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Der Weg nach Xanadu: Roman
 
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Der Weg nach Xanadu: Roman [Gebundene Ausgabe]

Wilfried Steiner
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: Insel Verlag; Auflage: 1 (28. Juli 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3458171495
  • ISBN-13: 978-3458171492
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 12,2 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Wilfried Steiner
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Verzettelter Traum

Wilfried Steiners Débutroman «Der Weg nach Xanadu»

Samuel Taylor Coleridge war ein unglücklicher Mann. Von Opiaten zerfressen, von der Dichtung enttäuscht, schwebt der romantische Revolutionär so beispielhaft zwischen Genie und Tragik, dass sich zum Nachruhm auch noch ein passender Wiener Wiedergänger gefunden hat. Er heisst Alexander Markowitsch, ist Anglist in der Mitte seines Lebens und die Hauptfigur in Wilfried Steiners Romandébut «Der Weg nach Xanadu». Wilfried Steiner, selbst Anglist und bisher Leiter verschiedener österreichischer Kulturzentren, macht aus seiner Reverenz an den grossen englischen Dichter einen Roman von akademischen Graden. «Der Weg nach Xanadu» ist literarhistorischer Traktat und Gothic Fiction, Lebenskrisen- und Liebesroman – ein auftrumpfendes Spektakel jedenfalls, das die Lesbarkeit über weite Strecken der allenthalben funkelnden Belesenheit opfert. Ein Student will beim verehrten Professor eine Arbeit über Coleridge schreiben. Weil seine Freundin indessen der Verehrung des Anglisten anheim fällt, entwickelt sich eine Art Ménage à trois, bei der es ein geheimes Zentrum gibt: den englischen Dichter Samuel Taylor Coleridge. Bald findet sich der Wiener Professor in der Hölle einer berufsbedingten Überidentifikation. Er hat, wie einstmals Coleridge, spukhafte Albträume. Ihm erscheint des Nachts ein Zimmer, das in undeutlicher Beziehung zu Coleridges Biografie steht. Auf der Suche nach Zusammenhängen reist der Wiener Professor nach England mit ganzen Schrankkoffern von Literatur, die Wilfried Steiner willig öffnet. Lange Exzerpte aus den Werken von Jorge Luis Borges, Robert Graves oder W. G. Sebald werden zitiert, das Leben Coleridges wird in extenso referiert und seine Lyrik in eine Gesamtexegese gebettet, in die die keltische Mythologie ebenso passt wie die angebetete Wiener Astronomiestudentin. Anna, so heisst das bleiche Mädchen, hat immerhin das Zeug zur «Weissen Göttin». Wilfried Steiners Konstruktionen des Déjà-vu reichen von Coleridges legendärem «Kubla Khan» über den englischen Dichter selbst bis herauf in die Wiener Anglistik der Gegenwart. Unterirdisch wie der Strom im phantastischen Xanadu ist die Verbindung zwischen den Zeiten. Die Identitätskrisen des Dichters taugen als Vorlage für die depressive Verstimmung seines Anglisten (der schliesslich auch einmal Dichter werden wollte), und wo der eine sich am Laudanum berauscht hat, tut's beim anderen der Alkohol. Es wird kräftig eingeschenkt. Alle Ziele des Pursuit of Happiness finden sich in Coleridges Bild des legendären «Xanadu» verwirklicht, eines phantastischen Parks mit «Pleasure Dome», von dem Steiners Anglist allerdings ebenso weit entfernt ist wie sein erstaunlicher Bauch von wahrem Genuss. Wilfried Steiners Roman treibt Mummenschanz und Philologie, das eine so masslos wie das andere. Wo der Österreicher allerdings seine Anstrengungen in beide Richtungen einmal vergisst, leuchtet eine Ironie aus den Sätzen, die dem Buch erzählerische Leichtigkeit verleiht und jedenfalls weit mehr Autorität als sein halsbrecherisch verknotetes Beziehungsgeflecht. Am Ende wird Wilfried Steiners literarische Tour de Force noch zur Schnitzeljagd. An Coleridges Lebensstationen im schottischen Lake District und in West Somerset sucht der Anglist verzweifelt nach dem Zimmer, in dem der englische Romantiker seine visionären Augenblicke erlebt hat. Bis er das Ziel seiner Wünsche endlich gefunden hat, begegnet er den Eigenarten des englischen Landlebens, den ortsüblichen Devotionalien, aber auch sich selbst. Zum Schluss sitzt der Wiener Professor gemütlich in einer englischen Farm. Das Zimmer ist gefunden. Und eine mystische Kapelle auch. Was bleibt schliesslich von all der philologischen Mühe, dem verzettelten Traum? Keine Lösung. Nur reichlich Guinness und ein Schlusssatz von zeitloser Güte: «Genug geschrieben für heute.»

