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Der Weg zu einer egalitären Gesellschaft
 
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Der Weg zu einer egalitären Gesellschaft [Broschiert]

Heide Göttner-Abendroth
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 112 Seiten
  • Verlag: Drachen; Auflage: 1 (31. Juli 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3927369330
  • ISBN-13: 978-3927369337
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 191.655 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Heide Göttner-Abendroth
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der Weg zu einer egalitären Gesellschaft ist ein matriarchaler Lebensentwurf, der helfen will, das patriarchale Gesellschaftsmodell abzulösen. Am Anfang die Mütter - so übersetzt Heide Göttner-Abendroth den Terminus Matriarchat. Aus dem mütterlichen Prinzip des Lebensschenkens, dem Frauen und Männer gleichermaßen dienen, entwickelt sie das Bild einer Kultur, die Kreisläufe an Stelle des linearen Fortschritts setzt, die eine Ökonomie des Schenkens statt Ausbeutung und Gewinnmaximierung anstrebt und die von Würde, gegenseitigem Respekt der Geschlechter und Lebensalter sowie der Heiligung allen Lebens getragen ist. Die Besinnung auf die Weisheit matriarchaler Kulturen der Welt, von denen einige bis heute in Frieden und ausgeglichenem Wohlstand existieren, führt zu einer Gesellschaft in Balance, die auf die Kraft und die Intelligenz von Gemeinschaften baut. Viele Menschen suchen heute nach Möglichkeiten, lebensfördernd zu wirken. Heide Göttner-Abendroths Entwurf einer matriarchalen Politik ist dafür ein wichtige Wegweiser.

Über den Autor

Heide Göttner-Abendroth, geb. 1941, ist Philosophin und Kultur- und Gesellschaftsforscherin. Sie hat zwei Töchter und einen Sohn. 1973 promovierte sie an der Universität München in Philosophie und Wissenschaftstheorie und lehrte anschließend zehn Jahre in München Philosophie. 1976 schloss sie sich der Neuen Frauenbewegung an, wurde zu einer Pionierin der Frauenforschung und zählt durch mehr als dreißigjährige Forschungsarbeit zu den Begründerinnen der modernen Matriarchatsforschung. 1986 rief sie die autonome "Internationale Akademie HAGIA" bei Passau ins Leben, deren Leitung sie seither innehat.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gesellschaft mal anders 5. Februar 2009
Von eve
Format:Broschiert
-Zum Inhalt und Aufbau:

Teil 1: Schritte zu einem matriarchalen Modell
1. Matriarchale Sozialordnung
2. Matr. Ökonomie
3. Matr. politische Praxis
4. Matr. Spiritualität und Kultur
5. Gedanken zu einer modernen matriarchalen Gesellschaft

Teil 2: Diskussion und Forumsbeiträge

Dieses interessante und für mich wertvolle Büchlein ist eher nicht als Einstieg ins Thema Matriarchat gedacht, dafür sollte das Hauptwerk der Autorin herangezogen werden. Dennoch beschreibt es die matriarchale Lebensform kurzgefasst, um darauf aufbauend einen möglichen Weg aufzuzeigen, wie wir heute matriarchale Strukturen in unsere gewünschten alternativen 'Lebensmodelle' einbringen können.

Immer mehr Menschen wollen heute aus dem bestehenden System 'aussteigen', sie suchen Gleichgesinnte, die mit ihnen eine 'Wahlfamilie' bilden und dem Leben wieder mehr Wert und Würde verleihen wollen. Sie haben genug von der Destruktivität des herrschenden, menschen- & lebensverachtenden Kapitalsystems und der totalen Vereinsamung der Menschen, die darin nur noch funktionieren, aber nicht unabhängig denken und leben sollen.

Dieses Buch ist allen ans Herz zu legen, die einen solch wichtigen Schritt aus der Gesellschaft wagen möchten. Es ist klar, dass der Vorschlag von Heide Göttner-Abendroth nicht alles bis ins Detail beschreiben kann, hier ist unsere eigene Kreativität gefragt. ZB. Wie wir die Einzelheiten des Zusammenlebens in unseren Wahlfamilien umsetzen, ist uns überlassen, denn übernehmen können wir das matriarchale Modell nicht. Aber es gibt uns wichtige Einsichten und konkrete Bilder, wie wir eine Wahlfamilie aufbauen, uns ernähren, ein Dorf bilden können, in dem sich die Mitglieder gegenseitig unterstützen und bereichern. Um nur ein paar Aspekte davon zu nennen.

