Ein schwarzer Mann im Smoking an der Küste Südafrikas. Er bläst in ein Horn, das er sich aus Seetang gemacht hat. Er wartet darauf, dass seine große Liebe auftaucht und für ihn auf den Wellen tanzt - ein Walweibchen, das er Sharisha nennt.
Darum geht es. Und um die verstörend-verrückte Sucht einer Alkoholikerin nach dem Walrufer, um Verrat, um lächelnd verteilte Grausamkeiten, um die nicht zu überwindende Einsamkeit des Menschen, um seine vergeblichen Versuche, doch Kontakt zu finden.
Zakes Mda, Südafrikaner, schildert das Leben seiner schwarzen Landsleute heute. In einer kleinen Stadt am Meer, zu deren Bucht Jahr für Jahr Wale kommen. Er schildert es nüchtern, aber seine auf den ersten Blick schlichte, auf den zweiten und dritten perfekt durchgestylte und schöne Sprache fesselt auf Dauer. Wer Angst vor seiner eigenen Einsamkeit hat, sollte das Buch gar nicht erst anfassen. Es wird ihm Alpträume bescheren. Wer wissen will, warum vergebliche, ja auch zerstörerischer Liebe immer noch besser ist als gar keine, den wird dieser traurigste aller 2006er Romane zum Lächeln bringen. Weil er eines der besten ist.