Ach, denkt der süchtige Golfbuchsammler - sicher wieder so ein Buch, dass mir erklären will, warum ich den Schläger lieber legen statt pflanzen soll. Ob mir das wirklich hilft, meine unwillkürlich auftretenden elf Flugbahnen um eine zu vermindern?
Tut es nicht, aber es macht das Leben des Normalgolfers leichter, denn auch da wo man nicht hell auflacht über die Geschichten von Eugen Pletsch, wird sich zumindest ein Permaschmunzeln bei der Lektüre einstellen. Und das Lächeln wird das echte sein, die Muskeln um die Augen ständig bewegen und damit den Leser in einen Zustand milden Glücks versetzen.
Pletsch kennt sich aus. Nicht nur mit der Technik des Golfens, sondern vor allem mit der Psyche des Homo golfensis vulgaris: Ich selber habe bei mir viele Eigenschaften der Drs. Fahrenbach und Bercelmeyer entdeckt. Auch manchem "Kraken" bin ich in die Tentakel geraten und "Kreischhühner" (es gibt auch männliche) zählen zu meinen bitter-süssen Golffreunden.
Wer über sich selbst als Golfer - wie er einmal war oder jetzt noch ist - schmunzeln möchte, findet hier Stoff in genügender Vielfalt und Ausschmückung dazu.
Ich habe das Buch schon mehrfach meinen etwas ernsthafteren Golffreunden und -partnern geschenkt, um sie zu lockern und die Runde und das Getränk danach entspannter zu gestalten. Und es wirkt.
Wer etwa über "Mr. Mulligan" bei Pletsch nachgelesen hat, wird in Zukunft seinen Freunden vor dem ersten Abschlag vielleicht vorschlagen, je neun Loch einen Mulligan und einen Freiwurf zu gestatten. Das entspannt dann wirklich ungemein. Aber Vorsicht: Der Freiwurf sollte nur für den eigenen Ball gelten.
Nicht-Golfer finden hier zudem ein diskretes Nachschlagewerk über Fachausdrücke. Man versteht die Definitionen und braucht nicht noch ein Lexikon zu deren Erläuterung.
Fazit: Ich freue mich schon auf den Folgeband und das weitere Schicksal meiner speziellen Freunde Bercelmeyer und Fahrenbach.