Die Autorin zeigt auch auf, wie wichtig es ist, dass die Gruppe ihr Modell nicht bloss auf einer gemeinsamen Idee (obwohl das schon viel ist) sondern vor allem auf einem gemeinsamen spirituellen Verständnis aufbaut. Es braucht eine solide Grundlage, aber darauf kann unendlich viel entstehen. Denn wenn wir schon einen solchen Schritt wagen, soll unsere Bemühung doch auch Früchte tragen und nicht wieder im patriarchalen Sand des Egoismus und Besitzdenkens versinken.

Die sehr alte und bis heute bewährte Form matriarchaler Gesellschaften verfügt über umfassende lebensbejahende Werte und beinhaltet eine tief verwurzelte Fürsorge jeglichen Lebensformen gegenüber, die in unserem Kontext, also der Erde und dem sie umgebenden Kosmos, enthalten sind.
Wie Heide Göttner-Abendroth es so innig beschreibt, geht es um eine Wiederverzauberung der Welt, des alltäglichen Lebens und all unseren Handlungen, was in all seiner Tiefe bedeutet, die Welt und das Leben wieder zu heiligen.

Auch wenn wir vorerst unsicher sind, oder gar nicht ans Aussteigen zu denken wagen: Die Konfrontation des Themas mit unserer verinnerlichten Welt ist unendlich spannend und enorm lehrreich. Obwohl der Fragen (oder grade deshalb!) immer mehr werden, je länger ich mich damit befasse. Um nur ein paar davon wieder zu geben:

-Wie sieht mein Weltbild eigentlich aus?
-Was ist Spiritualität?
-Was ist Freiheit?
-Geht es mir darum, autonome Zellen aufzubauen, die unabhängig von der (noch) bestehenden Gesellschaft existieren können oder will ich einfach raus aber dennoch von ihr profitieren?
-Wie weit ist es her mit meiner 'Naturfreundlichkeit'?
-Wo kommen mir Egoismus und Bequemlichkeit dazwischen?
-Was bedeutet Subsistenzwirtschaft wirklich? Weshalb glauben wir immer, da müsse es zugehen wie in der Steinzeit?
-Bedeutet Tauschen statt Geldwährung notwendigerweise einen Abstieg in der medizinischen Versorgung?
-wo hört Natur auf und wo beginnt Technologie, falls das überhaupt ein Widerspruch sein muss? Denn könnte Technologie nicht auch ganz anders aussehen?

-usw...
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der Weg ins Matriarchat 15. Juni 2009
Von Andromeda TOP 100 REZENSENT
Format:Broschiert
Heide Göttner-Abendroth ist Expertin in Matriarchatsforschung. Das vorliegende Buch geht der Frage nach, wie unsere Gesellschaft in eine matriarchalische Organisationsform übergeführt werden kann, von der man sich allerlei Vorteile verspricht. Im Zentrum eines Matriarchats soll die lebensspendende mütterliche Funktion stehen, oder wie Mersch es ausdrückt: die Reproduktion, nachgelagert dazu dann die Produktion.

Jedes Lebewesen hat in der Natur zwei Grundaufgaben zu lösen:
1. Selbsterhalt (= Leben, Nahrungsbeschaffung, Produktion, Wirtschaft, ...)
2. Fortpflanzung (= Überleben, Reproduktion, Erziehung, Sozialisation, ...)

Im Patriarchat existierte zwischen diesen beiden Hauptaufgaben ein Gleichgewicht: Die Männer erledigten den Hauptteil der Produktion, die Frauen den der Reproduktion. Da die Produktion unmittelbar lebensnotwendig ist, die Reproduktion dagegen nur überlebensnotwendig, entstand hierdurch ein klares Machtgefälle zwischen Männern und Frauen: Frauen waren von ihren Männern ökonomisch abhängig.

Im Rahmen der Gleichberechtigung der Geschlechter, die sich einzig daran orientierte, nun auch verstärkt Frauen der Produktion zuzuführen, damit diese ihre ökonomische Abhängigkeit von Männern verlieren, wurde die gesellschaftliche Reproduktion vollständig entwertet. Typische weibliche Lebensentwürfe mit der zentralen Aufgabe des Lebensspendens (der Reproduktion) wurden hierdurch praktisch verunmöglicht. Dies war kein unerwünschter Nebeneffekt, sondern ganz bewusste feministische Absicht, wie Simone de Beauvoir es einmal in einem Interview deutlich machte.