Pressestimmen

»Mit seinem sechsten Buch ist ihm ein kleines Wunder gelungen: Voller literarischer Anspielungen und dennoch locker präsentiert er seine Geschichte vom Wahn der Liebe; in einem Roman, der zugleich ein Reiseführer für Weltflüchtige ist.« (Der Spiegel )

»Als wäre er ein Nachfahre der großen angloamerikanischen Erzählkunst, hat Wilfried Steiner, gewissermaßen wider den Zeitgeist der privaten Befindlichkeiten, einen großartigen, ja kriminalistischen Abenteuerroman über die Macht und Abgründe der Fantasie und über die hemmungslose Leidenschaft der Liebe zur Literatur verfasst. Mit Witz und Selbstironie beschreibt er den von Verzweiflung und Neugierde geprägten Forscherdrang des Coleridge-Enthusiasten, entwirft kraftvolle und plastische Bilder von der Schönheit der englischen Landschaften, charakterisiert mit Zuneigung und sanftem Amüsement britische Lebensart und verschränkt in wunderbarer Weise die Dimension seiner Erzählung mit literaturwissenschaftlichen Fakten, die enorme Kenntnis über Geschichte und Werke der englischen Romantik verraten.« (Franz Schwabeneder Oberösterreichische Nachrichten )

»Wilfried Steiner ist mit seiner ersten Veröffentlichung im renommierten Insel-Verlag ein literarischer Coup gelungen: Sorgfältig verknüpft er die 200 Jahre voneinander entfernten Handlungsstränge zu einem immer dichteren Gewebe, dem sich weder die längst nicht mehr kühl kalkulierende Hauptfigur noch der Leser entziehen kann.« (Der Falter )

»Der Mensch lebt nicht vom Buch allein, doch Bücher wie dieses machen das menschliche Leben reicher.« (Magazin der Sächsischen Zeitung )

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Format:Taschenbuch
Der Ich-Protagonist ist österreichischer Professor für anglistische Literatur, Spezialist für den Dichter Coleridge, eigentlich fertig mit dem Leben und wird Doktorvater eines unscheinbaren jungen Mannes, dessen Freundin wiederum die Welt des Professors durcheinanderwirbelt.

Die Erzählung blendet zwischen dem aktuellen Geschehen und der Geschichte Coleridges hin und her - sehr gekonnt -, es ist sehr österreichisch, das gefällt mir sehr gut.

