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Der Weg nach Surabaya: Reportagen und kleine Prosa Gebundene Ausgabe – 2. Juli 1997


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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: S. Fischer Verlag; Auflage: 4 (2. Juli 1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100629167
  • ISBN-13: 978-3100629166
  • Größe und/oder Gewicht: 13,6 x 2,5 x 22,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Christoph Ransmayr wurde1954 in Wels/Oberösterreich geboren und studierte Philosophie in Wien, wo er nach Jahren in Irland und auf Reisen wieder lebt. Neben seinen Romanen ›Die Schrecken des Eises und der Finsternis‹, ›Die letzte Welt‹, ›Morbus Kitahara‹ und ›Der fliegende Berg‹ erschienen bisher zehn Spielformen des Erzählens, darunter ›Der Weg nach Surabaya‹, ›Geständnisse eines Touristen‹ und zuletzt ›Der Wolfsjäger‹. Für seine Bücher, die bisher in mehr als dreißig Sprachen übersetzt wurden, erhielt er zahlreiche literarische Auszeichnungen, unter anderem die nach Friedrich Hölderlin, Franz Kafka und Bert Brecht benannten Literaturpreise, den Premio Mondello und, gemeinsam mit Salman Rushdie, den Prix Aristeion der Europäischen Union.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Es war ein dünner, panischer Gesang. Wenn das Gebirge leiser wurde, schwächer die Windstöße über den Geröllhalden und Felsabstürzen und eine emporrauchende Nebelwand auch das Getöse der Großbaustelle Limberg zu einem fernen Dröhnen dämpfte, dann hörte man diesen Gesang. Es war das Todesgeschrei der Ratten. Naß, zerzaust, in schwarzen Scharen waren die Ratten aus den Ruinen des Arbeiterlagers am Wasserfallboden gekrochen, aus den ins Gestein gesprengten Latrinen, Abfallgruben und Stollen, und hatten sich vor der Flut zu retten versucht. Wochenlang, heißt es, hielten sie einen Felskegel besetzt, eine täglich kleiner werdende Insel, und pfiffen und schrien ihr Entsetzen gegen das schon unerreichbare Ufer, kletterten immer höher, kämpften um jeden Halt ihrer verschwindenden Zuflucht, fielen schließlich übereinander her. Langsam und trübe stieg die Flut ihnen nach. Das Gletscherwasser füllte alle Gruben und Hohlräume aus, drängte in jede Falte des Hochtales, hob liegengebliebenes Bauholz, Balken, Gerüstteile auf und schloß sich über allem, was sich nicht heben ließ. Der Spiegel des Limbergstausees, hoch über Kaprun und sechzehnhundert Meter über dem Meer, stieg ruhig, träge, stieg, überspülte schließlich die Zuflucht der Ratten und wusch den Stein leer.
Gewiß, dieser Untergang ist nur ein marginales Bild aus der Baugeschichte der drei großen Staumauern von Kaprun, eine Beiläufigkeit aus der Zeit des ersten Anstaus zu Limberg 1949 und 1950, und ist nichts gegen die Tragödien und Triumphe, die man in den Jahren der Errichtung der weit in die Hohen Tauern verstreuten Anlagen des Speicherkraftwerkes Glockner-Kaprun beklagt und gefeiert hat. Dennoch fehlt die Erinnerung an den Untergang der Ratten in kaum einem Bericht und keiner Zeugenaussage derer, die damals an den Mauern geplant und gelitten haben. Einmal hämisch ausgeschmückt und dann wieder als karge, apokalyptische Parabel erschien dieser Untergang immer wieder in der Überlieferung. Als bloße Karikatur einer Katastrophe eignete er sich vielleicht auch wie kaum ein anderes Bild zur Illustration jener verborgenen Angst, die dem Anblick von Staudämmen als Makel anhaftet --der Angst vor der Flutwelle, die nach dem Bersten der Limbergsperre hoch wie ein Dom die langen Stufen des Kapruner Tales hinabspringen würde. Innerhalb von zwanzig Minuten - man hat auch das »Undenkbare« längst an Modellen im Maßstab eins zu hundert geprobt - würde die ungeheure Welle das am Talausgang liegende Dorf erreichen, darüber hinwegrasen, dann in das Salzachtal hinausfluten und nichts hinter sich lassen als Schutt und einen großen Morast.
