Thomas macht sich mit seiner Frau Eleanor auf den Weg in den Norden Englands um von einem alten Mönch näheres über den Gral und vor allem seinen Aufenthaltsort zu erfahren. Doch er kommt zu spät und findet nur noch die von seinem Cousin zurückgelassene Leiche. Verzweifelt kehrt Thomas an den Ort seiner Kindheit zurück und dort fällt ihm ein altes Buch seines Vaters mit Aufzeichnungen zum Gral in die Hände. Doch auch die katholische Kirche hat Interesse an diesem Buch und als sie erfährt, dass es in Thomas Händen ist, zieht dieser so die Aufmerksamkeit eines Dominikanermönches auf sich...
Im Großen und Ganzen erzählt der zweite Band die gleiche Handlung wie im Ersten nochmal. Thomas reist durch die Gegend, mehr oder weniger auf der Suche nach dem Gral, obwohl er eigentlich nicht will und hat einen Gegenspieler, der vor alle durch seine Lächerlichkeit im Gedächtnis bleibt. Und am Schluß gibt es eine Schlacht, in der die Franzosen deutlich in Überzahl sind, aber wegen eigener strategischer Dummheit und den englischen Bogenschützen blutig verlieren.
Okay der letzte Punkt ist eine historische Tatsache, aber die zahlreichen Parallelen zum ersten Band fallen einfach massiv auf. Und das nervt, weil so kaum Spannung aufkommt und man als Leser weiß, was passieren wird.
Es gibt natürlich ein paar Unterschiede, wie zum Beispiel das Buch und der Gral rückt in diesem Band auch deutlich mehr in den Fokus als im ersten. Aber gleichzeitig kommt Thomas ihm nicht ein Stück näher und alles bleibt in der Schwebe.
Das Buch lässt sich sicherlich trotzdem gut lesen und ist an sich nicht schlecht, aber es ist eben zu vieles bekannt und fühlt sich mehr wie eine Nacherzählung an, in der nur minimal was geändert wurde.
Und wie schon im ersten Band hatte ich ein Problem mit den Nebenfiguren. Wie schon angesprochen ist Thomas Gegenspieler Geoffrey erneut ein völliger Trottel und kann einfach nicht ernstgenommen werden. Es wäre wirklich zu wünschen, dass die Figur nicht nur einseitig negative Charakterzüge bekommen hätte, sondern auch ein paar positive, die ihn interessanter und nicht zu der Verkörperung eines Klischees gemacht hätten.
Historisch und besonders das Kampfgeschehen betreffend ist der Roman natürlich sehr fundiert, man merkt dem Autor da sein Wissen in nahezu jedem Satz an. Und er kann es auch gut veranschaulichen und in die Handlung einbauen. In dieser Hinsicht, ganz besonders auf das Kriegsgeschehen bezogen, gehört Cornwell sicher zu den besten Autoren von historischen Romanen. Aber leider kann kein noch so guter historischer Hintergrund über die Schwächen bei Handlungen und Personen hinweg helfen.
Alles in allem finde ich den Teil deutlich schwächer als den ersten Band, was vor allem am Fehlen von neuen und überraschenden Wendungen in der Handlung liegt. Er ist eben als Verbindung zwischen Band eins und Band drei, der hoffentlich besser ist als dieser, notwendig, aber kann für sich genommen nicht überzeugen.