuletzt von dem ersten Band der "Night Angel"-Reihe von Brent Weeks extrem enttäuscht war ob des schlechten ERzählstils und des ewigen Geschwurbels, freue ich mich, endlich wieder auf ein Fantasybuch gestoßen zu sien, dessen Autor sein Handwerk beherrscht und mit seiner Geschichte zu fesseln weiß.
Für Freunde von George R.R. Martin, Bernard Cornwell und Co. empfehlenswert. Wer abgehobene Kawumm-Fantasy mit übermenschlichem Drumherum und ordentlich magischem Gerummse bevorzugt, wird eher enttäuscht sein.
Anmerkung: Ich habe "der Weitseher" als eBook, dieses ist ebenso wie die gedruckte Version mit einer Karte versehen und -im Gegensatz zu vielen anderen eBooks- sauber gesetzt.