Wesentlich für Matriachate ist, dass darin wieder die Reproduktion ins Zentrum der gesellschaftlichen Organisation rückt. Die Produktion wäre dann nachgelagert. Sie hätte vor allem die Aufgabe, die Reproduktion entsprechend zu unterstützen.

Die Frage ist nur: Wie erschafft man ein Matriachat, wenn hierdurch tatsächlich eine egalitärere und friedlichere Gesellschaft möglich wäre? Die Autorin beantwortet für mich diese Frage nicht, jedenfalls nicht praktikabel genug. Ein umsetzbares Konzept ist dagegen Merschs Familienmanager-Konzept (Familie als Beruf), welches tatsächlich als Einstieg in eine matriarchalische Gesellschaftsform verstanden werden könnte.

Daneben diskutiert die Autorin auch allerlei Änderungen im produktiven Bereich (z. B. Tausch statt Geldwirtschaft). Hier scheint sie mir hoffnungslos naiv zu sein. Moderne Technologien auf dem Niveau, wie sie bei uns vorzufinden sind, sind auf der Basis von Tausch nicht machbar. Wenn, dann müsste man quasi mehr oder weniger vollständig aus unserer technologischen Welt aussteigen. Die Gefahren sind nicht unerheblich, denn wer das macht, könnte bei Bedarf genauso abgeschlachtet werden, wie es anderen Naturvölkern (z. B. den nordamerikanischen Indianern) bereits passiert ist.

Offen blieb auch die Frage, wie in reproduktionszentrierten Gesellschaften so etwas wie eine Kontrolle der Bevölkerungsentwicklung möglich sein könnte. Auch dazu hat sich Mersch sehr detailliert geäußert. Die Autorin bleibt hier eine Antwort schuldig.
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3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Das Buch hat mir gefallen. Ich würde gerne in einer Gesellschaft leben, wo es kein Geld gibt. Allerdings ist das schwierig, es sich vorzustellen. Das Kapitel über die Wirtschaft im Matriarchat ist so abstrakt und allgemein, dass ich mir kaum etwas Konkretes vorstellen konnte. Im Kapitel über die Politik im Matriarchat fiel mir auf, dass die Autorin der Meinung ist, dass es eine Konsenspolitik geben kann. Ich muss sagen, dass ich das stark bezweifle. Die Europäische Union war bis vor kurzem schwerfällig in ihren Entscheidungen. Da Einstimmigkeit herrschen musste, kam es oft zu überhaupt keiner Entscheidung. Erst der Lissabon-Vertrag macht die EU endlich handlungsfähig, denn jetzt gibt es eine Mehrheitsentscheidung. Dasselbe passierte der UNO während des Kalten Krieges. Da Einstimmigkeit herrschen musste, kam es zu keiner Entscheidung, weil einzelne Staaten wie die Sowjetunion die Entscheidungen damals torpedierten. Außerdem lässt die Autorin die Internationale Politik aus, die nicht weiter beschrieben wird. Im Patriarchat gibt es viele Nachteile, die hoffentlich bald korrigiert werden. Frauen dürfen in der Katholischen Kirche nicht Priesterinnen werden. Sie werden auch in anderen Weltreligionen unterdrückt. Die Christen nennen ihren Gott Vater. Woher wissen sie eigentlich, dass Gott ein Mann ist? Vielleicht ist er eine Frau oder er ist ein Mischwesen. Es ist auch möglich, dass uns eine ganze Zivilisation von höheren Wesen erschuf.
Die Autorin will Religion von Politik nicht trennen. Im Patriarchat war es aber so, dass die Nicht-Trennung von Religion und Politik immer zu Totalitarismus führte. Ein Priester-König war immer ein Alleinherrscher. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es im Matriarchat anders sein sollte. Viele ihrer Beschreibungen des Matriarchats sind sehr abstrakt und allgemein, aber vielleicht wird das Matriarchat ja irgendwann tatsächlich eingeführt. Die Autorin ist gegen eine Mischung von Patriarchat und Matriarchat. Das ist schade. Ich denke, dass das heutige Patriarchat etwas vom Matriarchat lernen kann und irgendwann Elemente des Matriarchats in sich aufnimmt. Einiges hat sich schon verbessert. Im Deutschen Bundestag gibt es heute mehr Frauen als früher. Das Buch liest sich sehr gut und schnell.
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