Aber in Kaprun, heißt es, fürchte sich schon lange keiner mehr. In den drei Jahrzehnten, die seit der Krönung der Kapruner Talsperren vergangen sind - der 120 Meter hohen und 357 Meter langen Limbergsperre, die den Stausee am Wasserfallboden hält, und der ähnlich mächtigen Drossen- und Moosersperre, zwei durch einen Felskegel voneinander getrennte Mauern, die den im höchsten und letzten Ausläufer des Tales auf zweitausend Meter gelegenen Stausee Mooserboden dicht unter die Gletscher zwingen -, in diesen drei Jahrzehnten also haben die Inklinatoren, die Teleformeter, Sammelglocken, Klinometer, Pegel und Pendel, haben Hunderte in die Dämme eingemauerte Kontrollvorrichtungen keinen Wert angezeigt, der Furcht bestätigt oder gar einen Alarm ausgelöst hätte. Daß für die Stunde des Undenkbaren nach wie vor acht Sirenenwagen bereitstehen, daß auf einer Almwiese im Ortsteil Lehen, unerreichbar für die Flutwelle, nach wie vor ein weißgekalktes Häuschen instand gehalten wird, das dem Bürgermeister und der Exekutive in dieser Stunde als Kommandostand dienen soll, und daß schließlich auch der Flutwellenalarm nach wie vor und regelmäßig geübt wird, ist bloß Vorschrift und Routine. Im Kapruner Tal ist das Vertrauen in die Technik groß wie die Staumauern selbst: Die Alarmübungen bleiben stets auf wenige Eingeweihte beschränkt, von den Sirenen wird auch probeweise kein Gebrauch gemacht, kein Laut soll die Touristen beunruhigen, und die Hinweistafeln für das Verhalten im Ernstfall sind längst aus dem Ortsbild verschwunden. Alle nötigen Anweisungen wurden auf diskrete Flugblätter gedruckt und an die Kapruner Haushalte verschickt. Dort vergilben sie jetzt. Das ist alles. Es herrscht Ruhe im Tal.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 28. Januar 2002
Format: Taschenbuch
Es ist erstaunlich, wie gut sich einzelne Artikel, die der Autor in verschiedenen Zeitschriften und zu verschiedenen Zeitpunkten publiziert hat, in diesem Buch vereint zu einem harmonischen Ganzen zusammenfügen. Alle Geschichten haben eines gemeinsam: sie sind aus dem wachsamen Blick des Autors für Zwischentöne und die ruhige, teils kaum beachtete Welt abseits der großen Trampelpfade entstanden. Ransmayr beobachtet und beschreibt Dinge, die uns entweder gar nicht mehr auffallen oder selbstverständlich erscheinen und daher nicht hinterfragt werden. Die Lektüre des Buches ist so erholsam wie ein einsamer, ohne Zeitdruck absolvierter und in Gedanken versunkener Spaziergang.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von "kalafudra" am 23. Dezember 2004
Format: Taschenbuch
Die gesammelten Reiseberichte (ich weiß nicht, ob's alle sind, ich denke nicht) sind wahnsinnig schön. Sie bestechen nicht nur durch ihre klare, wunderbare Sprache, sondern vor allem die Art, wie er die verschieden Gegenden vorstellt, ist nicht nur mal was Anderes, sondern auch noch interessanter. Er beschreibt die Landschaften kurz, aber treffend und konzentriert sich eigentlich darauf, die Menschen zu beschreiben, wobei man zumindest den Eindruck gewinnt, das Land besser kennenzulernen.
Gefährlich für alle, die für Fernweh anfällig sind.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 6. Februar 2002
Format: Taschenbuch
Die vorliegenden Erzählungen sind Beweis für die außerordentlich feinsinnige Beobachtungsgabe des Autors für das Stille, die Zwischentöne, für das, was im Mainstream nicht mehr wahrgenommen wird. Ein Buch zum Zurückziehen und Genießen. Exzellent die Schilderung der Reisegruppe, die zum Besuch der letzten Kaiserin Zita in die Schweiz fährt, sowie die sorgfältig argumentierte, daher nicht beleidigende, aber umso zielsicherere Kritik an der Monarchie oder vielmehr an denen, die ihr noch immer dumpfbackig nachtrauern.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von B. Rosenberg am 23. Januar 2010
Format: Taschenbuch
Der österreichische Erzähler von Großformat, Christoph Ransmayr, hat mit seinem Band Der Weg nach Surabaya. Reportagen und kleine Prosa, erschienen 1997 im S. Fischer Verlag, ein Werk vorgelegt, das sich durchaus messen kann am Anspruch seiner bislang erschienen Bücher. Die zehn wichtigsten seiner Zeitungsreportagen wählte er hierzu aus und sechs literarische Miniaturen, zur Hälfte Dankesreden bei Preisverleihungen (so ist die Erzählung Der Weg nach Surabaya als Dankesrede an die Bayerische Akademie der Schönen Künste konzipiert).