Das Ende fand ich überraschend, und zwar nicht im positiven Sinne, deshalb eine Punkt Abzug bei der Note; aber ich habe oft gelacht und fand die sprachliche Umsetzung so gelungen, dass ich das Buch gern weiterempfehlen möchte.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von the_clairevoyant TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Woraus schöpfen Poeten ihre Gabe zur Dichtkunst, was verleiht Genies ihre Einzigartigkeit? Wann schlägt die Sternstunde? Warum erleben viele sie nie? Der profane Geist wird die Antwort im Zusammenwirken aus genetischer Veranlagung, Erziehung, bzw. sozialem wie zeitlichem Umfeld suchen. Der Träumer hingegen folgt dem Bild seiner Visionen, trägt die Qual seiner Seele samt seinen Sehnsüchten nach außen. Er vertraut nicht dem Zufall, sondern folgt weit eher seiner Muse, sei es Frau oder Göttin - oder beiden in einer.
Samuel Taylor Coleridge (1772-1834), Poet und Träumer in Personalunion, trachtet in frühen Jahren als Anhänger der Französischen Revolution nach utopischen Idealen, um diese späterhin enttäuscht gegen eine beschauliche Existenz im landschaftlich schönen, aber intellektuell spießigen Lake District zu tauschen. Er heiratet und gerät beruflich unter die Fittiche von William Wordsworth, seines Zeichens geschätzter wie gelesener Naturromantiker. Doch Coleridge leidet trotz der Idylle zusehends an innerer Atemnot, eingeschnürt in eine Jacke, gestrickt aus biederer Normalität. Literaturgeschichtlich bisher unerforscht, gelingt ihm vom Herbst 1797 bis zu dem des darauffolgenden Jahres der Ausbruch aus der Tristesse. Unwillkürlich überstrahlt er die Mittelmäßigkeit der Verse seines Mentors Wordsworth um tausend Sonnen; sein annus mirabilis, das „wunderbare Jahr" seines Lebens, war angebrochen. Coleridge beginnt die schaurig beeindruckenden Reime des „Ancient Mariner" zu schreiben und verfasst mysteriöse Gedichte wie „Kubla Khan" oder. „Christabel", die aber Fragment bleiben und erst 18 Jahre später vom Dichterkollegen Lord Byron veröffentlich wurden. Denn aus ebenso unerklärlichen Gründen verfällt Coleridge nach seinem Inspirationsschub wieder in den bürgerlichen Trott, setzt seine unglückliche Ehe fort, verliert sich in unerfüllter Liebe zu Sara Hutchinson, der Schwester von Wordsworth' Frau, und spricht immer stärker der Droge Laudanum zu, die seinen Verstand schleichend verwirrt.
An die 200 Jahre später erhält der bequemliche Wiener Professor Alexander Markowitsch, Spezialist für englische Literatur der Romantik, Besuch während seiner Uni-Sprechstunde. Ein Dissertant in Begleitung einer hübschen schlanken Frau mit bleichem Teint und dunklem Haar möchte eine Arbeit über „STC", sprich Samuel Taylor Coleridge, einreichen. Markowitsch nimmt das Dissertationsthema an, nicht zuletzt um die Gefährtin seines Zöglings näher kennen zu lernen. Anna, so ihr Name, reißt den dicken Akademiker alsbald aus seiner Lebenslethargie. Markowitsch wird nicht nur von Sehnsucht zur unerreichbar Scheinenden geplagt, sondern auch durch Visionen eines seltsam bekannt vorkommenden unbekannten Zimmers; Coleridges Zimmer? Immer mehr zieht die charismatische Frau Alexander in ihren Bann. Schlußendlich ist sie es, die ihn dazu bringt, nach England aufzubrechen, seinem Traum buchstäblich nachzugehen, um den mysteriösen Raum zu suchen.
In Britannien angekommen, führt Alexander Markowitsch seine Odyssee von einem Wirkensort des Samuel T. Coleridge zum anderen. Doch alle Räume, in denen der große Romantiker geweilt hatte, gleichen nicht dem Zimmer aus des Professors Vision. Kurz vor dem eingestandenen Scheitern seiner Sinnsuche kehrt Alexander auf der Ash Farm, in Porlock, West Somerset, ein. Dort, im Hause eines kauzigen alten Paares, erkennt er in der Rumpelkammer den Raum aus seinen Träumen. Ein Symbol für die Entrümpelung seines Lebens? Vielleicht. Dem noch nicht genug des scheinbar Unglaublichen; Markowitsch stößt in einem nahegelegenen ehemaligen Flusstal, nun üppig überwuchert, auf die Überreste eines Jahrtausende alten keltischen Heiligtums. Dessen magische Kraft blieb trotz der darüber errichteten Kirche ungebrochen.
Nach kurzer historischer Recherche beginnt Markowitsch die Enden der Einsichtsfäden aufzunehmen und begreift. Zum einen scheint sein Leben in gespenstischer Ähnlichkeit zu dem von Coleridge zu verlaufen. Zum anderen: Life-in-Death, die untote Dämonin aus dem „Ancient Mariner"; Geraldine, die jugendliche Verführerin der „Christabel" und selbst der vermeintlich männliche „Kubla Khan", welcher in seinem Palastgarten Xanadu den Freuden des Lebens zusprach, sind ein und dieselbe Wesenheit in unterschiedlicher Ausformung. Namen hatte SIE im Laufe der Äonen viele, niemand kennt ihren ursprünglichen. SIE - Dana, Morrigan, Cerridwen, ... - ist die Muttergöttin aus uralten Zeiten. Zyklisch wählt sie einen Sterblichen zum „Jahreskönig" und Gefährten. Für zwölf Monate ist es diesem Mann erlaubt, mit ihr die Freuden der Liebe zu teilen wie auch aus dem Kessel der Erkenntnis Tropfen der Inspiration aufzunehmen. Markowitschs unterbewußt gesuchter „Weg nach Xanadu" liegt plötzlich klar vor ihm. Die Palasttore stehen einladend offen. Und er betritt den pleasure dome nicht alleine. Seine Muse, deren Name von vorne wie hinten gelesen dasselbe ergibt, bietet sich verheißend als Begleiterin an.
Wilfried Steiner, Anglistikprofessor, gelang mit „Der Weg nach Xanadu" ein faszinierendes Werk fantastischer Literatur voller Detailfreude zur Mythologie und offenkundiger Sympathie zum seelisch verlorenen Poeten Samuel T. Coleridge. Alexander Markowitsch ist Archetypus für jeden von uns, der den Mut zum Risiko aufbringt, seinen Traum zu leben, seiner Vision zu folgen, die Rumpelkammer zu verlassen und Einlass nach Xanadu zu begehren. Alleine für diese Botschaft gebühren dem Buch fünf Sterne.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
.. 28. November 2004
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Ein gewagter Versuch..der zum größten Teil gelungen ist. Fesselnd und neugierig machend auf mehr, wird es sicher auch Nicht-Anglisten verzücken.
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