Sein eigenes literarisches Schreiben begann Ransmayr als Kulturredakteur und Reporter. Doch hat er auf diesem Weg nicht nur Vorarbeit für seine späteren großen Werke geleistet, sondern mit den Reportagen bereits etwas erschrieben, dem die Bezeichnung 'kleine Prosa' wohl nur im quantitativen Sinn Genüge trägt. In diesen Texten wird Geschichte lebendig und fühlbar, steigen die beschriebenen Personen aus den Wörtern heraus und setzen sich vor den Leser, um ihre Geschichten zu erzählen. Meist sind es die Stimmen alter Männer, die hier berichten vom früheren Leben. So wird etwa in dem Text Die vergorene Heimat von einer verlorenen Zeit berichtet, die der Konditor Karl Piatny auf Lichtbilder konservierte und die sich vor dem Leser nun auftut zu einer dreidimensionalen Landschaft und darin spielenden Geschichten.

In einem anderen Text begleitet der Erzähler als 'Untertan' eine dekadente österreichische Reisegesellschaft nach Zizers, wo sich die letzte österreichische Kaiserin Zita im Exil befindet.
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Format: Taschenbuch
Auf rund 230 Seiten bringt Christoph Ransmayr 16 Reportagen und Kurztexte über nahe und ferne Gebiete, entstanden zwischen 1979 und 1996. Das Titelstück berichtet zwar aus Indonesien; doch die Mehrzahl der Berichte handelt von Europa: jeweils mehrfach Deutschland und Österreich, dann auch Italien und Polen; oft geht es um alte Menschen in Dörfern.

Die ersten vier Stücke sind meisterlich: Im Merian-Bericht über die Hallig Hooge reiht Ransmayr die Bewohner des Inselchens – nein, der Hallig – auf wie an einer Perlenkette, und nebenbei fädelt er die Geschichte des eigenwilligen Fleckens mit ein. Die Atmosphäre ist klar und eindeutig. Ähnlich erscheint der Artikel über den oberbayerischen Weiler Habach.

Umso mehr verblüffen bei aller Perfektion gelegentliche Tippfehler und Dativ nach "wegen". In mindestens zwei Stücken redet der Autor von sich selbst störend in der dritten Person.

Der Stil ist so aus der Zeit gefallen, dass ich mich beim ersten Bericht unwillkürlich fragte: Gibt's so eine Sprache wirklich noch? Gibt's den Merian noch? Und diese Hallig Hooge?

Ransmayr komponiert überlegt, schreibt leicht betulich und mit einem Hauch Lakonie, Distanz oder gar Spott. Vielleicht kann man ihn auch für konservativ halten. Jedes Wort und jedes Komma sitzt, und nach zuletzt bitteren Enttäuschungen mit neuen deutschsprachigen Autoren (Magnusson, Treichel) bin ich sehr angenehm überrascht.

Auf den ersten 80 Seiten führen vier Reportagen in entlegene deutsche und österreichische Weiler. Die inneren Bilder, die Ransmayr dabei erzeugt, erscheinen unwillkürlich in Sepia. In Sepia, mit Körnung, Vignettierung und ein paar Flecken dazu.
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